Artikel suchen nach:

Archiv

  • 2016 (15)
  • 2015 (58)
  • 2014 (51)
  • 2013 (64)
  • 2012 (86)
  • 2011 (59)
  • 2010 (37)
  • 2009 (45)
  • 2008 (53)
Hol‘ Dir kostenlos die Rheinland-Pfalz Touren-App
Chris von: am: 6.07.2015
Chris Autor(in):    |   6. Jul 2015   |    Kategorie: Hunsrück, Nahe, Rheinland-Pfalz, Vitaltour,

Auf den Rotenfels und zum Rheingrafenstein

Trotz Regenwetters am frühen Samstagmorgen machte ich mich auf die Fahrt nach Bad Münster am Stein. Unterwegs regnete es immer wieder kräftig, doch am Bahnhof am Zielort angekommen verzogen sich die Wolken und die Sonne kam heraus. So machte ich mich auf die TourNatur Salinental, einem Premiumwanderweg, der zum Rotenfels und zur Ruine Rheingrafenstein führte.

Am Bahnhof ging ich Richtung Zentrum/Stadtmitte, in die Kurhausstraße und am Kurhaus vorbei. Am Ufer der Nahe traf ich dann auf das Wegzeichen der TourNatur, dem ich nach rechts Richtung Traisen folgte.

Zu Beginn führt der Weg am Ufer des Flusses entlang und an einem Parkplatz vorbei. Bevor es über die Nahe geht, lohnt sich ein Abstecher einige Meter nach rechts zum einem steinernen Buch. Dabei handelt es sich um ein Kunstwerk, das aus Labradorit mit blauem Auge erstellt wurde. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall erscheinen Teile des Steins metallisch-blau.

Steinernes Buch aus Labradorit

Steinernes Buch aus Labradorit

Nun ging es über die Friedensbrücke, hier ist bereits der gewaltige Abbruch des Rotenfels zu sehen. Es handelt sich dabei um die größte Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien, die 1200 Meter lang und bis zu 202 Meter hoch ist. Das Gestein besteht aus Ryolith, das vor etwa 270 bis 260 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität entstand. Die Wand selbst grub die Nahe über Jahrtausende in den Fels.

Rotenfels und Nahe

Rotenfels und Nahe

Nach einem weiteren Überqueren des Flusses ging es stetig aufwärts – zu Beginn langsamer, später steil Stufen hinauf. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit war das eine schweißtreibende Angelegenheit. Oben angekommen schweifte der Blick über das Nahetal mit Bad Münster-Ebernburg und dem Rotenfels. Im weiteren Verlauf führt der Weg nun auf der Höhe entlang zur Bastei, einem gemauerten Aussichtspunkt mit einem Kreuz. Der Weg ging nun entlang der Abbruchkante entlang. Unterwegs sieht man eine Felsnadel aus dem Gestein ragen.

Am Rotenfels

Am Rotenfels

Kurz darauf war auch der höchste Punkt der Felswand erreicht, wo sich erneut ein grandioser Blick bot – eine Panoramatafel macht die Identifizierung einzelner Punkte auch für Ortsunkundige einfach.

Ab jetzt wanderte ich wieder hinab, teils durch Wiesen und teils durch Wald. Unterwegs schreckte ich am Waldrand ein Reh auf, das geschwind im Dickicht verschwand. Nachdem auf dem Rotenfels doch viele Menschen unterwegs waren, ging es nun wieder ruhig zu und ich war mit meinen Gedanken alleine. Unterwegs machte ich eine kleine Rast an einer Schutzhütte mit einem schönen Blick auf Bad Kreuznach.

Bad Kreuznach

Aussicht auf Bad Kreuznach

Kurz darauf führt das Wegzeichen in Kehren den Berg in die Stadt hinab. Dort überquerte ich ein weiteres Mal die Nahe und erreichte die Karlshalle, einem Gradierwerk.

