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Uwe Kiefer von: am: 6.07.2016
Uwe Kiefer Autor(in):    |   6. Jul 2016   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz, Saar-Hunsrück-Steig, Saarland, Traumschleife,

Kelten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Ein Jahr ist es schon her, da wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, am Pfingsten 2015, feierlich eröffnet. Grund genug ihn zu besuchen und was liegt näher, dies mit einer Wanderung zu verbinden. Traumschleifen, die durch den Nationalpark führen gibt es mittlerweile vier an der Zahl. Um einen historischen, kulturellen Einblick dieser bezaubernden Gegend zu erhalten, empfiehlt es sich die Dollbergschleife zu erwandern. Der Einstieg der Traumschleife liegt unmittelbar oberhalb der Köhlerhütte im Nationalparkdorf Neuhütten. Wir allerdings starten am Keltenpark vom Nationalparkdorf Otzenhausen. Einen Parkplatz, gebührenfrei 😆 finden wir an der L147 direkt am Keltenpark.

Tor zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Tor zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Vom Parkplatz aus überqueren wir die L147 und befinden uns am Keltenpark, hier beginnt auch unsere Wanderung. Eine Informationstafel des Nationalparks begrüßt uns und gibt erste Informationen über Landschaft und Geschichte des Nationalparks. Auf einem geschotterten Weg gehen wir dem Keltischen Ringwall -auch Hunnenring genannt- entgegen. Nach zweihundert Metern passieren wir den Mannfels, eine natürliche Abbruchkante des Dollbergs, den wir an der rechten Seite emporsteigen.

Mannfels

Mannfels

 

Aufstieg Mannfels

Aufstieg Mannfels

Auf steilem Pfad geht es nun bergauf. Der Pfad wechselt in einen Felsensteig über. Die Felsbrocken nutzen wir als Trittsteine, so geht es gemächlich den Kamm des Mannfels hinauf. 150 Höhenmeter liegen hinter uns, da erreichen wir einen Rastplatz mit einer Sinnesbank. Der Felsvorsprung ist übersät mit Steinmännchen und der Wald gibt den Blick ins Tal auf die Primstalsperre frei. Eine Wandergruppe aus Reinsfeld, hat sich gemütlich niedergelassen und genießen nicht nur den Ausblick ins Tal. 😆

Steinmänncher auf dem Mannfels

Steinmänncher auf dem Mannfels

 

eine Wandergruppe bei der Rast

eine Wandergruppe bei der Rast

Wir werfen nochmals einen Blick auf die Talsperre und nehmen unseren Weg wieder auf. Der schmale Pfad führt uns auf und ab durch den herrlichen, urwüchsigen Wald. Nach einer Weile erblicken wir links neben dem Pfad, in einer Senke, runde Holzpflöcke und Mauerreste. Die hier aufgestellte Schautafel erklärt uns, dass hier eine Toranlage der keltischen Höhenburg stand.

Blick ins Tal Primstalsperre

Blick ins Tal Primstalsperre

 

Toranlage Ringwall

Toranlage Ringwall

Nach der Besichtigung der Toranlage geht es weiter unserem nächsten Etappenziel, den Ringwall, entgegen. Mit einem Schwenk nach Rechts steigt der Naturpfad wieder steiler an und führt uns zu einer Quelle unterhalb der Höhenburg. Diese ist eingefasst und wird von einem Relief gekrönt.

Quelleneinfassung am Ringwall

Quelleneinfassung am Ringwall

 

Keltische Skulpuren

Keltische Skulpuren

Unser Weg führt rechts an der Quelle vorbei, bergauf zu einer Waldlichtung. Dort finden wir mannshohe Skulpturen auf einer Wiese verstreut stehen. Diese Skulpturen sind Nachbildungen keltischer Originale, wobei die künstlerische Muse des Bildhauers eine tragende Rolle spielte. 😉 Nichtsdestotrotz eignen sich einige von ihnen vorzüglich als Rastplatz, wie mein Wanderfreund Maurice hier demonstriert.

meine Wanderbegleitung

meine Wanderbegleitung

Unmittelbar nach der Lichtung mit den Skulpturen, erreichen wir das imposante Bauwerk aus der Zeit der gallischen Kriege um 70 v Chr., oder vielmehr was davon noch übrig ist. Noch heute türmen sich die Steinmassen 12m hoch, die gesamte Anlage ist 2200m lang und lässt erahnen was für eine Befestigungsanlage hier stand. Nach neusten Erkenntnissen handelt es sich womöglich um ein Oppidums eines treverischen Fürsten. Es nützt nichts, der Pfad führt direkt über diesen Steinwall, wir müssen rüber. Eingelassene Steinbrocken dienen als Treppe und erleichtern uns die Überquerung des Walls.

am keltischen Ringwall Hunnenring

am keltischen Ringwall Hunnenring

Auf dem Wall haben wir einen herrlichen Fernblick über den Nationalpark. Nach einer Verschnaufpause geht es den Wall hinunter wo der Pfad auf einen Waldweg mündet.

