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Chris von: am: 20.04.2016
Chris Autor(in):    |   20. Apr 2016   |    Kategorie: Baden-Württemberg,

Gernsbacher Runde

Der Name des Wanderwegs – Gernsbacher Runde – klingt jetzt gegenüber anderen Premiumwegen nicht gerade spannend. So enden viele zertifizierte Wege doch auf„-steig” oder haben auch das Wort „Panorama” im Namen. Trotzdem ist er mit 42 km und über 1300 Höhenmetern nicht zu unterschätzen. Die Gernsbacher Runde wurde bereits 2007 zum ersten Mal vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert. Die Tour beginnt in Gernsbach und führt auf die Berge im unteren Murgtal. Der Weg ist durch eine rote Blüte markiert.

Im April ging es für zwei Tage in das schöne Schwarzwaldtal mit Übernachtung etwa in der Mitte der Tour, in Weisenbach. Die Runde beginnt nicht direkt am Bahnhof in Gernsbach, sondern etwa 1,5 km entfernt am Parkplatz Laufbachtal, dem sogenannten „Portal Gernsbacher Runde”. Am Bahnhof selbst zeigt ein Wegweiser über die Gleise, den Weg zum Einstiegspunkt habe ich nur über den Track auf meinem GPS-Gerät gefunden, eine Zuwege-Markierung habe ich doch etwas vermisst.

Idyllisches Steintal, Ausblicke vom Lautenfelsen und ein Kunstweg

Der Himmel zeigte sich am ersten Tag leider von seiner bedeckten Seite, dafür war die Fernsicht recht gut.

Laufbach

Am Laufbach

Zu Beginn führt die Markierung vom Portal aus das Laufbachtal entlang des gleichnamigen Bachs hinauf nach Loffenau.Kurz vor dem Ort führt ein (nicht markierter) Pfad zu einer Brücke, von der man die Laufbachfälle erblickt.

Laufbach-Wasserfälle

Laufbach-Wasserfälle

In Kaskaden fällt das Wasser die Rinne hinab, zu früheren Zeiten stand nahe der Brücke eine Ölmühle, die das Gefälle nutzte.

Nach dem Verlassen des Ortes geht es auf einem Landwirtschaftsweg zur Illertkapelle. Auf dem Weg dorthin schweift der Blick bei guter Sicht über die Rheinebene bis zu den französischen Vogesen.

Blick auf Loffenau und über die Rheinebene bis zu den Vogesen

Blick auf Loffenau und über die Rheinebene bis zu den Vogesen

Im Jahre 1869 beschloss die Gemeinde Lautenbach den Bau dieser Kapelle, die 1960 renoviert und erweitert wurde. Hier blickt man über das Örtchen Lautenbach im Tal, bevor es auf einen schönen kleinen Pfad geht. Leider ist er viel zu kurz, gelangt man doch wieder auf einen Asphaltweg. Doch dann kommt man zu einer der schönsten Passagen der ersten Etappe, wie ich finde: dem idyllischen Steintal. Der kräftige Anstieg auf dem naturnahen Weg führt entlang des rauschenden Lautenbachs, die Hänge sind gesäumt von stark moosbewachsenen Felsen.

Der Lautenbach im Steintal

Der Lautenbach im Steintal

An Ahornwiese ist der Anstieg geschafft, eine Bank lädt zur kleinen Rast ein.

Doch die nächsten Höhepunkte lassen nicht lange auf sich warten, der Lochfelsen und vor allem der Lautenfelsen: Auf einem kleinen Felsenpfad gelangt man zu dem Aussichtspunkt, von dem man über das untere Murgtal mit Gernsbach und Gaggenau und in die Rheinebene hineinblickt.

Aussicht vom Lautenfelsen

Aussicht vom Lautenfelsen

Leider hatte ich nur wenige Minuten zur Verfügung, die Sicht in Ruhe zu genießen, den nun kam eine größere Damenwandertruppe vorbei, die auf der kleinen Kanzel ihre Mittagspause absolvierte.

Der weitere Verlauf des Wanderwegs führt nun eine längere Strecke auf breiten Forstwegen entlang. Unterhalb des Rockertkopfs führt ein schöner Pfad zur Elsbethhütte, auch hier nahm ich mir die Zeit, den Ausblick auf die Umgebung zu genießen und eine kurze Rast zu machen.

Elsbethhütte

Elsbethhütte

Leider ist der Pfad nicht sehr lang und schon geht es wieder auf einen Fahrweg, der zu den Alten Eichen führt. Ab jetzt geht es nur noch abwärts. Kurz vor Reichental erreicht man die Fatimakapelle, die im Jahre 1954 von Kriegsheimkehrern errichtet wurde.

