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M.D. von: am: 4.08.2014
M.D. Autor(in):    |   4. Aug 2014   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Mosel-Saar, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz, Traumpfad,

Tolle Ausblicke vom Bleidenberg

Die Bleidenberger Ausblicke, ein Traumpfad den ich zwar schon länger im Visier, mich aber i-wie nicht so richtig ran gewagt hatte. Erst erschien er mir zu anstrengend, wegen der Zeitangabe von 5h, dann gabs so viele andere, tolle Wege die erwandert werden wollten, doch nun war es endlich so weit. Die Vorfreude war groß.

Gleich bei der Anfahrt zum Parkplatz in Oberfell macht sich die Qualität der Traumpfade bemerkbar: hatte ich letzte Woche noch mit der Beschilderung bei der Traumschleife Ehrbachklamm gehadert, gibt es diesesmal nur Lob: alleine der Start-/Zielparkplatz ist quer durch den Ort ausgeschildert, verfehlen (fast) unmöglich. Auch unterwegs kann man nicht vom Weg abkommen, denn wenn mal keine Plastikplakette aufgehängt ist, ist das Pfadlogo an einen Baum gesprüht. Ich bin teilweise „blind“ gewandert, d.h. ohne Brille und selbst dann konnte ich immer was orangenes zur Orientierung entdecken. Ganz zu schweigen von den vielen Kilometertafeln unterwegs – einfach perfekt.

Beim Weg wird nicht lange gefackelt, der geht gleich in die Vollen, aber so was von! Hinter der Kirche geht es gleich zackig bergauf durch einen Weinhang (der Einstieg liegt etwas versteckt, aber gut beschildert hinter einer Mauer).

Durch diese hohle Gasse...

Durch diese hohle Gasse…

Eigentlich geht es mindestens die erste 3/4h nur bergauf, denn nach dem Weinhang gehts im Wald mal grad so weiter, bis man zur Schutzhütte „Am Dickenberg“ kommt. Eine Sinnebank und eine Tischgruppe bieten dort die Möglichkeit sich auszuruhen und die ersten Ausblicke (in die Vordereifel) zu genießen.

Ausblicke vom Dicke Berg (404m ü. NN)

Ausblicke vom Dicke Berg (404m ü. NN)

Nach soviel Aufstieg kann es erstmal nicht noch weiter hoch gehen und so verläuft der Weg eine geraume Zeit auf diesem Plateau durch die Wiesen und am Wald entlang bis zur K71, die es nun zu überqueren gilt. Auf der anderen Straßenseite beginnt nun der Abstieg hinunter zum Alkener Bach, welchen man aber mehr neben sich plätschern hört, denn sieht, zu urwüchsig und dicht ist der Wald rechts und links vom Wanderweg.

ein Blick auf den Alkener Bach

ein Blick auf den Alkener Bach

Ich weiß nicht, was es mit der Helmutseiche auf sich hat, die in der Tourbeschreibung extra erwähnt wird, aber so sieht sie aus:

Helmutseiche

Helmutseiche

Sie hätte auch Karlheinz-Eiche oder Renate-Eiche heißen können, es wäre mir kein Unterschied aufgefallen… 😉

Der Weg verläuft noch weiter im Wald und immer wieder tauchen Wanderhütten unterwegs auf. Am Waldrastplatz Pflein-Berent mögen sich bitte Saarländer einfinden und Entwicklungshilfe leisten, sowas tut einem doch in der Seele weh:

Soll das ein Schwenker sein?!

Soll das ein Schwenker sein?!

Immer weiter durch den dichten Wald, mit dem Bach als Begleiter, gelangt man bald zu einer Steigung, die schon zur Burg Thurant in Alken hinauf führt. 0,7km sind es und schon steht man auf der Zufahrt zum Burgparkplatz. Als ich aus diesem engen Weg heraus kam, ging eine Wanderin in Flip-Flops den gleichen Weg hinunter. Es gibt Dinge, die kann man nicht verstehen. Von diesem Anstieg aus sah man noch einen ehem. Steinbruch:

Blick auf einen ehem. Steinbruch

Blick auf einen ehem. Steinbruch

Eine Besichtigung der Burg lies ich bleiben, ich war schon mal da und wollte den Wanderzeitplan nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Burg Thurant in Alken

Burg Thurant in Alken

Infos zur Burg findet man hier: Burg Thurant.

Von dort aus geht der Weg nun entlang des Weinbergs und über einen engen Steinpfad hinunter zur historischen St. Michaelskirche. Auf diesem Teilstück des Weges liegt einem Alken zu Füßen:

Alken

Alken

Eine Besichtigung der Michaelskirche lohnt definiv, wenngleich sie auch nur Sonntags und an Feiertagen, von Ostern bis Oktober von 14-17h geöffnet ist. Aber auch das Außengelände alleine ist schon toll.

Abstieg von der Kirche runter nach Alken

Abstieg von der Kirche runter nach Alken

Auch Alken sollte man wenn möglich einen Besuch abstatten. Wunderschönes Moselörtchen und entlang der „Uferpromenade“ lässt es sich prima in einem Lokal außen sitzen, um Land und Leute zu betrachten.

Doch dafür hatte ich heute keine Zeit, ich war ja nicht zum Spaß unterwegs… 😉 Denn kaum unten angekommen, geht es durch das Stadttor schnurstracks zum nächsten, heftigen Anstieg, den Sieben Fußfällen.