Blick in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Blick in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

 

Keltischer Ringwall Hunnenring

keltischer Ringwall Hunnenring

Auf dem gut befestigten Waldweg gehen wir dem höchsten Punkt der Wanderung entgegen. Zuvor durchwandern wir wieder auf einem Naturpfad den urwüchsigen Wald, der sich selbst überlassen bleibt. Umgestürzte Bäume reihen sich in den Kreislauf der Natur ein und bieten Pflanzen und Tieren neuen Lebensraum.

dem Dollberg entgegen

dem Dollberg entgegen

 

durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

 

willkommen in der Wildnis

willkommen in der Wildnis

 

auf verschlungen Pfaden

auf verschlungen Pfaden

Bäume die immer wieder den Weg versperren, wurden von Rangern bei Seite geschafft und der Natur überlassen. Auf den Höhen des Dollberges wurde der Pfad sumpfiger, sodass wir einige Stellen durch den Wald umgingen. Nach 4km Wanderstrecke erreichen wir die höchste Erhebung im Saarland, den Dollberg 695,4m ü. NN. Mein GPS zeigt 694m an, ich würde sagen, das liegt noch im Toleranzbereich. 🙄

Am Gipfel, höchste Erhebung im Saarland

Am Gipfel, höchste Erhebung im Saarland

Der Wald lichtet sich etwas und die Sonne lässt sich ab und zu durch die Wolken blicken. Ohne Steigung auf ebenem und nun trockenen Pfad machen wir uns auf den Weg nach Rheinland-Pfalz. Die Grenzsteine am Wegesrand deuten daraufhin, dass wir die Landesgrenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz passieren.

Grenzweg im Nationalpark

Grenzweg im Nationalpark

Gute 2 Stunden sind wir unterwegs, da öffnet sich der Wald und ein Wiesenhang trat hervor. An der linken Seite sehen wir einen Schlepplift, wir haben das Wintersportgebiet am Dollberg erreicht. Rechst neben der Piste gehen wir den Hang hinunter, an der Skihütte des hiesigen Skiclubs vorbei, bis uns eine Hinweisschild die Köhlerhütte ankündigt. Hier machen wir eine Rast bei einem kühlen Weisbier (alkoholfrei) 😕 Die Köhlerhütte ist ganzjährig bewirtet und liegt unmittelbar am Ortsrand von Neuhütten.

Wintersportgebiet am Dollberg

Wintersportgebiet am Dollberg

 

Köhlerhütte im Nationalpark-Dorf Neuhütten

Köhlerhütte im Nationalpark-Dorf Neuhütten

Nach einiger Zeit geht es frisch gestärkt weiter, -hier befindet sich auch der offizielle Startpunkt der Traumschleife. Ein Weg, der am Ortsrand von Neuhütten vorbei führt, bringt uns zur L147, hier in Rheinland-Pfalz L166, die wir überqueren.

Startpunkt der Traumschleife

Startpunkt der Traumschleife

Auf der anderen Seite der Landstraße geht es auf einem Pfad weiter, bis wir das Tal der Altbach erreichen. Der Altbach und die Prims speisen die Talsperre bei Nonnweiler, an dieser führt der Wanderweg entlang. Doch zuvor überqueren wir den Altbach und folgen seinem Verlauf. Dichtes Buschwerk und Gesträuch säumen den Bachlauf und Pfad.

Abstieg ins Altbachtal

Abstieg ins Altbachtal

 

Blick in den Hochwald

Blick in den Hochwald

 

im Altbachtal

im Altbachtal

 

die Altbach

die Altbach

 

im Dschungel

im Dschungel

Am Ende dieses Parkours geht es auf befestigten Waldweg an einem Weiher vorbei, kurz danach treffen wir auf den Züscher Hammer, ein weiteres Highlight auf der Traumschleife. Hier stand im 17. Jahrhundert die größte Eisenverhüttungsanlage im Hunsrück. Das mit Wasserkraft betriebene Hammerwerk ist jeden 1. Samstag und Sonntag im Monat zu besichtigen.

am Züscher Hammer

am Züscher Hammer

 

historische Eisenhütten-Werk

historische Eisenhütten-Werk

 

der Züscher Hammer

der Züscher Hammer

 

der Primstalsperre entgegen

der Primstalsperre entgegen

Wir verlassen die historische Stätte der Eisengewinnung und wandern auf ebenem Pfad mit dem Altbach, welche wir nochmals überqueren, der Primstalsperre zu. Langsam wachsen die Ausmaße der Altbach und der erste Ausläufer der Talsperre ist zu erkennen. Eine Hinweisschild macht uns aufmerksam, dass wir uns in einem Trinkwasserreservoir befinden und gibt Verhaltensregeln vor. Wir wandern auf dem Rundweg der Talsperre in Richtung Damm, er liegt zwar nicht auf der Strecke aber wir nehmen den kleinen Umweg in Kauf, um am Kiosk neben dem Staudamm eine Rast einzulegen.

