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Chris von: am: 14.11.2015
Autor(in):    |   14. Nov 2015   |    Kategorie: Baden-Württemberg,

Vulkane und Burgen im Hegau

Der Hegau liegt im Süden von Baden-Württemberg, nicht weit entfernt vom Bodensee, und weist einige markante Vulkankegel auf. Die beschriebene Streckenwanderung führt auf 13 km zu drei dieser ehemaligen Schlote, auf denen heute noch Burgruinen thronen. Der bekannteste dieser Berge ist der Hohentwiel bei Singen.

Die Tour beginnt am Bahn-Haltepunkt Mühlhausen. Dort geht es von Gleis 1 mit der gelben Raute links die Straße entlang Richtung „Hohentwiel/Singen”. Diesem Wegzeichen folgt man nun durch den Ort und hinauf zu einem Wegkreuz. Dort angekommen führt nun die grüne Raute weiter bergan zu einem Parkplatz auf der Anhöhe. Hier geht es rechts zur Burgruine Mägdeberg.

Burg Mägdeberg

Burgruine Mägdeberg

Mit der Errichtung der Burganlage wurde vermutlich im Jahre 1235 durch die Abtei Reichenau begonnen, die erstmalige urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1240. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Burg mehrmals die Besitzer und wurde zweimal zerstört und wiederaufgebaut. Der endgültige Abbruch der Burg Mägdeberg begann Anfang des 18. Jahrhunderts. Von dem Areal aus sehen wir bereits unsere nächsten Ziele: den Offerenbühl mit Gipfelkreuz und den markanten Hohenkrähen.

Nach der Besichtigung der Anlage geht es wieder hinab zum Wegkreuz und dort mit der grünen Raute nach rechts. Nach einem kleinen Anstieg bieten sich ein Abstecher hinauf auf den Offerenbühl an. Von dort schweift der Blick zurück zum Mägdeberg und über die Landschaft des Hegau.

Aussicht Offerenbühl

Wir wandern weiter auf dem markierten Wanderweg; das nächste Ziel, der Hohenkrähen, scheint bereits zum Greifen nah.

Wanderweg zum Hohenkrähen

Doch vorher geht es im Wald ein Stück abwärts zu einer Weggabel unterhalb des Bergkegels. Dort hält man sich links und gelangt nach einem kräftigen Anstieg auf einem gesicherten Steig zur Burg Hohenkrähen.

Burg Hohenkrähen

Burgruine Hohenkrähen

Der Hohenkrähen wurde wahrscheinlich schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt – darauf deuten archäologische Funde hin. Die Burg selbst wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Mitte des 15. Jahrhunderts wurden von ihr Raubzüge auf Schweizer Gebiet durchgeführt. 1512 wurde die Anlage schließlich nach einer dreitägigen Belagerung eingenommen und im Anschluss geschleift. Später wurde sie wieder aufgebaut, brannte aber im Dreißigjährigen Krieg 1634 nieder und ist seitdem Ruine. Auch von diesem Berg aus erblicken wir bereits das nächste Ziel der Wanderung: den Hohentwiel.

Nach der wohlverdienten Rast und dem Rundblick geht es wieder hinab zur Weggabel. Wir halten uns dort links Richtung „Hohentwiel/Singen”. Bevor es in den Wald hinein geht, lohnt sich ein Blick zurück zum Hohenkrähen. Es geht ein Stück an einer Straße entlang. Am Parkplatz bietet sich eine Einkehr im Hegauhaus an. Im weiteren Verlauf folgen wir aufmerksam unserer Markierung, der grünen Raute. Wir überqueren die Autobahn und laufen den Grasweg hinauf. Angekommen auf einem Fahrweg geht es mit der gelben Raute links zum Parkplatz unterhalb des Hohentwiels. Die Besichtigung der Festungsanlage auf dem Berg ist kostenpflichtig, die Eintrittskarte kann man im Museum (gegenüber vom Hotel/Restaurant) erwerben. Anschließend geht es den Asphaltweg hinauf, bis wir durch das Alexandertor die imposante Festungsanlage betreten.

Festung Hohentwiel

Festung Hohentwiel

Auf dem Hohentwiel, auch als „König der Hegauvulkane” bezeichnet, befindet sich eine der größten Festungsanlagen des Landes. Bereits im 10. Jahrhundert wurde eine Befestigung auf dem Berg erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Areal von den Württembergern zur Festung ausgebaut und wiederstand im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) fünf Mal einer Belagerung. Sie diente in der Folgezeit als Staatsgefängnis und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschleift. Vom Hauptmannsturm bietet sich ein toller Blick über die Region bis zum Bodensee und bei guter Sicht bis zu den Schweizer Alpen an.

Aussicht Hohentwiel

Am Hohentwiel befindet sich außerdem der höchstgelegene Weinberg Deutschlands.

Um nicht denselben Weg hinunterzugehen, lässt man kurz nach dem Alexandertor eine Abzweigung rechts liegen (von der man auf dem Hinweg gekommen ist) und folgt nun dem Fahrweg (gelbe Raute) geradeaus zurück zum Parkplatz. Unterwegs bietet sich bei einem Blick zurück eine schöne Sicht auf die Festungsanlage.

Festung Hohentwiel

Am Parkplatz geht es nun wieder mit der grünen Raute hinter dem Hotel/Restaurant die Stufen abwärts. Wir folgen dem Ludwig-Finckh-Weg nach Singen. Es geht die Straße hinunter und am Ende links zum Bahn-Haltepunkt Landesgartenschau, an der diese Wanderung endet.

Weitere Informationen
Der Einstiegs- und Endpunkt sind jeweils mit der Regionalbahn („Seehas”) zu erreichen, die zwischen Konstanz und Engen verkehrt. Wer mit dem Auto anreist, kann direkt am Haltepunkt Landesgartenschau parken und von dort zum Startpunkt in Mühlhausen mit der Bahn fahren. Einkehrmöglichkeiten bestehen zwischen dem Hohenkrähen und dem Hohentwiel im Hegauhaus und im Restaurant Hohentwiel. An der Festungsanlage selbst befindet sich ein Kiosk, in dem man auch Eintrittskarten erwerben kann. Wer mit dem GPS-Gerät unterwegs ist, kann den GPX-Track nutzen. Dort sieht man auch den Verlauf und das Höhenprofil der Strecke.





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