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Uwe Kiefer von: am: 15.06.2016
Uwe Kiefer Autor(in):    |   15. Jun 2016   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Mosel-Saar, Saar-Hunsrück-Steig, Saarland, Traumschleife,

Der Berg ruft, die Litermont Gipfeltour!!!

Im tiefen Saarland, unweit der Hütten-Stadt Dillingen, liegt der Ort Nalbach am Fuße des Litermont, ein Höhenzug von 414 m ü NN. Oberhalb von Nalbach direkt am Litermont, befindet sich ein großer Wanderparkplatz. Der Weg dorthin ist vom Orts-Verkehrskreisel gut beschildert. Am Parkplatz angekommen zeigt uns ein Kobold den Weg zum Einstieg. Verschiedene Hinweisschilder am Tor der Traumschleife Litermont-Gipfeltour, ein Rundwanderweg des Saar Hunsrück-Steigs, weisen uns darauf hin, festes Schuhwerk ist ein Muss. Das Schild mit den durchgestrichenen Stöckelschuh ist eindeutig. 😉

Einstieg zur Traumschleife Litermont Gipfel-Tour

Einstieg zur Traumschleife Litermont Gipfel-Tour

Auf einem etwas breiteren Pfad, geht es durch lichten Laubwald leicht bergauf. Das zarte Grün der Bäume weckt unsere Lebensgeister und wir gehen strammen Schrittes unseren Weg.

Wanderweg

Wanderweg

Wir sind noch nicht richtig warm geworden, da bietet sich uns die erste Rastmöglichkeit. Eine Sitzprobe auf der originellen Ruhebank in der wärmenden Sonne sei uns gegönnt. Weiter geht es auf ebenem Waldweg über einen kleinen Steg. Wir befinden uns im Quellbereich der Etzelbach, die in einem hohen Buchenwald entspringt.

Quelle

Etzelbach-Quelle

Nach 1 km blicken wir in ein Tal und entdecken dort einen Steg, der quer durch dieses führt. Ein großes hölzerne Schild mit der Aufschrift Froschparadies, lässt auf interessante Beobachtungen hoffen. Auf schmalen Pfad geht es nun bergab, bis die Talsohle erreichen ist. Dort finden wir eine Informationstafel vor, die Auskunft gibt, dass wir hier ein geschütztes Biotop vor Augen haben. Der vorgegebene Weg soll nicht verlassen werden um die Natur nicht zu stören, selbst verständlich halten wir uns dran.

Froschparadies

Froschparadies

 

das Tor zum Froschparadies

das Tor zum Froschparadies

 

der Froschkönig

der Froschkönig

 

Blick ins Froschparadies

Blick ins Froschparadies

 

Steg im Froschparadies

Steg im Froschparadies

 

auf verschlungenem Pfad durchs Froschparadies

auf verschlungenem Pfad durchs Froschparadies

 

Wasserfrosch auf der Lauer

Wasserfrosch auf der Lauer

 

Bergmolch beim Sonnenbad

Bergmolch beim Sonnenbad

Lautstark verkünden die Bewohner des Biotops wer hier das Sagen hat, zu sehen war allerdings keiner. So beschließen wir eine kleine Rast für Beobachtungen einzulegen, mit Erfolg. Nicht lange lassen die Bewohner auf sich warten. Ein Bergmolch liegt wie versteinert auf einem Steinbrocken und geniest sichtlich sein Sonnenbad. Bald taucht auch ein Chormitglied auf und stimmt kräftig in den Froschquak-Gesang der Anderen ein. Allzu lange haben wir dem Konzert gelauscht, bis wir wieder unseren Weg aufnehmen. Steil geht es aus dem Tal hinauf, wo wir unseren alten Waldpfad wieder finden. Im Schatten der Bäume lässt sich vorzüglich wandern, immer der Wegeführung folgend, gelangen wir an eine Mariengrotte die zum Verweilen einlädt. Wir allerdings gehen nach kurzer Besichtigung der Grotte weiter.