Blick auf Reichental

Blick auf Reichental

Ab Reichental führt die Gernsbacher Runde nun auf dem Kunstweg am Reichenbach entlang. Einzelne Kunstobjekte stehen am Wegrand, einige auch innerhalb von ehemaligen Heuhütten, ein Blick hinein lohnt sich.

Kunst am Wegrand

Kunst am Wegrand

So gelangt man nach Hilpertsau. Dort wird die Murg überquert und auf einem kleinen Pfad geht es wieder aufwärts. Kurz darauf verließ ich den Wanderweg und wanderte nach Weisenbach, wo meine erste Etappe nach knapp acht Stunden endete.

Innehalten an der Antoniuskapelle und Aufstieg auf den Merkur

Der zweite Tag war wettermäßig konträr zum ersten Tag, strahlend blauer Himmel begrüßte mich am Morgen. Zu Beginn führt der Wanderweg auf einem schönen Pfad oberhalb von Hilpertsau entlang nach Obertsrot. Man blickt auch gleich auf das Schloss Eberstein, das ich später besuchte.

Aussicht auf Hilpertsau und Schloss Eberstein

Aussicht auf Hilpertsau und Schloss Eberstein

Sobald die Straße nach dem Sportplatz verlassen wird, geht es in ein stilles Seitental zur Antoniuskapelle. Es lohnt sich innezuhalten und den Vögeln und dem Rauschen des Wassers zu lauschen.

Antoniuskapelle

Antoniuskapelle

Nach einem Abstecher zum Schloss Eberstein …

Schloss Eberstein

Schloss Eberstein

… geht es auf einem Waldpfad zu einer ehemaligen Erzgrube, in dem einige Figuren aufgestellt sind. Hier führt auch der Gernsbacher Sagenweg vorbei und erzählt die Geschichte des ehemaligen Bergwerks.

Ehemalige Erzgrube

Ehemalige Erzgrube

Es geht nun immer bergan, nach einer Weile sieht man ins Murgtal hinab und auf den Merkurgipfel, bevor man den Pass am Müllenbild (Nachtigall) erreicht. Dort befinden sich Gaststätten und an einem schönen Sonntag ist hier einiges los. Im weiteren Verlauf des Weges geht es nun steiler aufwärts. Wenn man schließlich aus dem Wald herauskommt erblickt man erneut den Merkur mit seinem Turm.

Merkurblick

Merkurblick

Vorher gelangt man zum Binsenwasen, einige Bänke bieten sich zur Rast und Stärkung an, bevor man sich an den steilen Aufstieg auf den Merkur macht. Ob angekommen erwartete mich viel Trubel, gelangt man doch auch mit einer Bergbahn ebenfalls auf den Gipfel. Im Aussichtsturm befindet sich sogar ein Aufzug, mit dem man zur Plattform gelangt.

Aussicht vom Merkur-Turm auf Baden-Baden

Aussicht vom Merkur-Turm auf Baden-Baden

Mir persönlich war hier zu viel Trubel, also ging es nach einer kurzen Pause auch gleich weiter. Ab nun gehorcht man der Schwerkraft, denn die Wegmarkierung führt auf einem angenehmen Serpentinenpfad bergab. Nach dem Überqueren einer Straße geht es leider wieder auf einen breiten Teerweg, der oberhalb von Staufenberg entlang führt. Es gibt einige schöne Aussichtspunkte auf den Ort.

Blick auf Staufenberg und den Merkur

Blick auf Staufenberg und den Merkur

Ab dem Lieblingsfelsen (den ich leider nicht entdecken konnte) führt der Wanderweg noch über eine Schleife durch Streuobstwiesen.

Blick auf Gernsbach und die Murg

Blick auf Gernsbach und die Murg

Ab dem Rehazentrum führt die Markierung nun durch Gernsbach zum Bahnhof, an dem nach etwa sieben Stunden meine zweite Etappe endete.





3 Kommentare »

  1. Thomas — 13. Mai 2016 @ 20:27

    Habe nachdem lesen gleicht Lust bekommen. Die Germsbacher Runde zu machen. Danke fürs zeigen.

  2. Raphael T. — 10. Juni 2016 @ 13:38

    Sehr schöne Beschreibung und vor allem wunderschöne Bilder! Weiter so!

  3. Rico — 25. Juli 2016 @ 14:31

    Kann mich den vorherigen Kommentaren nur anschließen. Eine super Beschreibung und ausdrucksstarke Fotos. Das macht Lust auf die nächste Wandertour. Vielen Dank dafür. Ich freue mich sehr über diese Inspiration.

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