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Hans-Joachim von: am: 15.02.2015
Hans-Joachim Autor(in):    |   15. Feb 2015   |    Kategorie: Ahrsteig, Events, Fachsimpeln, Mosel-Saar, Moselsteig, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz,

Fasten und Wandern zum Zweiten

Stirb langsam … auf dem Kölnpfad 1

Ich weiß nicht, was mich dazu gebracht, ausgerechnet auf dem Kölnpfad zu wandern, während ich faste. Vielleicht war es der Gedanke, geschwächt und ermattet irgendwo im wilden Niemandsland der Eifel zusammenzubrechen, der mich diesen Wanderweg rund um Köln wählen ließ für meinen zweiten Fasten-Wanderversuch. Mein erster Bericht liegt fast zwei Jahre zurück, damals führte mich meine Wanderung im Frühling von Rheinbach über die Tomburg und in einem weiten Bogen wieder zurück. Diesmal haben wir Winter und meine Tour starte ich am dritten Fastentag. (Anmerkung: Nicht alle Fotos sind am Wandertag entstanden)

Diesmal habe ich so gut wie keine Umstellungsschwierigkeiten, außerdem steht mir mein erfahrener Fastenguru Susanne (wie heißt eigentlich die weibliche Form von Guru) zur Seite. Diesmal ist auch von Anfang an klar, dass ich mir jeden Tag zumindest eine Tasse Kaffee gönnen werde, um zumindest dem durch Koffeinentzug bedingten Kopfschmerzen zu entgehen.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Mein Zuweg zum Kölnpfad führt durch den Beethovenpark (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Mein Zuweg zum Kölnpfad führt durch den Beethovenpark (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Mein Plan ist es, die erste offizielle Etappe des Kölnpfades zu laufen, diese aber in umgekehrter Richtung. Sie führt eigentlich vom Parkplatz unterhalb der Rodenkirchener Autobahnbrücke durch den Äußeren Grüngürtel nach Köln-Klettenberg. Da ich selbst aber quasi in Klettenberg wohne, macht es für mich Sinn, entgegen dem offiziellen Verlauf zu gehen. Ein kurzer Blick tags zuvor auf die entsprechende Website des Eifelvereins, ein kurzer Klick auf die dortige Karte, die sich aber nicht vergrößern lässt. Da ich die Markierungen des Kölnpfades bei meinen Spaziergängen im Grüngürtel kenne, brauche ich keine weiteren Vorbereitungen, … Dachte ich!

Hier steht ein Bild mit dem Text: Köln von seiner schönsten Seite – Herbststimmung am Decksteiner Weiher (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Köln von seiner schönsten Seite – Herbststimmung am Decksteiner Weiher (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Am Wandertag ist Schneefall angesagt, für Köln schon fast ein historisches Ereignis. Über die Berrenrather Straße laufe ich stadtauswärts, über den Militärring hinüber bis zum Aufschluss der historischen Wasserleitung, achte dabei wenig auf Wegzeichen. Erst als ich dort anfange mich zu orientieren, stelle ich fest, dass ich wieder ein ganzes Stück zurücklaufen müsste. Denn an dieser Stelle führt der Kölnpfad (mal ausnahmsweise) ein ganzes Stück ins Stadtgebiet hinein. Und da ich keine große Lust habe, denselben Weg zweimal zu machen, heißt es, kurzfristig umzudisponieren. Also werde ich von meinem Standpunkt aus die zweite offizielle Etappe in Angriff zu nehmen. Und zum hundertsten Mal nehme ich mir vor, meine nächste Tour besser vorzubereiten.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Ein glücklicher Mensch, wer solch verzauberte Stimmung am Rande des Kölnpfades erleben darf (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ein glücklicher Mensch, wer solch verzauberte Stimmung am Rande des Kölnpfades erleben darf (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Von der historischen Wasserleitung bin ich schnell beim Decksteiner Weiher. Schon fängt es auch an zu schneien. Weshalb der Kölnpfad hier durch den Wald läuft und nicht am Weiher entlang? Vielleicht wegen der Abbruchreste des alten Decksteiner Forts im Wald. Der Kölnpfad orientiert sich nicht in erster Linie an landschaftlicher Schönheit, sondern eher an historischen Örtlichkeiten, ein Faktum, dass mir unterwegs noch öfter auffallen wird. Warum er aber an manchen Stellen Winkel und Haken schlägt, will sich mir nicht erschließen.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Mildes Winterlicht verzaubert den Weg durch den Buchenwald (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Mildes Winterlicht verzaubert den Weg durch den Buchenwald (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Was mir allerdings schnell klar wird: An die Markierungen des Kölnpfades muss man sich erst einmal gewöhnen. Das heißt auch: An manchen Stellen muss man die Markierungen auch erst einmal finden. Vermutlich lautet die Vorgabe, an jedem Abzweig, an jeder Kreuzung so sparsam wie möglich zu markieren. Nur so erklärt sich die manchmal etwas merkwürdige Anbringung der Richtungsweiser. An einzelnen Stellen ist sie sogar regelrecht irreführend. (Beispiele siehe bei den Abbildungen)