Mariengrotte

Mariengrotte

Kurz danach quert der Wanderweg eine befestigte Straße und passiert einen Waldparkplatz, der auch als Einstieg zur Traumschleife dient. Ohne Steigung und Gefälle geht es durch ursprüngliche Vegetation. Steg und Pfad wechseln sich in diesem sumpfigen Teil der Wanderung ab.

sumpfige Wegstrecke

sumpfige Wegstrecke

 

Wandersleute bei der Erfrischung

Wandersleute bei der Erfrischung

 

Bachüberquerung

Bachüberquerung

Nach der letzten Bachüberquerung auf dieser Teilstrecke, geht der dichte Mischwald in eine lichte Buschlandschaft über. Auf einer freien Stelle wecken seltsame Kästen unser Interesse. Bei genauer Betrachtung erkenne wir schnell, dass es sich um Bienenstöcke handelt. Wir wollen das emsige Treiben des munteren Völkchen nicht stören und ziehen weiter des Weges. Wir haben schon 4km der Strecke hinter uns gebracht, da öffnet sich ein Hochplateau und bietet uns eine Fernsicht weit ins Saarland hinein.

durch lichtes Buschwerk

durch lichtes Buschwerk

 

unterwegs auf dem Hochplateau

unterwegs auf dem Hochplateau

Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägte, die immer wieder von Streuobstwiesen und Büschen unterbrochen wird.

Streuobstwiese

Streuobstwiese

Schon wird es uns in der Mittagssonne zu warm, als wir einen kühlenden Wald erreichen. Zwischen Laub- und Fichtenbäumen schlängelt sich der Pfad hindurch, an Überresten des Westwalls -Relikt aus einer nicht so rühmlichen Zeit- vorbei.

Überreste vom Westwall

Überreste vom Westwall

1,5 Stunden sind nun vergangen, da erreichen wir das Naherholungsgebiet Klingelborn. Hier sind ein Wassertretbecken, Grillplatz und Spielplatz eingerichtet. Eine Quelle die Namensgeber des Gebietes ist, liegt unmittelbar daneben, der Klingelborn. Reges Treiben herrscht auf dem Platz, wo Familien den Grillplatz nutzen und Kinder spielend die Umgebung erkunden. Nach einer Erfrischung an der kühlen Quelle schwenken wir auf den Pfad ein. Dieser führt treppenartig in ein Tal hinab.

Bunker mit Quelle

Quelle Klingelborn

 

bergab ins Tal

bergab ins Tal

 

immer dem Bachlauf nach

immer dem Bachlauf nach

Ein kleiner Rinnsal wird unser Begleiter und gibt die Wegstrecke vor. Mehrmals führen Stege über ihn. Der Wald wird immer dichter und nimmt den Charakter eines Urwaldes an.

im tiefen Forst

im tiefen Forst

 

verwunschene Bachtäler

verwunschene Bachtäler

Immer weiter geht es bergab und immer wieder sind Treppenstufen und Trittsteine hilfreiche Unterstützungen, die das Wandern erleichtern.

durch urwüchsigen Wald

durch urwüchsigen Wald

Am Ende des Parcours erwarten den Wanderer einen Marienschrein der liebevoll mit Blumen und mit Kerzen geschmückt ist. Die Kerzen sehe ich allerdings mitten im Wald mit skeptischem Auge. Nun wollen wir aber den Gipfel erklimmen und schreiten auf flotter Sohle durch einen Buchenhallenwald dem Aufstieg entgegen.

Marienschrein

Marienschrein

 

Buchenhallenwald

Buchenhallenwald

Die halbe Strecke liegt nun hinter uns, so treffen wir auf einen freien Platz mit Holzskulpturen. Einige Wanderfreunde nutzen diese als Ruhebank und dösen in der Sonne vor sich hin. Ich konnte in Erfahrung bringen, dass es sich hier um eine Waldbibliothek handelt, was auch immer das sein mag. 😥 Wir gönnen uns keine Pause und wollen nur noch auf den Gipfel. Der Pfad steigt nun merklich an, windet sich serpentinenartig in die Höhe.

