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M.D. von: am: 30.07.2014
M.D. Autor(in):    |   30. Jul 2014   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz, Traumschleife,

Die lange Traumschleife Ehrbachklamm (im Hunsrück)

Was macht man, wenn man schon gut 5 Wochen nicht mehr wandern war und vor lauter überschüssiger Energie Bäume ausreißen könnte? Richtig, man macht einen Tag frei (oder zwei) und nimmt sich eine „schwere“ Strecke vor, in dem Fall die lange Variante der Traumschleife Ehrbachklamm.

Ein Rüffel gleich vorweg: lieber Streckenplaner, der Weg ist ein Witz! Nicht die Kategorisierung und nicht die Länge, auch nicht der Verlauf, nein, es geht um die Beschilderung. Ist es zuviel verlangt, Streckenschilder AN Gabelungen anzubringen und nicht erst in einer Biegung DAHINTER?
Ist es zuviel verlangt, auf Schilder, die an Bäumen mitten in der Gabelung angebracht sind, Pfeilchen aufzumalen, die darauf hinweisen, an welcher Seite der Weg weiter geht? Nur weil dann Stufen im Hang folgen, lässt das bei dem üppigen, vorhandenen Wegenetz nicht zwingend auf den weiteren Verlauf des Traumschleifen-Weges schließen.
Wenn Holzschilder die Richtungen dieser (anderen) Wanderwege weisen, wäre es auch nicht ganz verkehrt, wenn in unmittelbarer Nähe ein Schild der TS hängen würde um zu erkennen, dass man NICHT diesen Holz“wegen“ folgen soll.
Ich stand heute mehr wie einmal fluchend und suchend im Wald.

So, von vorne: nachdem ich am Ortseingang von Oppenhausen gemerkt habe, dass nicht der Parkplatz gegenüber vom Sportplatz der Wanderparkplatz ist (nein, das hat nix mit der mangelhaften Beschilderung zu tun), fuhr ich weiter in den Ort hinein, Richtung Hübingen, wo der Start- und Zielpunkt dieser Strecke zu finden ist. Ich war recht früh dran und so hatte ich den Parkplatz montags morgens um 9.30h noch für mich alleine.

DSCI7309

Ich machte mich an der ausgestellten Karte mit dem Streckenverlauf vertraut, denn eigentlich wollte ich den Weg entgegen der vorgegebenen Richtung laufen. Und zwar deshalb, weil ich vor ein paar Jahren mal von Schloss Schöneck zur Ehrenburg gewandert bin und den Abstieg vom Schloss in die Ehrbachklamm als ziemlich steil in Erinnerung hatte. Mir kam damals eine Wandergruppe entgegen, die mich völlig erschöpft fragte, wie weit die Steigung denn noch gehe – und dem wollte ich entgehen.

Von dieser Karte bis zum eigentlichen Start sind es nochmal 300m und dort schlug ich dann meine Richtung ein, die in Richtung Waldkindergarten „Winkelholzbande“ führen sollte. Bis dorthin ging es auch noch gut, statt vor den Baum guckte ich dann eben dahinter, um ein Schild zu finden. Erste größere „Suchaktionen“ folgten bald darauf, weil schlecht zu erkennen war, ob es am Märchen-Hexen-Wald gerade aus oder doch übers KiGa-Gelände gehen soll. Ich entschied mich für geradeaus, das war zwar nicht falsch, aber auch nicht richtig, immerhin stieß ich wieder auf den eigentlichen Streckenverlauf.

Auch dieser junge Mann gab keine Auskunft zum Weg

Auch dieser junge Mann gab keine Auskunft zum Weg

An der Hütte und Aussichtspunkt „Waldesruh“ vorbei ging es schon bald bergab in den Wald hinein. An welcher Stelle sich dieser Punkt im Wegverlauf genau befindet, kann ich auf der Karte nicht nachvollziehen, allerdings kam ich den Weg später wieder hoch – als ich den Weg „richtig herum“ lief. Allerdings hatte ich beim ersten passieren noch mehr Muse für die Aussicht:

Aussicht "Waldesruh"

Aussicht „Waldesruh“

Bis hier hin war noch alles ziemlich im grünen Bereich, doch er eigentliche „Irrtum“ sollte kurz darauf erfolgen: der Abstieg in die Ehrbachklamm. An sich eine tolle Sache, allerdings sollte das an dieser Stelle der Wanderung nicht erfolgen, wie ich eigentlich zu spät merkte.
Der Weg runter in die Klamm ist mit einem Holzschild ausgewiesen, leider fehlt aber an dieser Stelle ein (gut sichtbares) TS-Schild, dass deutlich macht, dass man da NICHT runter soll, sondern geradeaus weiter gehen soll.

