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Lisa von: am: 31.10.2014
Autor(in):    |   31. Okt 2014   |    Kategorie: Baden-Württemberg, Bundesland, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis,

Der Karlsruher Grat – ein Wandererlebnis im Nordschwarzwald

Panorama

Eine enge Schlucht, ein schroffer Grat und viel Schwarzwald vom Feinsten, das ist der Genießerpfad Karlsruher Grat. Hierbei handelt es sich um einen eigens vom Naturpark Schwarzwald ausgewiesenen Wanderweg. Die Beschilderung ist durchweg gut und die Wege sind gepflegt. Auf einer Strecke von gut 12 Kilometern gilt es, ca. 780 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg erfordert gerade am Grat Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, die ausgesetzten Stellen können aber auch umgangen werden, sodass der Weg auch für Familien mit Schulkindern gut zu bewältigen sein sollte.

Startpunkt Ottenhöfen

Aber fangen wir vorne an. Der Weg beginnt am Bahnhof in Ottenhöfen und führt zunächst hinauf zum Eichkopf (526 m). Dieser Wegabschnitt ist ideal um sich ein wenig warm zu laufen und die Vorfreude auf die anschließenden Wegabschnitte zu schüren. Vom Eichkopf wandert man dann über einen kleinen Serpentinenweg hinunter zum Edelfrauengrab.

Die Edelfrauengrab-Wasserfälle

Mystisch, ja geradezu sagenumwoben sind die Wasserfälle am Edelfrauengrab. Der Sage zu folge wurde dort die untreue und menschenverachtende Ehefrau des Ritter Wolf von Bosenstein bei Wasser und Brot in einer Höhle eingemauert.

Am Eingang sieht die Schlucht noch wenig verheißungsvoll aus. Zwischen dem Betriebsgelände eines Steinbruchs und einem ehemaligen Gasthaus startet der Weg entlang der Wasserfälle. Auf dieser Strecke gilt es, entlang des Gottschlägbaches 180 Stufen und 7 Kaskaden zu überwinden. Die Wege sind schmal aber gut ausgebaut und mit Geländern gesichert. Das Gottschlägtal ist in diesem Abschnitt jedoch tief und eng, sodass selbst im Hochsommer nur selten Sonnenstrahlen direkt hineinfallen. Aus diesem Grund sollte man für diesen Abschnitt selbst in der warmen Jahreszeit eine Jacke oder einen Pullover im Gepäck haben. Auch mit feuchten und glitschigen Wegen hat man in diesem Abschnitt zu kämpfen. Das zeigte sich schön, an der Gruppe, die vor uns ging und in Turnschuhen mehr rutschte als lief. Ich hatte jedoch den richtigen Riecher bewiesen und meine erst kürzlich beim Sporthaus Schuster erworbenen Wanderschuhe angezogen. Damit waren selbst die glitschigsten Stellen kein Problem.

Edelfrauengrab

Eine erfrischende Besonderheit

Hat man die zahlreichen Stufen überwunden, ist man auch schon fast am Ende der Schlucht angekommen. Ab hier führt ein zunächst breiter, bald deutlich schmaler werdender Wanderweg hinauf zum Karlsruher Grat. Unterwegs kommt man noch an einer Getränkestation vorbei. Das Ganze ist eine witzige Sache. In einem überdachten Brunnen stehen alkoholfreie und alkoholische Getränke, die man für einen kleinen Unkostenbeitrag erwerben kann. Die Station ist immer geöffnet, Personal gibt es keines, man bezahlt einfach, indem man den entsprechenden Betrag in eine Kasse wirft. Kleingeld mitnehmen! Der Erlös wird übrigens zur Erhaltung des Wanderwegs verwendet.

