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Karin von: am: 25.05.2014
Karin Autor(in):    |   25. Mai 2014   |    Kategorie: Bayern, Events, Fachsimpeln,

Weit wandern. Sehr weit wandern. Sehr sehr weit.

Ja, ich weiß. Manche mögen mit den Schultern zucken, manche mich verrückt erklären, manche aber sind vielleicht auch schon mal soweit gewesen, einen Gedanken daran zu verschwenden, über seine Grenzen „zu gehen“. Es hat mich gejuckt und nun habe ich es geschafft: Meinen erster Wandermarathon!

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Es war auch mein erster Besuch im Naturpark Frankenwald, genauer gesagt in Oberfranken – das liegt im Norden von Bayern. Das darf man hier aber nicht so laut sagen. In Franken gibt es einen schönen Dialekt, den ich während der Wanderung ausgiebigst trainierte. So existiert etwa kein T (das wird wie D gesprochen) und auch kein P (das wird wie B gesprochen). G wird in CH (wie in „auch“) und das CK wird zu GG. „Sach mal, sollen wir den Babbdeller in den Sagg einbaggen? Oder so ähnlich…

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Idyllische Wanderlandschaft im Frankenwald

Schuld an allem ist Markus, Chef des Frankenwald Tourismus. Er organisiert den Wandermarathon mit seinem Team und unzähligen freiwilligen Helfern, Bürgern und Ehrenamtlern.  Er hat nicht locker gelassen, bis ich seine Einladung zum Marathon annahm. Und ich habe es nicht bereut!  Jetzt könnte die Geschichte schon zuende sein. Aber ich möchte Euch doch etwas neugierig machen, wie so ein Wandermarathon abläuft.

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Das ist Markus – der Orgaleiter.

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Und das ist sein Auto.

Mit seinem Marathon-Mobil war er einfach überall während der Wanderung im Einstatz, um zu motivieren und nach dem Rechten zu sehen.

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Sogar die Bundeswehr und Bürgermeister halfen bei der Pausenstation mit.

Wie er mir erzählte, wurde in den Wochen vorher die ganze Wegstrecke geplant, abgegangen und gerechnet, bis man genau auf die Marathon-Distanz kam – ok – ein wenig mehr- nämlich genau 43 km galt es zu bewältigen. Damit das Mensch überhaupt schafft, wurden unterwegs 15 Versorgungsstationen eingerichtet. Das war vom Feinsten und alles dabei:

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Mittagessen – drei verschiedene Gerichte – lecker!

Besonders ökologisch fand ich die Getränkeversorgung: Einmal erhielt man rote Becher, die man zusammen falten konnte. An den folgenden Stationen gab es dann immer Geränke in diese Becher hinein. Das hatte zur Folge, dass gar kein Müll anfiel und die Pfandflaschen nicht mitgenommen wurden (und dann auch nirgendwo am Wegesrand herum lagen). Eine super Idee!

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Natürlich gab es zwischendurch auch Müsliriegel, Schokolade, Kaffee und Kuchen —- und jede Menge Unterhaltung! Knapp 2o Erlebnisstationen lockerten die Runde auf, kein Wunder, dass die Zeit wie im Flug verging. Da war zum Beispiel die Grenze nach Thüringen, die man nur mit einem Visum und unter Kontrolle der Grenzsoldaten überschreiten durfte. Die Schlangen, die sich dort bildeten, erinnerten an die alten Zeiten der kontrollierten Grenzübergänge vor der Wende.

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Die Forstbehörde mit einer Vogel-Station, ein Heilwasser-Probierstand, eine Lama-Gruppe, historische Krieger und Waldweiber… toll, was die Menschen im Frankenwald hier auf die Beine gestellt haben!

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Bei den Waldweibern gab es Deftiges und jede Menge gute Laune

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So eine Bank hätte ich gerne in meinem Garten!

 

Und überall sah man nur fröhliche Gesichter! Denn bei dieser guten Versorgung und Unterhaltung kam noch ein prima Wanderwetter hinzu und eine sehr abwechslungsreiche Route, die ich Euch jetzt anhand von ein paar Fotos mal zeigen will.