Waldbibliothek

Waldbibliothek

 

erste Aussicht übers Saarland nach Frankreich

erste Aussicht übers Saarland nach Frankreich

Die erste Fernsicht bis nach Frankreich bietet sich uns und immer weiter geht es, Höhenmeter um Höhenmeter. Wieder kommen wir an einem Relikt des Westwalls vorbei. Ein Hinweisschild gibt uns kund, dass wir nun auf dem Maldix-Wilderer-Trail wandern, ein schmaler Pfad der uns zum Gipfel führt.

auf dem Maldix-Wilderer-Trail

auf dem Maldix-Wilderer-Trail

Der Wald wird wieder dichter und immer steiler steigt der Pfad an, nun bieten sich zwei Möglichkeiten an, den Gipfel zu erreichen. Die Wegeführung teilt die Strecke in leicht und schwer, wir entscheiden uns natürlich für schwer. 😳 Nach einiger Zeit sehen wir ein Schild mit der Aufschrift Felsen-Steig -auf was haben wir uns da eingelassen- es hilft nichts rauf müssen wir und so quälen wir uns Meter um Meter voran. 😕

 

wer die Wahl hat: Anstieg leicht oder schwer

wer die Wahl hat: Anstieg leicht oder schwer

 

am Felsensteig

am Felsensteig

 

Fernsicht übers Saarland nach Frankreich

Fernsicht übers Saarland nach Frankreich

Auf einem kleinem Vorsprung verweilen wir und genießen den herrlichen Ausblick. Jetzt kommt das, was das Schild schon angekündigt hat -klettern-. Hände und Füße sind im Einsatz, um sicheren Halt zu finden. Langsam und behäbig steigen wir den Felsen-Steig empor. Die Bäume und das Gebüsch lassen schon einmal einen Blick auf das Gipfelkreuz zu. 😛

Beginn des Austiegs

Beginn des Aufstiegs

 

der Aufstieg

der Aufstieg

 

der erste Blick auf den Gipfel

der erste Blick auf den Gipfel

 

Klettersteig zum Gipfel

Klettersteig zum Gipfel

Die Kletterhilfe, ein gespanntes Seil neben dem Pfad, nehmen wir gerne in Anspruch. Vorbei an der Himmelsleiter, eine Abkürzung der Wanderstrecke, geht es weiter hinauf. Der Gipfel ist schon zum Greifen nah, noch ein paar Meter und wir haben es geschafft. 😆

an der Himmelsleiter vorbei

an der Himmelsleiter vorbei

 

Aufstieg, das Gipfelkreuz im Blick

Aufstieg, das Gipfelkreuz im Blick

 

bald ist es geschafft

bald ist es geschafft

 

Blick nach Frankreich

Blick nach Frankreich

 

Rast im Schatten des Gipfels

Rast im Schatten des Gipfels

 

am Gipfelkreuz

am Gipfelkreuz

 

Blick übers Saarland

Blick übers Saarland

 

Litermont Gipfelkreuz

Litermont Gipfelkreuz

Wie ihr sehen könnt, war die Mühe es wert und ganz so schlimm war es auch nicht, mit dem Quälen. 😉  Wir verbringen einige Zeit am Gipfel und können nicht genug bekommen von der grandiosen Aussicht. Der Blick schweift über das Saarland bis nach Frankreich. Das Wetter könnte nicht besser sein für diese Fernsicht. Gestärkt geht es nun an den Abstieg, zuvor ist der Weidendom und ein optischer Telegrafenturm -dieser ist ein Nachbau am originalem Standort- unsere Aufmerksamkeit wert.

Weidendom am Litermont

Weidendom am Litermont

Links vom Weidendom führt uns der Pfad in einen Buchenwald. Mit leichtem Gefälle schlängelt er sich talwärts, an bizarren Felsformationen vorbei. Mondsteine werden diese Felsblöcke genannt, lesen wir auf der Informationstafel die am Wege steht. Mein GPS zeigt 7,5km an, da sehen wir ein Felsgebilde, mit interessanter Form. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Kultplatz der Kelten. Ich vermute, dass dies eine Opferstelle war, wo die Kelten ihre blutrünstigen Rituale vollzogen. 😈 Direkt in der Nachbarschaft des Kultplatzes liegt das Naturdenkmal „Grauer Stein“ den wir auch in Augenschein nehmen.

