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Uwe Kiefer von: am: 14.04.2016
Uwe Kiefer Autor(in):    |   14. Apr 2016   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz, Saar-Hunsrück-Steig, Traumschleife,

Märchenhafte Traumschleife Frau Holle

Frau Holle, so heißt eine Felsformation am Anfang des Wadrilltals gelegen, unweit der Naturparkgemeinde Reinsfeld (VG-Hermeskeil). Woher der Name Frau Holle herrührt -der auch Namensgeber der Traumschleife Frau Holle des Saar-Hunsrück-Steigs ist-, lässt sich nur vermuten. Einer germanischen Sage nach, sollen in der Felsformation die Augen von Frau Holle zu sehen sein. Naja, ich habe keine gesehen, vielleicht liegt es auch an dem Metkonsum der Germanen, der ihre Fantasien beflügelte.

Das Tor zur Frau Holle

das Tor zur Frau Holle

Direkt am Start- und Zielpunkt des Rundwanderweges, liegt unterhalb der Hunsrückhöhenstraße L407 ein recht gut befestigter Parkplatz. Bei moderaten Temperauren von 12°C ging es auf die Strecke. Die Wegeführung ist übersichtlich und gut auffindbar angebracht. Unmittelbar nach der Felsformation, die wir linker Hand passieren, tut sich eine Weggabelung auf. Wir folgen der rechten Abzweigung und überqueren das Flüsschen Wadrill auf einer Steinbrücke.

Wadrillüberquerung mit Blick ins Wadrilltal

Wadrill-Überquerung mit Blick ins Wadrilltal

Die Sonne kämpft noch mit dem Morgennebel, der sie milchig über den Baumwipfeln erscheinen lässt. Mit ungetrübter Laune gehen wir weiter des Weges, bis dieser links in den Wiesengrund des Tales mündet. Gingen wir bisher auf festem Waldweg, so wechselt er nun in einen Pfad, der uns zu einem Holzsteg führt, wo wir die Wadrill wieder überqueren.

Holzsteg über die Wadrill

Holzsteg über die Wadrill

Wir folgen dem Pfad, der kurz nach der Überquerung rechts auf einen Waldweg führt. Nach 200 m verlassen wir diesen und schwenken nach links wieder auf einen Pfad ein.

Waldweg im Wadrilltal

Waldweg im Wadrilltal

Nun geht es leicht bergauf dem höchsten Punkt der Wanderung entgegen. Fichtenwald und Mischwald lösen sich stetig ab und lassen öfters an Lichtungen den Blick über den Hochwald zu.

durch urwüchsigen Wald

durch urwüchsigen Landschaft

 

Aufstieg zum höchstgelegenen Punkt am Taubenberg

Aufstieg zum höchstgelegenen Punkt am Taubenberg

Stellenweise ist der Pfad witterungsbedingt etwas matschig, jedoch lassen sich diese Stellen gut umgehen. Endlich hat die Sonne ihren Kampf gegen den Nebel gewonnen und merklich steigt auch die Temperatur. Weiter geht es immer noch bergauf, an Pferdekoppeln (ohne Pferde) vorbei, durch abwechslungsreiche Landschaft.

Blick über den Hochwald

Blick über den Hochwald

 

an Pferdekoppeln vorbei

an Pferdekoppeln vorbei

Immer steiler steigt der Pfad an, bis wir nach 1,5km den höchsten Punkt unserer Wanderung erreichten. Doch zuvor passierten wir zwei Waldwirtschaftswege.

Aufstieg am Taubenberg

Aufstieg am Taubenberg

 

durch Fichtenwald

durch Fichtenwald

Unser stetiger Begleiter seit Beginn der Wanderung, ist der Saar-Hunsrück-Steig mit seinen Teiletappen 7 und 8 vom Grimburger Hof nach Nonnweiler. Oben angekommen gönnen wir uns eine kleine Erfrischung, Rastmöglichkeiten gab es bis jetzt ausreichend.

höchster Punkt der Wanderung mit Rastplatz

höchster Punkt der Wanderung mit Rastplatz

Wir nehmen unseren Weg wieder auf und folgen dem Pfad durch lichtes Laubgehölz. Die Bäume und Büsche liegen noch im Winterschlaf, nur vereinzelt schauen junge Triebe im Geäst hervor und kündigen den Frühling an. Wir erreichen eine Lichtung und schauen ins Lauschbachtal, wo wir unsere Wanderung fortführen, doch zuvor lenkt uns der Pfad in einen dunklen Forst.