Alkener Stadttor

Alkener Stadttor

Sieben Fußfälle am Alkener Bleidenberg

Sieben Fußfälle am Alkener Bleidenberg

Von unten da sah das i-wie immer recht harmlos aus… Der Einstieg zum Aufstieg (*g*) erfolgt hinter dem Stadttor links neben einem Vorgarten und ein Schild macht dort auf die bevorstehende (Tor)Tour aufmerksam: es handele sich um einen Klettersteig, der nur von erfahrenen Kletterern und Wanderern begangen werden darf. Jou, um einen Klettersteig mit Haken und Seilen handelt es sich zwar nicht, aber alleine die Steigung verwandelt ein gehen automatisch in klettern. Uff

2014-08-02 14.34.42

Das schöne an diesem Teilstück ist, dass man die Burg Thurant (fast) von allen Seiten sieht, die man so normalerweise nicht kennt:

Burg Thurant von hinten

Burg Thurant von hinten

Die Bilder sind teilweise leider etwas schlecht, da ich heute nur mein altes 3er iPhone zum fotografieren dabei hatte und wenn die Sonne weg war, wars zu dunkel für diese Kamera.

Aussicht von den 7 Fußfällen

Aussicht von den 7 Fußfällen

Oben angekommen, erreicht man die Wallfahrtskirche Bleidenberg. Ich habe nix mit der Kirche am Hut, mit Kirchen als Sehensürdigkeit aber schon und das auch gerne. Und deshalb führte mich mein Weg auch direkt zur Kirche hin, um zu gucken, ob man rein kann (dass wie weiter vorher genannte  Michaelskirche an diesem Tag geschlossen hat, war mir von vorherigen Besuchen bekannt). Man konnte rein und ich staunte: ein einfaches Gemäuer, aber toll:

Wallfahrtskirche Bleidenberg von außen...

Wallfahrtskirche Bleidenberg von außen…

... und von innen

… und von innen

Ein Schild vor der Kirche mit der Beschriftung „keltisches Zangentor 200m“ lies mich neugierig werden und ich folgte diesem, aber alles was ich sah, waren ein paar langweilige Steinhaufen im Gebüsch. Hm…

Einem schönen Panoramaweg folgend, ging es nun schon bergab auf die Schlussetappe. Aber auch da wurde es noch nicht langweilig, für Abwechslung sorgte die Wanderhütte Bleidenberg wo eine Tafel die Geschichte von Alken verdeutlicht.

Unterwegs erreicht man noch eine Aussichtskanzel, an der man sich entscheiden kann, den Abstieg durch den Königinnenwingert zu nehmen oder der eigentlichen Streckenführung treu zu bleiben. Ich entschied mich für letzteres, wollte ich mir doch die Lagerstätte des Homo erectus noch ansehen. Doch bevor ich dorthin kam, begann der „Kulturabschnitt“ schon mit einer nachgebauten keltischen „Pfostenschlitzmauer“:

keltische Pfostenschlitzmauer

keltische Pfostenschlitzmauer

Von den Kelten zum Homo erectus ist es zeitlich nicht weit, zumindest wenn man auf den Bleidenbergern Ausblicken unterwegs ist, man muss sich nur 1x umdrehen:

Lagerstätte des Homo erectus

Lagerstätte des Homo erectus

Man kann diese nachgestellte Lagerstätte auch ganz aus der Nähe betrachten, etwas weiter den Berg hinab führt ein Pfad dahin. Dort erfährt man auch, dass es doch Elefanten im Hunsrück gibt, bzw. dass es mal Waldelefanten (und Wollnashörner) an der Urmosel gab.

Es folgt noch ein bisschen Waldweg, der genau so steil wie es am Anfang bergauf ging, nun bergab führt und kurz darauf kommt man über 3 Ecken wieder am Start-Zielpunkt hinter der Kirche an.

Die offizielle Wanderzeit für diesen Weg wird mit 5h (bzw. 4:56h – wer hat da denn so genau gemessen?) angegeben, aber ich war mal wieder schneller und habe genau 4h dafür gebraucht.

Fazit: toller Weg, teilweise richtig anstrengend, aber gerade deswegen sehr gut! Ich war stellenweise froh, dass ich mittlerweile fast immer meinen Wanderstock dabei habe.

 

Apropos Wanderstock, eine Frage an die Wanderfreunde da draußen: weiß jemand, ob es für die folgenden Orte (zur Not auch der jew. Gemeinde) Plaketten für den Wanderstock gibt, wenn ja, wo?

– Winningen (VG Rhein-Mosel)
– Kobern-Gondorf (VG Rhein-Mosel)
– Rhens (VG Rhein-Mosel)
– Burgen (VG Rhein-Mosel)
– Mastershausen (VG Kastellaun)
– Mittelstrimmig (VG VG Zell Mosel)
– Oberfell (VG Rhein-Mosel)
– Boppard und OT (aber ich nehme an, da werde ich in Boppard fündig, zumindest für Boppard als übergeordneter Ort)

 





1 Kommentar »

  1. Josef Reichert — 8. Oktober 2014 @ 13:09

    Ich bin vor einigen Wochen die Moselsteigetappe von Löf nach Kobern Gondorf gegangen, die ab Burg Thurant wohl identisch mit den Bleidenberger Ausblicken sein dürfte. Ich bestätige gerne die Angaben von M.D., eine tolle fordernde Strecke mit bemerkenswerten Aussichtten auf Alken und Burg Thurant.
    PS.
    Als Saarländer werde ich mich wohl demnächst um den “ Schwenker“ ( siehe Libi) kümmern müssen.

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