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M.D. von: am: 14.06.2014
M.D. Autor(in):    |   14. Jun 2014   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Mosel-Saar, Rheinland-Pfalz, Traumschleife,

Layensteig Strimmiger Berg – wilde Tiere, „Lebensgefahr“ und eine Überraschung…

Während sich die ersten schon über die Hitze beschwerten, bevor sie richtig da war, bedeuten Temperaturen um die 30° ja für mich optimales Wanderwetter. Dazu am liebsten einen (mittel)schweren Weg und ab geht die Luzie!

In diesem Fall in Mittelstrimmig. Man hätte auch in Altstrimmig oder Liesenich einsteigen könnten, ich wollte mich aber nach der Tourbeschreibung richten (Outdooractive, Tourflyer).
Mein Zugeständnis an die Hitze war das Parken unterm (einzigen) Baum am Startplatz vor der Kirche. Die Glocken schlugen gerade 13.30h als ich startklar war und die Richtung des Zubringers suchte. Dieser führt ein bisschen durch ein Wohngebiet, bis man den eigentlichen Startpunkt erreicht – kein Mensch war bis dorthin zu sehen, ganz Mittelstrimmig schien Siesta zu halten…

Die Traumschleife beginnt mit einem Baumleerpfad, das sollten nicht die einzigen Schilder bleiben, die die entsprechenden Gewächse nebenan/dahinter unterwegs erklären. Dann der erste „Schock“, die „Schockkapelle“ (die heißt wirklich so) vorm Eingang zum „Schockwald“:

ein schöner Rücken, kann auch entzücken: Schockkapelle von hinten

ein schöner Rücken, kann auch entzücken: Schockkapelle von hinten

Auf den folgenden paar Metern sollte man etwas vorsichtig sein, denn da überquert man die L202. Im „Schockwald“ angekommen, trifft man auf eine Grillhütte, auch nicht die einzige unterwegs, bevor man auf freies Feld gelangt.

DSCI7257

Prinzipiell sind solche Passagen ja schön, aber aufgrund der prallen Sonne geb ich zu, dass ich doch froh war, als der Weg wieder in schattigere Gefilde kam. Aber bevor es soweit war, musste ich noch eine Mutprobe bestehen: eine Kuhweide durchqueren:

Das Tor zur Hölle...

Das Tor zur Hölle…

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Ich war froh, dass die Kühe am anderen Ende der Koppel grasten, denn sonst wäre meine Wanderung hier schon beendet gewesen. Ein Held wie ich nun mal bin, meisterte ich die 4m aber mit Bravour!

An den Bäumen/Sträuchern die am rechten Bildrand noch zu sehen sind, geht es etwas schattig weiter, bis man ans Einstiegsportal Altstrimmig kommt. Auch hier steht eine Grillhütte, die sich sogar den Luxus eines eigenen – gemauerten – Klohäuschens leistet:

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Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich in dem Fall doch lieber das Gebüsch vorziehen würde… Vis-a-vis des WCs geht es in Wald hinein, wo auch der Weg weiter läuft.

sing *Deine Spuren im *Wald...

sing *Deine Spuren im *Wald…

Unten im Wald war es dann richtig angenehm „kühl“ und ich schlenderte so vor mich hin, an einer Sinnebank vorbei, für die extra ein kurzer Schlenker abseits der Waldwegtrasse mitsamt Brücke eingebaut ist:

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Und während ich so an nichts böses denkend daher wandere, baut sich vor mir ein schreiender „Killervogel“ auf! Kennt ihr die Szene mit dem Killer-Kanninchen aus Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“? – das war nix dagegen.

Killervogel

Killervogel

Im Ernst: ich habe selten einen kleinen Vogel so laut krähen hören, ich bin dermaßen erschrocken, dass ich erst mal wieder ein paar Meter zurück gestolpert bin und dabei beinahe im Matsch ausgerutscht bin. Und nun standen wir uns Auge in Auge gegenüber. Allerdings gehe ich davon aus, dass bei dem Vogel leider Tollwut o.ä. im Spiel war, denn er hat sich keinen mm mehr bewegt und mich nur mit verdrehtem Kopf angeguckt. Ich hab mich dann mit einem Stöckchen bewaffnet, um einen evtl. „Angriff“ des Vogels abzuwehren, aber das Tier saß einfach nur still und unbeweglich da.