Blick ins Lauschbachtal

Blick ins Lauschbachtal

Von einem Holzabfuhrweg, den wir querten, schwenken wir links in einen Naturpfad ein, der uns bergab durch dichten Fichtenwald ins Lauschbachtal führt.

durch dichten Fichtenwald ins Lauschbachtal

durch dichten Fichtenwald ins Lauschbachtal

Über Stock und Stein, in diesem Falle Wurzelwerk, führt der Pfad ins Tal hinab. Schon hören wir das Rauschen der Lauschbach und sehen die Wegehinweisschilder im Tale stehen.

im Lauschbachtal

im Lauschbachtal

Leise plätschert der Bach mit seinem klaren Wasser der Wadrill zu. Immer wieder muss er umgefallene Bäumen und Wurzeln ausweichen, die mit Moos und Flechten bewachsen, den Weg versperren.

leise plätschert die Lauschbach

leise plätschert die Lauschbach

 

Wildromantische Lauschbach

Wildromantische Lauschbach

Wir folgen der Lauschbach durch ihre märchenhafte Landschaft und lauschen dem Vogelgesang. Von der Ferne hören wir Motorsägen die Stille durchbrechen, immer lauter werden sie bis wir den Einschlag erreichen, wo wir ihr Werk betrachten.

Holzwirtschaft im Lauschbachtal

Holzwirtschaft im Lauschbachtal

Im Rahmen der Renaturierung werden die monokulturartigen Fichtenbestände geschlagen und langfristig zum ursprünglichen Wald aufgeforstet. Nach kurzem Smalltalk mit den Waldarbeitern geht es dem Bachlauf folgend weiter. An einem Wegkreuz mit der Aufschrift Sauscheider Kreuz legen wir eine Verschnaufpause ein.

Sauscheider Kreuz

Sauscheider Kreuz

Das Kreuz steht an dem früheren Weg zwischen Gusenburg/Grimburg und Reinsfeld am Beidelstein. Es wurde zum Gedenken an Thomas Becker, der 1883 hier vom Blitz erschlagen wurde, aufgestellt. 1999 wurde das in Vergessenheit geratene Kreuz von der Pensonär-Wandergruppe Reinsfeld erneuert. Frisch gestärkt wandern wir unterhalb des Beidelsteins dem Wadrilltal zu.

Lauschbachtal

Lauschbachtal

 

Steg über Naturpfad

Steg über Naturpfad

Eine Stunde sind wir schon unterwegs, da nehmen wir Abschied vom Saar-Hunsrücksteig der nun seinen eigenen Weg  Richtung Nationalpark nimmt.

Abschied vom Saar-Hunsrücksteig

Abschied vom Saar-Hunsrücksteig

Hatten wir bis jetzt eher im Schlendergang die Strecke hinter uns gebracht, legten wir nun einen Schritt zu, denn bei der Mündung des Lauschbaches in die Wadrill wartet eine Überraschung. Kurz vor dem Erreichen der Mündung zeichnen sich erste Anzeichen ab, was wir bald vorfinden werden.

seltsame Spuren am Lauschbach

seltsame Spuren am Lauschbach

Nach 4,5km Wegstrecke öffnet sich vor uns das Wadrilltal und wir schauen auf eine nicht ganz natürlichen Seenlandschaft. Auf Anhieb erkennen wir wer da nachgeholfen hat.

Lauschbach und Wadrill vereinigen sich

Lauschbach und Wadrill vereinigen sich

 

die Biberburg

die Biberburg

 

der Biberdamm

der Biberdamm

Wie ihr richtig erraten habt, war es der Europäische Biber der schon seit Jahren hier sein Wesen treibt. Wir legen eine Rast ein, in der Hoffnung eines der wieder heimischen Tier beobachten zu können. -Vergebens- Der Biberteich, hier am Keller Steg ist auch der Punkt, wo der Saar-Hunsrücksteig in zwei Richtungen verläuft. Eine geht ins Ruwertal nach Trier, die andere Strecke über den Nationalpark nach Idar-Oberstein und Boppart an den Rhein.