Bachüberquerung

Bachüberquerung

 

Wasserfall

Wasserfall

 

erster Ausläufer der Primstalsperre

erster Ausläufer der Primstalsperre

 

kein Pipi in den See machen

kein Pipi in den See machen

 

Primstalsperre

Primstalsperre

 

Primstalsperre

Primstalsperre

Die kleine Erfrischung tat uns gut und so gehen wir zurück auf unsere Traumschleife, die nun mit leichtem Anstieg uns zum Parkplatz, unserem Startpunkt, führt. Am Wegesrand entdeckte ich noch eine kleine Krabbenspinne bei der Arbeit. Am Ziel angekommen nehmen wir uns etwas Zeit zur Besichtigung des Keltendorfes, das erst kürzlich geöffnet hat. Offizielle Eröffnung und Einweihung ist am 23. und 24.Juli 2016.

Krabbenspinne bei der Arbeit

Krabbenspinne bei der Arbeit

 

Endspurt

Endspurt

 

Keltenreich

Keltenreich

 

Keltenarena

Keltenarena

 

Keltendorf

Keltendorf

 

Palisaden

Palisaden

 

Schmiede

Schmiede

 

Stallung und Vorratshaus

Stallung und Vorratshaus

 

Vorratshaus mit Viehgatter

Vorratshaus mit Viehgatter

 

Wohnhaus

Wohnhaus

 

Stallung

Stallung

 

Backhaus und Schmiede

Backhaus und Schmiede

 

im Keltendorf

im Keltendorf

 

Toranlage Keltendorf

Toranlage Keltendorf

So, nun sind wir am Ende unserer Wanderung angekommen, ich hoffe, dass ich Euch meine Heimat etwas näher gebracht habe. Die Traumschleife hat eine Länge von ca.12km, mit dem Abstecher zum Staudamm haben wir eine Strecke von 13,5km zurückgelegt. Jeden Sonntag um 13.00Uhr findet eine 2-3 stündige Rangertour (Keltentour) am Keltenpark statt. Mehr Informationen findet ihr auf der Homepage des Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Viel Spaß beim Erwandern der Dollbergschleife wünscht euch

Uwe





5 Kommentare »

  1. Christian — 12. September 2016 @ 15:23

    Wow tolle Tour besonders gut hat mir der keltischen Ringwall gefallen. Normalerweise bin ich mehr im Winter im Schnee unterwegs aber dies Tour mache ich vielleicht auch nächsten Sommer. 😀

  2. Alex — 27. September 2016 @ 22:00

    Schöner Bericht, sehr gute Bilder. Irgendwie hat mein Browser ein paar Probleme die große Bildvorschau wieder klein zu machen.

    Gruß
    Alex

  3. Julius Klein — 12. Oktober 2016 @ 07:46

    Sehr viele schöne Bilder zu einem meiner Lieblingswanderwege.
    Bin aus der Nähe von Homburg, wo es leider solche tollen Wege nur wenig gibt. Deshalb komme ich regelmäßig hochgefahren um im wunderschönen Hochwald eine Tageswanderung zu machen.
    Liebe Grüße!

  4. Igor Gorpinich — 26. November 2016 @ 10:46

    EMPFEHLENSWERT!
    Very nice guided tour, I recommend it to everyone who wants to know more about nature of Germany, celts, and just spend time in a nice way.
    Ranger of the Keltenwanderung is a very friendly, professional and interesting guide. Time passed too fast but I hope to come back to take a guided tour in the nature park!

  5. Vogesenchalet — 27. Juni 2017 @ 13:15

    Vielen Dank für den interessanten Artikel.

    Erstaunlich, wie sich die Überbleibsel der Kelten auf den Bildern des Artikels und den Bildern meines Blogs ähneln.

    Die guten Nachbildungen gibt es in den Vogesen bei Saint Dié im Camp Celtique de la Bure nicht, aber interessante Ausgrabungen, sowie Informationen auf zahlreichen Erläuterungstafeln.

    Einige Relikte kann man im Musée Pierre-Noël besichtigen.

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