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Herbert von: am: 28.04.2015
Autor(in):    |   28. Apr 2015   |    Kategorie: Eifel, Kurz-& Rundtouren, Rheinland-Pfalz,

Zwei Maare und ein Märchen

Das Trautzberger Maar

Das Trautzberger Maar

Seit August 2014 werden am Trautzberger Maar Maßnahmen zur Wiedervernässung durchgeführt, um dieses in den 60gern trockengelegte Maar wieder in den Kreis der „Augen der Eifel“ aufzunehmen. Ich war im letzten Herbst, kurz nach Fertigstellung der Arbeiten schon dort und hatte dieses Bild veröffentlicht. Nun wollte ich mir ansehen, wie weit die Renaturierung gediehen ist. Das konnte man doch gut mit einer Wandertour zum Tiefenbach und Strohner Märchen verbinden.

Los geht’s am Feriendorf und durch den Rott hinauf zum Röckesberg. Von hier hat man gleich einigen grandiosen Ausblick über die Vulkaneifel bis hin zur Mosel. Auf Wirtschaftswegen geht es dann in südöstlicher Richtung zum Tiefenbach. Auf Karten verzeichnete Wanderwege in dieser Richtung sind rar, also verlasse ich mich auf Orientierungssinn und Fixpunkte am Horizont und folge einfach den vorhandenen Wegen.

Schon nach kurzer Zeit kann ich einen ersten Blick ins Tiefenbachtal genießen, das sich in frühlingshafter Blütenpracht darbietet. Oberhalb des Tiefenbachtals gehe ich dann weiter wohin mich die Wege führen.

„Oh verzockt“ denke ich, als der Weg plötzlich im nirgendwo endet und ich am steilen Rand eines Tales stehe. In der Talsohle sehe ich ein kleines Bächlein und am anderen Hang einen Weg, der in die Richtung führt, in die ich möchte.

Auf einen stabilen Wanderstock gestützt macht es kein Problem über eine Wiese in das Tal hinabzusteigen und an einem Weidezaun ist der Bach so schmal, dass ich ihn mit einem Schritt überqueren kann. Und der Abstieg hat sich gelohnt. Hier hat sich ein Feuchtbiotop gebildet, in dem es grünt und blüht. Ich gehe einige Meter im Tal weiter bevor ich mich hinauf auf den vorher gesichteten Weg mache.

Durch weite Felder geht es weiter in Richtung Trautzberg, wobei ich mich an den Resten des Wartgesberges orientiere. Der Wartgesberg war, bevor Teile von ihm der Basaltgewinnung für den Straßenbau zum Opfer fielen, ein imposanter Vulkankegel.

Nach einiger Zeit blitzt das Trautzberger Maar schon kurz auf und nach dem passieren von zwei „Minimaaren“ auf meinem Weg erreiche ich es. Entlang des kleinen Maars gehts hinauf zur K26, die ich am Weiler Trautzberg erreiche. Es geht 100 m an der Straße entlang zu einer Ruhebank, auf der ich einen längeren, von blühenden Schlehen und Kirschen gesäumten Blick auf das Maar genieße.

Von hier aus folge ich dann dem markierten Lavaweg zum Strohner Märchen. Das Strohner Märchen ist Teil des Naturschutzgebietes ‚Pulvermaar – Römerberg – Strohner Märchen‘ und entstand vor gut 8.800 Jahren im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Römerberg-Vulkans. Heute gehört es als innerhalb eines Maarkessels gelegenes Hochmoor wie Dürres Maar und Mürmes zu einem in Mitteleuropa einzigartigen Naturphänomen.

Am Strohner Märchen steht eine kleine Schutzhütte und windgeschützte Ruhebänke laden mich zu einer ausgiebigen Rast ein. In wenigen Wochen steht das Gelände rund um das Märchen wieder in üppiger Blütenpracht. Im Hochmoor selbst sind Glockenheide und Moosbeere anzutreffen, sogar den seltenen Sonnentau gibt es hier.

Um den Römerberg herum will ich nun weiter zum Pulvermaar, bei meinem heutigen Glück abseits der Wanderwege reizt mich dann doch der Gang durchs Macherbachtal. Ich verlasse den Lavaweg und gehe durch die Wiesen zum Macherbach, den ich – auf den Wanderstock gestützt – mit einen kurzen Sprung überquere. Über einen Wirtschaftsweg geht es dann hoch zum Rand des Pulvermaars und hinab auf den Rundweg. Ein kurzes Stück den Rundweg entlang, ein steiler Aufstieg auf den Kraterrand und schon bin ich wieder am Feriendorf.

 Am Pulvermaar

Am Pulvermaar

Wer sich orientieren möchte: Ich habe die Tour auf Outdooraktive als GPS-Track veröffentlicht. Auf der guten Karte dort könnt Ihr auch sehen, wie Ihr Abstiege über Wiesen und Sprünge über Bäche vermeiden und dennoch alles sehenswerte erreichen könnt.





6 Kommentare »

  1. Malte — 5. Mai 2015 @ 14:09

    Hallo! Mir war nicht bewusst, dass man in Rheinland Pfalz so gut wandern kann, muss ich ehrlicherweise zugeben. Da ich dieses Jahr schon einen Urlaub in Meran gemacht habe, suche ich noch nach Gebieten in der Nähe, um über ein Wochenende wandern gehen zu können. Ihr Bericht hat mir wirklich gut gefallen, ich werde mir überlegen, ebenfalls diese Wanderung zu machen. Vielen Dank und beste Grüße

  2. Herbert — 5. Mai 2015 @ 16:15

    Hallo Malte,

    nur zu :-) Die Vulkaneifel ist eine wirklich reizvolle und abwechslungsreiche Wanderregion. Auch andere meiner Touren hier beschreiben dies.

    Beste Grüße aus der Vulkaneifel

  3. Robert — 6. Mai 2015 @ 08:17

    Hallo, das klingt nach einer wunderbaren Wanderung. Bei dem Sonnenschein und der klaren Luft kann man wirklich kaum noch im Haus bleiben. :)
    Grüße aus Olang

  4. Dani — 6. Mai 2015 @ 13:55

    Ich glaube, ich muss mal einen Abstecher in die Vulkaneifel machen. Ich wusste gar nicht, wie schön es dort ist. 😉

  5. Ilona — 25. Mai 2015 @ 13:11

    Hallo Herbert, das ist ja wunderschön die Vulkaneifel reizt mich schon einige Zeit.
    Kannst du mir Übernachtung’s Tipp’s geben da ich 3/4 Tage wandern möchte .
    Viele Grüsse aus Süddeutschland

  6. Herbert — 28. Mai 2015 @ 18:43

    Hallo Ilona, hir rund um die Gillenfelder Maare (Pulvermaar, Holzmaar, Strohner Märchen) kann man im Feriendorf einen kleinen Bungalow mieten (http://www.feriendorf-pulvermaar.info/). Sonst kann man auf der Seite von Eifelbike (http://eifelbike.de/mtb-unterkuenfte-2), zwar für MTBler gedacht, aber für Wanderer ist sicher auch was dabei 😉

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