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Ein paar Meter Straße waren auch dabei – aber diese führte zum Mittagessen!

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Der Frankenwald-Verein hat die Strecke unverlaufbar markiert .

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Am Vortag oder am Morgen hatte man sich die Starterunterlagen besorgt, die auch das Roadbook enthielt (Gibt es dafür keinen fränkischen Namen?). In diesem Flyer war die gesamte Strecke nebst Feinplanung dargestellt. So konnte man sehen, wo die Stationen waren und wo auch der Shuttlebus hielt, der verletzte oder schwache Wandersleut ein wenig des Weges transportierte.

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Hier geht´s los

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Frankenwald-Mädels teilen die Starterunterlagen aus

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Die Route auf einen Blick („Landkadde“)

Die über 450 Wanderer trafen sich morgens um 6 Uhr zu einem gemeinsamen Frühstück in der Turnhalle von Nordhalben.

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Von dort ging es dann um Punkt sieben Uhr los. Der Countdown wurde runter gezählt, aber eine Zeiterfassung gab es (Gott sei Dank) nicht. Denn dadurch wurde die Wanderung zu einem wirklich schönen Erlebnis ohne Zeitdruck und Wettbewerbstress.

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Die netten Bewohner winkten uns sogar vom Wegesrand aus zu und in Steinwiesen gab es eine extra Fanmeile!

 

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Natürlich war es am Anfang etwas eng, aber die Gruppe verteilte sich schnell und man hatte nach den ersten Kilometern nicht mehr das Gefühl einer Massenveranstaltung beizuwohnen. Das lag auch sicherlich an den kernigen Aufstiegen, die hier und da bewältigt wurden und die für manche Wanderer eine längere Verschnaufpause zur Folge hatte.

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Nach einem Knalleraufstieg sich im Spiegel anschauen – nicht für jeden ein Knaller 😉

Nach einigen Kilometern gab es auch die ersten „Verluste“ und „Fußbehandlungen“ am Wegesrand. Aber richtig schlapp machte niemand. Wir hatten sogar eine einbeinige Wandersfrau mit Protese dabei, die große Teile der Strecke mitwanderte. Alle Achtung!

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Bei Kilometer 32 fühlte ich mich noch wohl, aber wenig später fing es an, dass meine Füße in den Schuhen drückten. Heute weiß ich, dass ich dann die Schuhe hätte lockern sollen, damit die mittlerweile dicker gewordenen Füße mehr Platz gehabt hätten. Stattdessen hatte ich das ignoriert und bin weiter gewandert. Na ja- das Foto, wie meine Füße abends aussahen, erspare ich Euch… uiuiui.

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Zugegeben: Die letzten 4 Kilometer haben nicht mehr so ganz viel Spaß gemacht. Auch fing es dann noch an zu nieseln. Und die Müdigkeit setzte sich langsam durch. Aber dann war ich da: Nach rund 11 Stunden inklusive Pausen. Belohnt wurden wir mit einem tollen Abendessenbuffet in der Turnhalle, der Verlosung von Wandergewinnen und einigen netten Erinnerungsfotos. Alle waren ganz schön groggy, aber happy.

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Ich bin immer noch mehr als zufrieden – man kann es auch „begeistert“ nennen. Danke an das freundliche Frankenwald-Team, die engagierten Helfer und die netten Mitwanderer! Es war eine tolle Erfahrung und ein sehr schönes Erlebnis. Eine schöne Zusammenstellung von Erinnerungen gibt es hier: Wandervideo-Blog. Und wer dem Event gerne folgen möchte, tritt am Besten dem Wandermarathon-Fanclub bei.

 

 

 





2 Kommentare »

  1. Markus Franz — 4. April 2016 @ 12:42

    Toller Erlebnisbericht und jedes Jahr neu freut sich der Frankenwald auf viele begeisterte Marathon-Wanderer. Im Jahr 2016 wird rund um die Bierstadt Kulmbach gewandert. 2017 geht es dann in die fränkische Rennsteigregion.

  2. Karin
    Karin — 4. April 2016 @ 13:37

    Hallo Markus,
    das war ja auch ein toller Event! Viel Spaß Euch auch in diesem Jahr!
    Liebe Grüße,
    Karin

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