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Herbert von: am: 12.11.2015
Autor(in):    |   12. Nov 2015   |    Kategorie: Eifel, Kurz-& Rundtouren, Regionen, Rheinland-Pfalz, Traumpfad,

Booser Doppelmaartour – Zeitreise in die „heiße Vergangenheit“ der Vulkaneifel.

Booser Doppelmaartour 7

Traumhafte Ausblicke auf weite Maare, Vulkankuppen in reizvoller Eifellandschaft und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt ist Kennzeichen der Booser Doppelmaartour

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Die Booser Doppelmaartour

An der Grenze zwischen Vulkaneifel und Osteifel kann man auf eine Zeitreise in die „heiße Vergangenheit“ der Vulkaneifel gehen. Gleich zwei ‚Zeitzeugen‘ gibt es zu entdecken: Das Booser Doppelmaar besteht aus zwei weitläufigen flache Kesseln in der Landschaft. Sie entsprechen nicht der typischen Vorstellung eines Maars, da sie bereits vor Zeiten verlandeten und mit den berühmten blauen Augen der Eifel wenig gemein haben.

Wir starten unsere Tour am alten Wanderparkplatz oberhalb der Fischteiche am Rande eines der Maarkessel. Das Wetter hat zum Besseren viieel Spielraum nach oben, so dass wir die einzigartigen Fernblicke auf die Vulkankegel der Umgebung nur schemenhaft wahrnehmen können. Vom Weg blicken wir zunächst auf den Booser Weiher, der zur Fischzucht dient, gelangen dann aber rasch an die Zeitzeugen der ‚heißen Phase‘ der Booser Doppelmaare: Die beim Ausbruch der Maare entstanden vulkanischen Tuffe sind als Aufschlüsse am Wegrand sichtbar.

Nach kurzer Wegstrecke kommt der ‚Booser Eifelturm‘ auf dem Schneeberg in unser Blickfeld. Der 25 m hohe Aussichtsturm bietet atemberaubende Panoramablicke über die Eifel bis zum Westerwald und Hunsrück — allerdings nur bei guter Sicht, und die haben wir bei unserer Tour heute beileibe nicht. Schade, aber ein Grund mehr, wieder zu kommen!

Immer wieder sind Aussichtspunkte — oft mit Ruhebänken — aber immer mit weitreichenden Informationen zur Gestaltung der Kulturlandschaft in den Weg eingestreut. Tier- und Pflanzenwelt werden hier ebenso erläutert wie die Bedeutung der Booser Umgebung zur Römerzeit, als ein Höhenheiligtum auf dem Schneeberg die Maare überragte. Vorbildlich! Auch die optische Gestaltung mit behauenen Basaltblöcken ist eine Augenweide.

Es geht durch den herbstlich gefärbten Wald auf meist flachen Wegen, immer wieder geben Schneisen den Blick auf die Umgebung frei. Der Bewuchs ist an solchen Aussichtspunkten sorgfältig zurückgeschnitten. So können wir die Ausblicke auch von den Ruhebänken, die in großer Zahl vorhanden sind, genießen.

Eine Bombe aus Vulkanen

Bald liegt der ‚Eifelturm‘ auf dem Schneeberg vor uns. Unterhalb des Turms sehen wir auf die Einschlagstelle einer tonnenschweren „Basaltbombe“ mit gut sichtbarer Verformung der Erdschichten. Wir machen einen kurzen Abstecher: In einem geologischen Aufschluss unterhalb des Aussichtsturms können wir die vulkanische Vergangenheit des Ortes lebendig dargestellt nachvollziehen.

Der Booser Eifelturm

Weiter geht es hoch auf den 557 Meter hohen Schneeberg, einem geschichts­träch­ti­gen Gelände. Auf der Höhe soll sich früher eine römische Straßenwarte und spätrömisches Bergheiligtum befunden haben.