Wadrilltal

Wadrilltal

Wir schlagen die Richtung nach Idar Oberstein ein, wie uns die Beschilderung anzeigt und wandern nun auf einem Waldweg immer der Wadrill entlang. Nach einiger Zeit verlassen wir den gut befestigten Waldweg und schwenken auf einen Pfad ein, der uns an eine weitere interessante Begebenheit des Wanderweges leitet. In der Talsohle direkt an der Wadrill sind die Überreste einer historischen Stauwehr zu erkennen. Eine Hinweistafel gibt Auskunft über die Funktion und Zweck dieser ehemaligen Anlage.

Pfad zum historische Stauwehr

Pfad zum historische Stauwehr

Direkt über dem Stauwehr auf einem Felsvorsprung, dem Kändelchen, steht eine Schutzhütte die eine berauschende Aussicht über das Tal verspricht. Diese erreichen wir nach der dritten Wadrillüberquerung und kurzem steilen Aufstieg.

am historischen Stauwehr

am historischen Stauwehr

 

Kändelchen mit Schutzhütte

Kändelchen mit Schutzhütte

 

Wadrillüberquerung 3

Wadrillüberquerung

 

auf dem Kändelchen mit Blick ins Wadrilltal

auf dem Kändelchen mit Blick ins Wadrilltal

Wir konnten von dieser Aussicht nicht genug bekommen und mussten uns vom Anblick der sich uns bot, losreißen. Nun geht es wieder den Felsvorsprung hinab. Unten angekommen überqueren wir einen kleinen Bach der in die Wadrill fließt.

Bachzulauf zur Wadrill

Bachzulauf zur Wadrill

Nun geht es im Endspurt dem Ziel entgegen, Frau Holle erwartet uns schon. Nach rund 8km Wegstrecke und 3 Stunden Gehzeit mit ausgiebigen Pausen, erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

Endspurt zur Frau Holle

Endspurt zur Frau Holle

 

es ist nicht mehr weit

es ist nicht mehr weit

 

Zielgerade

Zielgrade

 

Frau Holle

Frau Holle

Fazit:

Die Strecke ist für die ganze Familie geeignet und gibt viele Einblicke in die Flora und Fauna des Wadrilltals mit seinen Nebentälern, man muss nur die Augen aufhalten und nicht nur die 8km runterlaufen. Die beste Jahreszeit dürfte der Frühsommer sein, dann gibt es unzählige Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten zu beobachten. Der Graureiher sowie sein Vetter den Silberreiher sind allgegenwärtig. Von Kanadagänsen, Wildenten, bis hin zu unseren heimischen Singvögeln ist alles vertreten. Nicht zu vergessen ist die starke Wildpopulation im Hochwald. Mit etwas Glück begegnet man Rehwild oder sogar einem Rudel Hirschen, das auf einer Waldlichtung am Äsen ist. Die Krönung der Wanderung wäre natürlich die Beobachtung des Bibers bei seiner Arbeit. Nach der Wanderung bietet sich die Einkehr in eine Gastwirtschaft im nahegelegenen Reinsfeld an. Meine Empfehlungen: Landgasthof Kuhl, Jägerhof oder Gasthof Reinsfelder Hof sind einen Besuch wert.

So, ich hoffe, dass ich Euch einen kleinen Einblick von meiner Heimat vermitteln konnte und wünsche Euch allen frohes Wandern und viel Spaß mit der Frau Holle

Uwe

Hier sind die Toureninfos zur Traumschleife aus dem Tourenplaner Rheinland-Pfalz

 

 

 

 





3 Kommentare »

  1. Tayfun Caglar — 26. April 2016 @ 22:43

    Sieht wunderschön, da bekommt man wieder richtig Lust zu wandern würde das Wetter bloß mitspielen.

  2. Flo — 18. Januar 2017 @ 16:56

    Eine Sehr schöne Schleife! Mir hat sie super gefallen.

  3. Klaus — 6. April 2017 @ 19:33

    Very nice pix, I know the area well,so I can inform you
    that the Biber-lake has been violently dried out.
    Hope someone is responsable to do such a shame in a Natur-Resort
    so it is strongly forbidden by law.
    The walk along the Wadrill is absolutly beautiful and recommended.
    Biber-Greetings
    Klaus

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