Im Nachhinein hätte ich die anderen „Zeichen“ als solche deuten sollen: a) es begann an dieser Stelle zu regnen, obwohl für diese Uhrzeit noch keiner angesagt war und der Himmel strahlendblau über den Bäumen hing und b) es erschien (mir) ein Reh! Mir! Ein echtes Tier in freier Wildbahn – spätestens das wäre der Zeitpunkt gewesen, das Weite zu suchen und den Weg woanders fortzusetzen. 😉 Aber ich war tapfer, trotzte dem Regen, glotzte genau so doof wie das Reh und verlief mich.
Es kam mir zwar komisch vor, da es auf der Karte so aussieht (und auch so ist), dass die Ehrbachklamm erst an anderer Stelle der Strecke kam, aber nun gut, nun war ich halt unten.

Abstieg in die Ehrbachklamm

Abstieg in die Ehrbachklamm

Abstieg in die Ehrbachklamm (leider verwackelt, mir saß wohl noch die Begegnung mit dem Reh in den Knochen...)

Abstieg in die Ehrbachklamm (leider verwackelt, mir saß wohl noch die Begegnung mit dem Reh in den Knochen…)

Unten angekommen, entdeckte ich gleich 2 (!) Schilder – eins für nach links und eins für nach rechts, aber keinen Hinweis, welcher markante Punkt in welcher Richtung der nächste ist. Ich entschied mich für die – falsche – Richtung und wanderte nach rechts weiter, dem Bach und der Klamm entlang. Das war alles wunderschön, ich kannte es ja schon von meiner o.g. Schöneck-Ehrenburg-Runde, doch als ich kurz darauf die Eckmühle erreichte und sah, dass es von hier nur noch 2,1km bis zum Start-Zielpunkt sind, war ich sauer. Sollte meine Wanderung wirklich schon nach 1,5h zu Ende sein? Nein, dafür bin ich nicht aufgestanden, also machte ich auf dem Absatz kehrt und folgte nun doch dem Weg in der „richtigen“ Richtung.
Es fehlte mir dann zwar die Strecke Startpunkt-Auf Erbes-Beulslay-Eckmühle, aber dafür bin ich ja die Klamm einmal hin und her gewandert…

Hier mal ein paar Fotos aus der Klamm – in der richtigen Richtung:

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So, da ich jetzt wieder auf den Pfad der Tugend zurück gekehrt war, konnte ja nix mehr schief gehen… Ich war froh, meinen (IFAT-)“Pilgerstab“ dabei gehabt zu haben, denn nicht nur beim Gang über die nassen Steine in der Klamm, war er eine gute Stütze (im wahrsten Sinne). Am Ende dieser idyllischen Passage steht ein Anstieg in Form der „Rauschenbergsteige“ an.

DSCI7332

 

Dieser ganz friedlich aussehende Weg gilt es auf dem Weg zur Daubisbergermühle zu erklimmen. Unterwegs hat man noch einen schönen Blick auf Schloss Schöneck:

Schloss Schöneck

Schloss Schöneck

Die Daubisbergermühle ist bewirtet, man könnte hier eine Rast einlegen. Das tat ich aber nicht, sondern setzte meine Wanderung fort, um bald darauf wieder auf Schnitzeljad zu gehen und an einer Kreuzung/Abzweigung ein Streckenschild zu suchen. Übung macht den Meister und keine 30m hinter der Wegteilung entdeckte ich (m)ein Schild. In der Tourbeschreibung heißt es nun „führt die Wanderung am Heilbrünnchen vorbei“ – „vorbei“ heißt hier wirklich geradeaus weiter, denn es biegt auch unmittelbar nach dem Heilbrünnchen ein Weg ab und obwohl man dann auch am Brünnchen „vorbei“ kam, ist es kein Teil der Traumschleife. Obacht!