Heute steht dort der Booser Eifelturm, ein 25 Meter hoher Aussichtsturm. Er bietet — bei guter Fernsicht (hatten wir leider nicht) — einen Panoramablick über die Eifel bis zum Westerwald (nordöstlich jenseits des Rheins) und zum Hunsrück (südöstlich jenseits der Mosel).

Booser Doppelmaartour 9

Hinunter ins Nitzbachtal

Bevor der Weg im weiteren Verlauf in den Wald eintaucht, kommen wir an einigen Bienstöcken vorbei. Dort bietet ein ortsansässiger Imker seinen Eifelhonig an. Und das auf der Basis Vertrauen gegen Vertrauen: Honig vom Imker – Zahlen Sie, was Ihnen der Honig aus Imkerhand wert ist, heißt es dort. Und: Wer kein passendes Geld dabei hat, kann es später überweisen.

Vorbei am Imker gehen wir dann zurück in den Wald und folgen einem schmalen Pfadt oberhalb des Nitzbaches hinunter ins Tal. Immer wieder geht es eine kurze Strecke am Waldrand entlang und eröffnet uns — wenn auch nebeltrübe — Blicke in die Vulkaneifel.

Oft führt der Weg direkt am Steilhang oberhalb des Nitzbaches entlang, auch auf diesem schmaleren Weg sind in lockerer Abfolge Aussichtspunkte mit Ruhebänken oder Landschaftsliegen eingestreut. Einige sind aber nur mit kurzer Kletterei in den Hang zu erreichen, dafür doppelt schön.

Im Nitzbachtal angekommen gelangten wir unmittelbar danach auf dem Grund des nord-östlichen Maarkraters. Er ist zwar weitgehen verlandet ohne sichtbare Wasseroberfläche, die Vegetation deutet aber auf sumpfiges bzw. sehr nasses Gelände hin. Über ein Bächlein am Maargrund führt eine Holzbrücke, die wir aber — im wahrsten Sinne des Wortes — links liegen lassen.

Am Maar entlang gehen wir weiter zum südwestlichen Maar, das wir in Höhe des Booser Weihers erreichen. Hier fallen uns zwei Kirschbäume in einer kleinen, fernöstlich anmutenden Anlage auf. Eine deutsche und eine japanische Kirsche erinnern an ein Ereignis am 23. Juni 2010. Dort war der 67-jährige Chef-Testfahrer von Toyota bei einem tragischen Verkehrsunfall tödlich verunglückt.

Wir umrunden das zweite Maar auf einem nahe dem Waldrand verlaufenden Weg, werfen einen letzten Blick auf Maar und Weiher bevor wir an unseren Startpunkt am alten Wanderparkplatz gelangen.

Booser Doppelmaartour 32

Unser Fazit zur Booser Doppelmaartour

Der Traumpfad Booser Doppelmaartour gehört zu den eher weniger populären Traumpfaden. Wer das Klettern über felsige Pfade erwartet, ist hier falsch. Dieser Traumpfad eignet sich eher für das meditative Wandern. Die Strecke ist ohne Anstrengung gehbar, viele Ruheplätze mit Blick in die weite ruhige Lanschaft vermitteln Ruhe und Entspannung. Das Gesundland Vulkaneifel-Motto der therapeutischen Landschaft ist hier — außerhalb des Gesundland — perfekt umgesetzt.

Auch geologisch interessiert Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Viele Aufschlüsse im Tuff und die Basaltbombe am Schneeberg beiten mit den angebotenen Informationen tiefe Einblicke in den vulkanischen Ursprung der Vulkaneifel.

Alles in Allem: Empfehlenswert.! Wir jedenfalls werden dies Tour (bei besserem Wetter) auf jeden Fall wiederholen.

Hier geht’s zum Track auf Outdooractive

Informationen zu den anderen Traumpfaden findet Ihr auch auf der Seite von Rheinland-Pfalz Tourismus.





1 Kommentar »

  1. Wanderweib — 24. Februar 2016 @ 02:47

    Schöne Wanderung! Hätte ich jetzt voll Lust darauf! Danke!

    Viele Grüße aus Tokio,
    Tessa

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