Ein paar Meter weiter informiert diese Tafel über die Hunsrücker Geologie:

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Nach soviel Aufregung und Information war ich froh als ein Schild auf das Lokal „Pulgersmühle“ hinwies, dass (fast) direkt am Weg liegt. Man muss dazu den Weg um ca. 50m verlassen und eine Straße überqueren, aber das macht nix. Nur sollte man die Straße wieder mit besonderer Vorsicht überqueren, denn die Mündung des Waldweges liegt genau in einer schlecht einzusehenden Kurve – in deren Bogen die Mühle steht.

Hier legte ich eine Pause von ca. 20min ein, von denen ich max. 1/10 für das Leeren des Glases brauchte:

Weizen 3,50€, Pulgersmühle: Prost!

Weizen 3,50€, Pulgersmühle: Prost!

Frisch „aufgehopft“ ging es nun wieder über die Straße zurück in den Wald, bevor der Weg wieder offenes Feld – und somit an diesem Tag pralle Sonne – erreicht.

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Aber ich will nicht jammern, das hatte ich mir ja selbst so ausgesucht. Zum Jammern war auch keine Zeit, denn es ging so gut wie schnurstracks auf den ersten Klettersteig zu. Yes!, genau deshalb hatte ich den Weg auch ausgewält.
Auf der einen Seite helfen ein paar in den Fels geschlagene Sprossen beim hochkletterm, während auf der anderen Seite eine Leiter für den Abstieg angebracht ist. Man kann diese Passage auch umgehen und ebenerdig bleiben, aber dann hat man auch nicht die Aussicht über den Wald, in dem man sich gerade befindet.

Rückblick auf den Burgberg-Klettersteig

Rückblick auf den Burgberg-Klettersteig

Wieder unten angekommen, geht es auf historischen Pfaden „Keltenweg“ weiter, 2 Tafeln erklären dort a) den Verlauf dieser historischen Trasse und b) den Begriff „Schinnkaul“. Schinnkaul-Klettersteig heißt dann auch der zweite Kletterfelsen, den man wieder mit in den Stein befestigten Tritteisen erklimmt/überwindet. Nicht schwindelfreie haben auch hier die Möglichkeit, den Steig zu umgehen.

Ab dieser Stelle unterscheidet sich meine Wanderung noch von den bis jetzt aktuellen Wegbeschreibungen, denn plötzlich stand ich vor diesem Schild:

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Zwar werden auch künftige Wanderer daran vorbei kommen, aber ich befand mich auf direktem Weg zum 3. Klettersteig, der – wie ich inzw. weiß – noch ganz neu ist und erst vor 2 Wochen frei gegeben wurde. Überraschung! Daher taucht er noch in keiner Beschreibung auf (das sei aber in Bearbeitung).

2 mächtige Leitern machen aus dem Felsen den „Höhlenschlucht Klettersteig“:

Höhlenschlucht Klettersteig

Höhlenschlucht Klettersteig

Unten angekommen, erfährt man anhand diesem Schild was es mit den Felsen auf sich hat:

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Deutlich wird der Schiefer(ab)bau auch im folgenden Waldabschnitt, in dem man an einigen alten Stollen und einer rekonstruierten Behaussung vorbei kommt. Am Weg aus dem Tal heraus kommt man auch an dieser „Behausung“ vorbei:

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Ob das stille Örtchen echt oder nur eine Attrappe ist, wollte ich lieber nicht nachkontrollieren… Dieser minimale Anstieg endet an einem Biotop, genauer gesagt am „Biotopweiher am Fohlbach“.

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Und was dem Masdascher Burgherrenweg seine Wasserabstreifer, ist dem Layensteig sein Handfeger… 😉

Die nächste Straßenquerung folgt unmittelbar, von wo aus der Weg dann zum Einstiegsportal Liesenich führt, allerdings etwas bergauf. Von hier aus ist es dann nicht mehr allzu weit (ca. 1,5km), bis man wieder in Mittelstrimmig ist. Als ich mein Auto am Kirchenvorplatz erreichte, schlugen die Glocken erneut und zwar 17:30h. D.h. ich war auf die Minute genau 4h unterwegs. Wenn man bedenkt, dass ich davon 20min im Biergarten saß und der Weg in der Beschreibung mit 4:45-5:30h  (!) veranschlagt ist, bin ich am überlegen, ob die Uhr falsch ging oder der Weg in der Hitze zusammen geschnurrt ist und an dem Tag keine 13,8km lang war.