Getränkestation

Der Karlsruher Grat

Nachdem wir einige Zeit durch den herbstlichen Wald gewandert waren, standen wir plötzlich vor dem steil aufragenden Felsengrat. Zahlreiche Wanderschilder weisen hier darauf hin, dass sich ab hier die Schwierigkeit der Strecke erhöht. Wer auf dem eigentlichen Weg weitergehen will, sollte nebst gutem Schuhwerk auch ein wenig Mut und Trittsicherheit dabei haben, Wanderstöcke sind in diesem Abschnitt mehr hinderlich als hilfreich. Wem das jedoch zu abenteuerlich ist, kann ab hier auch der ausgeschilderten Umgehung folgen. Wir haben uns jedoch auf die Gratwanderung eingelassen und wurden dafür nicht nur mit leichter Kraxelei, sondern auch mit einem herrlichen Ausblick über das Tal belohnt. Der Karlsruher Grat ist immer wieder kurz unterbrochen und bietet somit auch die Möglichkeit zu verschnaufen oder eine Vesperpause einzulegen. Wie schwer dieser Abschnitt zu bewerten ist, hängt natürlich immer auch stark vom subjektiven Empfinden ab. Fest steht allerdings, dass man immer mal wieder auch die Hände einsetzen muss, um unwegsamere Passagen überwinden zu können. Wer gerne im alpinen Gelände wandert oder sogar klettert, wird sich hier absolut wohl fühlen.

am-Grat

Halbzeit…

Nach dem Grat wird das Gelände wieder gemäßigt. Gut die Hälfte der Strecke hat man an dieser Stelle bereits bewältigt, ein paar Höhenmeter müssen aber noch überwunden werden, bevor man das Bosensteiner Eck und somit den höchsten Punkt der Tour erreicht hat. Hier befindet sich auch das Gasthaus Bosenstein, die einzige Einkehrmöglichkeit an der Strecke. Mittwoch ist Ruhetag!

Ab hier wird der Weg gemütlich, überwiegend abfallend geht es zunächst in offenem Gelände an Weiden und Wiesen entlang zum Brennte Schrofen. Wer noch nicht genug Panorama abbekommen hat, kann das hier nachholen, denn der Ausblick ist bei guter Sicht einfach herrlich. Darüber hinaus gibt es hier eine kleine Schutzhütte, die regelrecht dazu auffordert die mitgebrachte Brotzeit zu verzehren. Der Rest des Weges läuft sich dann wie von selbst. Über breitere und schmalere Wanderwege gelangt man gemütlich auf den verbleibenden 3,5 Kilometern zurück zum Ausgangspunkt.

Infos und allgemeine Tipps

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dieser Wanderung um eine ausgeschilderte Rundtour. Somit sind Orientierung und Wegfindung recht einfach. Vorabinformationen gibt es beim Tourismusbüro in Ottenhöfen und im Netz. Trotz guter Beschilderung empfiehlt es sich, eine geeignete Wanderkarte mitzuführen. Die Karten vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg oder vom Kompassverlag sind hierzu bestens geeignet. Die An- und Abreise ist problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen PKW zu bewältigen. Wer nicht nur für einen Tag bleiben, sondern ein Wochenende oder die Ferien in dieser Region verbringen möchte, wird in und um Ottenhöfen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebote finden.

Was uns von dieser Runde bleibt…

Der Karlsruher Grat und auch die Edelfrauengrab-Wasserfälle sind für Groß und Klein ein echtes Erlebnis. Die Strecke ist nicht immer ganz leicht zu bewältigen, aber genau das bringt auch ein wenig Abwechslung. Die Landschaft ist einfach toll und an den ausgesetzten Punkten wird man immer wieder mit einer tollen Fernsicht belohnt. Wir hatten jedenfalls viel Spaß und können diese Tour nur empfehlen.

Schild





2 Kommentare »

  1. Hans-Joachim — 1. November 2014 @ 17:38

    Liebe Lisa, in den letzten Wochen bin ich mehrfach mit Freunden aus Karlsruhe im Ahrtal gewandert. Sie erzählten mir des öfteren vom Karlsruher Grat und luden mich ein, doch mal in den Süden zu kommen und mit ihnen die Tour zu machen. Und prompt postest Du hier eine Beschreibung dieser wunderschönen Strecke. Du hast recht anschaulich die Herausforderungen dieses Weges deutlich gemacht. Insgesamt eine packende Schilderung, die Lust macht, auch mal den Grat zu begehen. Danke.

    Hans-Joachim

  2. Lisa — 3. November 2014 @ 20:47

    Hallo Hans-Joachim,

    vielen Dank für dein positives Feeback. Es freut mich, dass dir mein Artikel gefällt. Falls du den Grat nicht ohnehin schon erklommen hast, viel Spaß bei deiner Tour.

    Viele Grüße
    Lisa

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