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Decksteiner Weiher im Abendlicht (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Decksteiner Weiher im Abendlicht (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Nach etwa 8 km schwächele ich zum ersten Mal. Außer heißem Ingwertee mit Zitrone nehme ich ja im Moment nichts zu mir. Also mache ich am Adenauer-Weiher die erste kleine Pause – einigee Schlucke des heißen Getränkes, fünf Minuten Ausruhen. Da es weiterhin schneit, sind die Bänke nass, es ist also nicht ratsam, mich hinzusetzen. Nach dem Adenauer-Weiher geht es zum Stadion-Gelände des 1. FC Köln. Hier setzt die Beschilderung vorübergehend ganz aus. Auf gut Glück passiere ich das Stadion linker Hand, stoße danach wieder auf eine Markierung.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Zuweilen ist die Markierung des Kölnpfades verständlich und klar (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Zuweilen ist die Markierung des Kölnpfades verständlich und klar (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Jenseits der Aachener Straße geht es weiter durch den Müngersdorfer Grüngürtel, auch hier ärgere ich mich immer wieder über zweideutige Wegmarkierungen. Und wieder macht der Pfad einige Winkelzüge, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Nachdem ich Eisenbahntrasse und das Gerhard-Marcks-Haus passiert habe, bin ich dann wieder außerhalb des Stadtgeländes. Der Weg zieht sich. Meine Muskulatur wird hart, die Beine schwer. Mittlerweile hat es auch aufgehört zu schneien. Meine Trinkpausen mache ich weiterhin im Stehen.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Hier könnte sie etwas klarer sein (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Hier könnte sie etwas klarer sein (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Östlich von mir erstreckt sich sich Lövenich. Jetzt geht es noch in einiger Distanz am nicht unumstrittenen Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung vorbei, dann fängt der langweiligste Teil der Strecke an. Für eine geraume Zeit geht es parallel zum Militärring mit seinem eintönigen Reifen-auf-Asphalt-Geräuschmix weiter, kurz vor Bocklemünd macht der Kölnpfad (wir wollen ja nicht vergessen, wo wir sind) noch einmal einen Schwenk – diesmal Richtung Autobahn, um dann mit einem weiteren Schwenk (und noch einem) wieder Richtung Bocklemünd zu führen. Nun noch flugs durch Alt-Bocklemünd hindurch und schon haben wir diese Etappe des Kölnpfades geschafft. Offiziell habe ich nun ca. 18 km hinter mich gebracht. Schwer hängen die hohen Wanderstiefel an meinen Füßen.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Und hier muss man dann schon mal raten (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Und hier muss man dann schon mal raten (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Aber noch einmal packt mich der Ehrgeiz. Anstatt die Straßenbahn zu nehmen, gehe ich nun quer durch die Stadt (zunächst einmal über die Venloer Straße mit ihren verlockenden Dönerläden) wieder Richtung Ausgangspunkt. Zu Hause angekommen habe ich annähernd 26 Kilometer bewältigt und freue mich auf die heiße Badewanne.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Und wo keine Richtung, da gibt es auch kein Vertun (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Und wo keine Richtung, da gibt es auch kein Vertun (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Am darauffolgenden Wochenende will ich – immer noch fastend – die ursprünglich geplante 1. Etappe in Angriff nehmen. Diese ist mit offiziellen 22 Kilometern etwas länger als die zweite, dazu kommen noch ein paar Kilometer für die Zuwege von und zum Start- bzw. Zielpunkt. Ich rechne mit ca. 30 Kilometern für diese anstehende Tour. Als nächstes größeres Ziel steht dann an: Ahrsteig in zwei Etappen á ca. 50 km, sobald das Wetter etwas milder geworden ist, und dann im Frühjahr endlich die lang ersehnte 24-Stunden-Wanderung.

Eine solche hatte ich den Verantwortlichen im Ahrtal schon vor fast zwei Jahren vorgeschlagen, aber die Idee wurde dort nicht umgesetzt. In Bernkastel an der Mosel scheint man etwas aufgeschlossener für solche Touren zu sein. Dort findet am 2. und 3. Mai die 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig statt. Wer sich dafür anmelden will, findet entsprechende Infos unter  http://www.bernkastel.de/veranstaltungen/wanderkultour-2015/programm-der-wanderwoche/24-stunden-wanderung.html





3 Kommentare »

  1. Becki — 24. Februar 2015 @ 12:19

    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, zu fasten und zu wandern. Bin da wohl ein kleines Mimöschen. 😉 Aber die Bilder, die entstanden sind, sind wunderschön. Absolut traumhaft.

    Lg aus St. Leonhard

  2. Hans-Joachim
    Hans-Joachim — 26. Februar 2015 @ 11:17

    Liebe/e Becki,

    herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, es ist ne schöne Gegend hier rund um Köln. Aber bei euch in Südtirol ist es mindestens genauso schön.

    Liebe Grüße

    Joachim

  3. Sarah — 13. August 2015 @ 22:13

    „Zuweilen ist die Markierung des Kölnpfades verständlich und klar.“ … Mit Betonung auf „Zuweilen“, hihi. Die Erfahrung hab ich auch gemacht. Aber trotzdem freu ich mich auf die nächste Kölnpfad-Tour. Schön geschrieben!
    … sagt: das Töchterchen

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