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Herbert von: am: 24.05.2015
Autor(in):    |   24. Mai 2015   |    Kategorie: Eifel, Rheinland-Pfalz,

Familiengerechte Route durch die Strohner Schweiz

Strohner Schweiz 4-2

Für heute hatte ich mir vorgenommen, eine familiengerechte Rundtour zu erkunden, die auch mit Kinderwagen zu bewältigen ist. Die Route sollte über feste Wege gehen, Klettereien vermeiden, sich aber dennoch deutlich vom üblichen „Spaziergang“ abheben. Kurze Sidetrips sollten für die, die ohne Kinderwagen unterwegs sind, möglich sein.

Also Karte raus und nach kurzem Studium hatte ich eine Route gefunden, die den Vorgaben entsprach. Es sollte durch die Strohner Schweiz gehen. Andere Highlights sind – Abhängig von den Möglichkeiten – das Pulvermaar, ein Pfad durchs Alftal in der Strohner Schweiz und ein Besuch des Trautzberger Maar und des Strohner Märchen.

Von hier ist ein Abstecher zum Pulvermaar möglich. Vom Parkplatz zum Pulvermaar hinunter und eine Runde drehen (+ 2 km)

Als Startpunkt wählte ich die Mar­kie­rung „Pulvermaar Süd“ auf dem hiesigen Mauntainbike-Trail. Der liegt unterhalb eines Parkplatz an der L16. Zunächst gehe ich den Macherbach entlang zum Erlenhof, lasse diesen links liegen und erreiche die K25. Dort biege ich nach links und folge der Straße ein paar Meter. Das Wetter ist durchwachsen, dunkle Wolken wechseln mit strahlendem Sonnenschein. Es ist trocken, kühl und windig.

Rechte Hand windet sich der Alfbach durch ein breites Tal, dessen Wiesen über und über von goldgelbem Löwenzahn bestanden sind. Nach den blühenden Rapsfeldern im Macherbachtal ein weiterer herrlicher Anblick!

Über eine Brücke erreiche ich den Fahradweg Gillenfeld – Strohn, der am Alfbach entlang führt. In Strohn passiere ich die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und das Vulkanhaus Strohn, das über den Eifel-Vulkanismus informiert. Ein Besuch lohnt.

Der Straße „Zur Schweiz“ folgend komme ich zur Strohner Basaltbombe, die bei einer Sprengung im Steinbruch am Wartgesberg unweit von hier entdeckt wurde. Bei einem Durchmesser von etwa 5 m hat diese Kugel ein Volumen von mehr als 25 m3, das Gewicht dürfte fast 100 t erreichen. Wahrlich imposant.

Wer gut zu Fuß und ohne Kinderwagen unterwegs ist: Hinter dem Alfbogen geht es rechts hinunter ins Tal. Dem Pfad folgend erreicht man über eine Holzbrücke den Weiler Sprink.

Nun geht’s in die Strohner Schweiz, bzw. oberhalb des Alfbachs an den Strohner Mühlen entlang und dann weiter mit herrlichen Ausblicken am Talrand entlang. Der „Familiengerechtheit“ geschuldet bleibe ich auf der so gut wie nicht befahrenen Straße – nur das Postauto und einige Radfahrer überholen mich.

Leicht absteigend geht es weiter in das breiter werdende Tal und ich erreiche so das Sprinker Maar, ein vom Alfbach durchzogenes Trockenmaar und den rechts des Weges liegenden Weiler Sprink.

Der Alfbach mäandert durch das breit vor mir liegende Trockenmaar. Überrascht stelle ich fest, dass sich gegenüber meinem letzten Hiersein im vergangenen Herbst einiges getan hat. Der im Bereich der Brücke fast kanalisierte Bach wird renaturiert: Dicke Basaltbrocken zwingen ihn in kleine Schnellen und Stufen. So stelle ich mir einen Forellenbach vor. Noch einige Wochen und die von den Arbeiten ramponierten Wiesen stehen wieder in sattem Grün. Ich freue mich drauf und werde in ein paar Wochen wiederkommen.

Der asphaltierte Wirtschaftsweg führt am Waldrand entlang und links liegen – wieder mal – vom Löwenzahn vergoldete Wiesen im breiten Tal. Soweit war ich bisher nie gekommen und plötzlich sehe ich einen Glockenturm vor mir. Was ist das?

Schutzalf 2 2000

Näher gekommen entdecke ich zum Picknick einladende Ruhebänke, die nahe beim Glockenturm stehen. Und eine Infotafel, die mich aufklärt, warum ein Glockenturm das Alftal ziert:

Der Glockenturm wurde von der nahen Gemeinde Mückeln zur Erinnerung an die 1545 erbaute Kapelle Schutzalf aufgestellt. Die Kapelle gehörte zum Kloster Springiersbach. Nachdem das Kloster und die Kapelle verfiel, entstand dort ein Weiler mit zwei bis drei Häusern. 1882 stirbt der letzte Bewohner und der Weiler verfällt.

Am Wegkreuz Granerich vorbei gehe ich an der nächsten Weggabelung links in Richtung Alf und quere den Bach über eine massive Brücke.

Ein Sidetrip von gut 300 m führt vor der Brücke rechts zur Sprinker Mühle. Der Weg ist breit, auch mit Kinderwagen zu gehen.

Nach der Brücke folgt der einzige nen­nens­werte Anstieg der Tour, nicht steil aber lang­ge­zogen geht es hinauf zum Hof Dornheck und weiter zum Weiler Trautzberg.

Hinter dem Ort gehen wir links ein paar Meter auf der K26 bis zum Trautzberger Maar. Das in der Mitte des letzten Jahrhunderts trocken gelegte Trautzberger Maar wurde „wiedervernässt“, also renaturiert und so wieder in den Kreis der wasserführenden Maare aufgenommen.

Für diejenigen, die noch nicht genug haben: Kurz vor Erreichen des Ziels könnte man noch einen kurzen Abstecher zum Strohner Määrchen mit seinem Hochmoor einschieben.

Über das letzte Jahr konnte ich beobachten, wie sich das Maar nach und nach mit Wasser füllte. Es gehört auch nach Erreichen des End­zu­standes zu den eher kleinen Maarseen. Dennoch ist es schön zu sehen, wie versucht, wird die Sünden vergangener Jahr zu heilen.

Am Trautz­berger Maar vorbei führt der Weg über die Höhe zurück zum Römerberg, unserem Zielpunkt. Wer die Tour nachgehen möchte: Den GPS-Track und eine Tourbeschreibung habe ich auf outdooractive veröffentlich.

Weitere Touren zum Wandern in der Eifel findet man Wandern in der Eifel- Gastlandschaften.info.

Viel Spaß!

 





1 Kommentar »

  1. Elke — 25. Mai 2015 @ 12:12

    Hie das sieht ja gut aus 🙂
    Wunderschöne Aufnahmen von einer tollen Gegend 🙂

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