Gradierwerk Karlshalle in Bad Kreuznach

Gradierwerk Karlshalle in Bad Kreuznach

Am Ufer des nahen Flusses befindet sich ein Refugium für die seltene Würfelnatter, die mit 90 Zentimeter Länge doch recht stattlich ist. Leider sah ich keine der Reptilien.

Nach dem Überqueren der Bahnstrecke ging es bald darauf in den Wald hinein – und zur Abwechslung einmal wieder aufwärts. Nach einer Weile gelangte ich auf einen Pfad, der sich am Hang entlang schlängelt und immer wieder Ausblicke auf Bad Kreuznach, das Salinental und Bad Münster bietet.

Aussichtspunkt unterwegs

Aussichtspunkt unterwegs

Der Pfad führt weiter bergan zur Gans, einem Aussichtspunkt hoch über dem Nahetal.

Blick vom Aussichtspunkt Gans auf die Umgebung

Blick vom Aussichtspunkt Gans auf die Umgebung

Von hier sieht man auch das nächste Ziel der Wanderung, den Rheingrafenstein. Der Name „Gans“ hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun, sondern kommt wahrscheinlich von dem keltischen Namen für Geröllhalde. Auf dem höchsten Punkt blies ein starker Wind, so dass ich nicht lange verweilte sondern mich an den Abstieg durch den Wald zum Rheingrafenstein machte.

Dieser Felsen besteht ebenso wie der Rotenstein aus Porphyr-Gestein. Vermutlich im 11. Jahrhundert errichteten hier die Nahegaugrafen eine Burg, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im 13. Jahrhundert. Wie viele andere Burgen im Südwesten wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg 1688 von französischen Truppen zerstört.

Blick vom Rheingrafenstein auf Bad Münster und den Rotenfels

Blick vom Rheingrafenstein auf Bad Münster und den Rotenfels

Nach einer längeren Pause und einer Besichtigung des Areals ging es nun bergab zur Nahe. Dort fährt eine kleine Bootsfähre, mit der ich nach Bad Münster übersetzte. Das Boot wird von einem Fährmann per Hand über ein Seil auf die jeweils andere Seite gezogen.

Fähre über die Nahe

Fähre über die Nahe

Am anderen Ufer angekommen bot sich ein traumhafter Blick auf den Rheingrafenstein.

Rheingrafenstein

Blick von der Nahe auf den Rheingrafenstein

Entlang des Flusses ging es wieder zum Einstiegspunkt der TourNatur und von dort durch die Kurhausstraße zum Bahnhof. Für die knapp 18 km lange Runde benötigte ich etwa sieben Stunden.

Wer mit dem Auto anfährt hat zwei Möglichkeiten, sein Vehikel abzustellen: Zum einen auf dem Parkplatz an der Karlshalle in Bad Kreuznach, zum anderen am Parkplatz am Ortausgang von Bad Münster Richtung Norheim. Hier befindet sich auch eine Wandertafel, die über den Rundweg informiert.

Weitere Informationen zu Vitaltouren, Traumschleifen und Premiumwegen in der Region finden sich bei der Naheland-Touristik und auf den Seiten der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH.

 





1 Kommentar »

  1. Lothar — 24. Juni 2016 @ 21:45

    Schöner Artikel, ich komme aus der Gegend und freue mich, wenn es anderen Menschen in meiner Heimat gefällt.
    Der historische Abriss ist jedoch etwas verbesserungswürdig. Der 30-jährige dauerte von 1618 bis 1648. Dagegen tobte 1688 der pfälzisch-französische Erbfolgekrieg. In dessen Verlauf wurden sämtliche Burgen und auch viele Kirchen (z.B. der Dom zu Speyer) in der Pfalz (genauer: der alten Kurpfalz) von französischen Truppen zerstört. Von Ludwig 14. kam der Befehl „Brulez le Palatinat“ – „Verbrennt die Pfalz“, der von seinem Marschall Melac gewissenhaft umgesetzt wurde. Aus diesem Grund existieren in der Pfalz heute nur noch Burgruinen, so auch die Burg auf dem Rheingrafenstein.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

CAPTCHA-Bild
*