Mondsteine

Mondsteine

 

Keltischer Kultplatz

Keltischer Kultplatz

 

Naturdenkmal Grauer Stein

Naturdenkmal Grauer Stein

Weiter geht es nun auf einem breiteren Waldweg durch hohen Buchenwald, an einem Rastplatz vorbei, der Teufelsschlucht entgegen. Zuvor passieren wir die Stelle an der die Himmelsleiter von oben einherkommt und auf unseren Wanderpfad mündet. Steil bergab geht es in die Teufelsschlucht, wieder ist uns ein gespanntes Seil eine gute Hilfe. Unten angekommen begrüßt uns der Teufel höchstpersönlich in Form einer holzgeschnitzten Figur.

Rastplatz mit Schutzhütte

Rastplatz mit Schutzhütte

 

Rastplatz am Fuß der Himmelsleiter

Rastplatz am Fuß der Himmelsleiter

 

in der Teufelsschlucht

in der Teufelsschlucht

Die Schlucht mit ihren nach oben ragenden Felsen ist nicht allzu lang und wir verlassen diesen düsteren Ort der Finsternis. 👿 Nach diesem steilen Abstieg endet auch schon unsere Wanderung im Geschichtspark, wo landwirtschaftliche Alltagsgegenstände von anno dazumal zu besichtigen sind.

landwirtschaftliche und häusliche Alltagsgegenstände anno dazumal

landwirtschaftliche und häusliche Alltagsgegenstände anno dazumal

 

Am Ziel angekommen

Am Ziel angekommen

Ich hoffe, Eure Wanderlust geweckt zu haben. Zu der Strecke sei noch gesagt, sie ist ca.10km lang, ist ein Rundwanderweg mit teils steilen Passagen, festes Schuhwerk sollte man schon anhaben. Marschverpflegung mit ausreichend zu trinken empfehle ich jedem. Rastmöglichkeiten gibt es genügend. Kinder (ab 4 -5 Jahre) werden ihre helle Freude haben. Das Deutsche Wanderinstitut hat diesen wunderschönen Wanderweg mit 89 Erlebnispunkte gekürt und dies vollkommen zu Recht.

Auf was warte Ihr noch? Auf zur Litermont Gipfel-Tour!!! Alle Toureninfos findet Ihr hier

Es grüß Euch

Uwe

 

 





3 Kommentare »

  1. Hans-Joachim
    Hans-Joachim Schneider — 15. Juni 2016 @ 21:23

    Schöne Gegend, schöne Bilder, schöner Bericht: Will ich auch hin.

  2. Catherine — 16. Juni 2016 @ 07:55

    Auf was warte ich noch? Auf besseres Wetter 🙂

  3. M.D.
    M.D. — 17. Juni 2016 @ 07:15

    Der Weg ist toll! War glaub ich so ziemlich die erste Traumschleife die ich gegangen bin.
    Da braucht sich das Saarland gar nicht vor RLP zu verstecken, was Wanderungen angeht.
    Damals habe ich aber noch keinen Bericht drüber geschrieben, das hab ich erst beim Litermont-Sagenweg gemacht (der ebenfalls sehr schön ist): http://www.wanderreporter.de/2012/09/03/der-litermont-sagenweg-mutproben-und-stollenerlebnis/
    Und wenn ich grad dabei bin, die saarländ. Wege zu loben, muss ich noch die Dollbergschleife erwähnen, über die ich aber komischerweise gar nicht berichtet habe.

    Ich scharre mit den Hufen, dass ich d..J. endlich auch mal zum wandern (und berichten) komme. Der Juni geht dem Ende zu und ich bin noch keinen Meter gegangen. Ich hoffe mal, dass es i-wann noch ein regenfreies WE gibt und ich los kann… :-/

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