Heilbrünnchen

Heilbrünnchen

Am Ende der Heilbrünnchen-Steigung erreicht man die Schwedenschanze in Windhausen, welche ein alternativer Start-Zielpunkt dieser Strecke ist.

nochmal Schloss Schöneck

nochmal Schloss Schöneck

Wanderhütte Schwedenschanze

Wanderhütte Schwedenschanze

Langsam aber sicher rückte mein „befürchteter“ Aufstieg zu Schloss Schöneck näher. Vorher musste aber erst noch die „Mayer Stiege“ erklommen werden, an der die Beschilderung sicherlich auch verbesserungswürdig ist… Oben angelangt, folgen die Aussichtspunkte „Auf Höchst“ (326,00 m.ü.NN) und „Walecho“. Über Wiesen und Felder läuft der Weg weiter und endlich erblickte ich die Ruine der Burg „Rauschenburg“.

Ruine Rauschenburg

Ruine Rauschenburg

Ruine Rauschenburg

Ruine Rauschenburg

Endlich insofern, als dass ich befürchte, sie vor 4 Jahren „übersehen“ zu haben. Nachdem ich inzw. gelesen habe, dass man auch zur Ruine hin kann (allerdings nicht von dieser Strecke aus), werde ich das sicher mal machen.

Der Anstieg zum Schloss erwies sich dann als weniger schlimm wie befürchtet, weil er einen anderen Verlauf nimmt, als der mir bekannte Weg. Eine machbare Steigung von 0,5km führt aus dem Tal heraus am Hang entlang nach oben und ehe man sich versieht, steht man schon auf der asphaltierten Zufahrtsstraße. Diese geht man dann ein paar Meter bergauf, bevor es auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder in natürliche(re)n Wegen weiter geht.
Diese bestehen sowohl aus Waldwegen, als auch eng und steil am Hang entlang laufende Bermen – bergauf und bergab. Der letzte Anstieg in diesem weiteren Verlauf ist der hoch zum „Winkelholzköpfchen“. Den bin ich am Anfang ja schon in die Gegenrichtung gewandert. Oben angekommen traf ich also alte Bekannte in Form der Schutzhütte „Waldesruh“ und des Waldkindergartens wieder. Mit dem Unterschied, dass ich nun – dem richtigen Verlauf folgend – durch das KiGa-Gelände kam, welches ichs anfangs umgangen bin.

Kurz darauf erreichte ich dann – relativ unzufrieden – den Parkplatz wieder. Unzufrieden deshalb, weil ich den Weg nicht so wandern konnte, wie er geplant ist. Klar, alles andere war auch schön und die Dauer war auch ok, aber es „fühlt“ sich halt nicht vollständig an.
Dadurch habe ich auch keinen Vergleich, was die Zeit angeht: ich benötigte für meine Strecke 4h 50min, die TS ist aber veranschlagt mit 4h 20min. Da ich meist schneller bin wie die Angabe, könnte ich davon ausgehen, mehr absolviert zu haben wie die eigentlichen 15,1km der Strecke, aber ich weiß es nicht.
Naja, vllt werde ich den Weg irgendwann erneut gehen. In ein paar Jahren.

Ein Gutes hatte die Anstrengung aber: das alkoholfreie Weizen der Firma E. aus E. schmeckte abends auf der Buchholzer Kirmes sogar wieder – mit dem hätte man mich am Abend zuvor noch jagen können.

 





3 Kommentare »

  1. Karin — 2. August 2014 @ 00:17

    Hallöchen… danke für Deinen Beitrag… wir haben Deine Hinweise zur Markierung an die zuständigen Kollegen weiter gegeben. Ich denke, da wird man sich in Kürze drum kümmern.
    Liebe Grüße,
    Karin

  2. M.D.
    M.D. — 2. August 2014 @ 16:23

    Danke! Wenn ich das jetzt ein paar Tage später lese, kommts mir zwar ein bissel hart vor, aber ich war heute den Traumpfad „Bleidenberger Ausblicke“ wandern (Bericht folgt) und habe einen himmelweiten Unterschied bzgl. der Markierung festgestellt.

    Ich denke auch im Sinne der Sicherheit bzw. einer potentiellen Rettungsaktion, ist es besser, wenn ein Weg durchgehend sichtbar gekennzeichnet ist. Grad in so unwegigem und vielfältigen Gelände wie der Ehrbachklam.

    Zum Abschluss aber auch noch ein Dank an die vielen fleißigen Hände, die solche Wanderwege überhaupt erst möglich machen!

  3. schlosser willi — 30. September 2014 @ 09:24

    ein ganz toller Wanderweg,unser hund war begeistert von der ehrbachklamm.

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