Mein Fazit: mal wieder eine sehr schöne Traumschleife, die großen Spaß gemacht hat!

 





6 Kommentare »

  1. Karin — 14. Juni 2014 @ 22:54

    Boahha, die neuen Leitern kenne ich noch gar nicht! Sehen ja cool aus! Würde sie aber lieber rauf als runter gehen… Habe mich sehr über Deinen Bericht amüsiert!
    Und wegen der Wanderzeiten musst Du Dich als Allein-Wanderin nicht wundern. Das ist ein Durchschnittswert. Und scheinbar bist Du einfach recht flott unterwegs.

    Liebe Grüße,
    Karin

    P. S. Hoffentlich geht es dem Vögelchen gut !

  2. Elke — 15. Juni 2014 @ 14:26

    Ich hab mich abgerollt vor lachen :-)

    Tapfer bist du, Aug in Auge mit einem Vogel und 4m Kuhweide überquert, wenn das keine Tapferkeitsmedaille gibt, dann weiß ich es nicht :-)

    Herrlich beschrieben, der aller einzigste Nachteil einen Hund zu haben ist der, keine Klettersteige mit ihm gehen zu können, das wäre nämlich mal wieder was für mich, trotz der lebensbedrohlichen Tierwelt auf dem Weg.
    Einen lieben Gruß
    Elke

  3. Bastian Dick
    Bastian Dick — 15. Juni 2014 @ 15:28

    Schöner Bericht von einer schönen Tour, ich war eine Woche vorher dort unterwegs in der Hoffnung, den neuen dritten Klettersteig probieren zu können, allerdings war er noch nicht fertig gestellt und der Abschnitt gesperrt.
    Aber dann weiß ich jetzt schon mal, wo es in der nächsten Woche hingeht…
    Und übrigens, das „stille Örtchen“ vor Liesenich ist in der Tat echt, ich habe kontrolliert 😉

    @ Elke
    Zumindest die ersten beiden Klettersteige auf dieser Tour sollten eigentlich kein Problem für deinen Hund darstellen, meinem Hund machen sie jedenfalls riesig Spaß.
    Wie ich gesehen habe, bist du schon auf der Traumschleife Baybachklamm gewandert, da wohl allerdings ohne Hund.
    Wenn du ihm die Baybachklamm zutrauen würdest, sind zumindest die beiden ersten Steige auf dem Layensteig auch kein Problem.
    Es gibt auf dem Burgberg zwar eine Leiter an einer senkrechten Wand von ca 4m, aber die kann der Hund umgehen.

  4. M.D.
    M.D. — 15. Juni 2014 @ 18:02

    Freut mich, dass der Bericht gelungen ist, es war aber auch ein Abenteuer… 😉

    Ergänzend dazu noch die Antwort aus Mittelstrimmig, wo ich für meine eigene Statistik schon mal nach der neuen Weglänge nachgefragt hatte:
    „Die Streckenlänge ist mit 800 m um genau 300 m länger als der bisherige Streckenverlauf, der jetzt als Umgehung genutzt wird.“

  5. W.Lehmann — 8. September 2014 @ 09:47

    Die Ansichten des schönen Wanderweges kann ich nur teilen. Es ist schon ein kleines „Muss“, diesen Weg in jeder Jahreszeit einmal zu erleben. Mein Start- und Ausgangspunkt beginnt immer an der Pulgersmühle und endet bei angenehmer und leckerer Einkehr. Die Erweiterung der neuen Kletterschleife ist nach meiner Ansicht gut gelungen und eine echte Bereicherung. Außerdem scheint man wirklich sehr bemüht, mit Wegänderungen die Strecke immer wieder attraktiv zu gestalten. Meine letzte Begehung war am 07.09.2014 und wurde durch ein weitgreifendes Ereignis getrübt. Der Bach- und Talweg hinter Altstrimmig fiel wohl sicher notwendigen Waldarbeiten regelrecht zum Opfer. Die ganze wildromantische Strecke wurde einfach auf Breite eines Schiebeschildes einer Planierraupe eingeebnet. Der Weg ähnelt einer Panzerübungsstraße, mit brachialer Gewalt ist hier der Natur zu Leibe gerückt worden, ein Teil der beschriebenen Brücke an der Sinnesbank ist beschädigt, teilweise ist der Abraum einfach Richtung Bach geschoben, Bäume entwurzelt, vor den Bach geschoben, oder einfach drüber weg fallen gelassen und riesige Gestrüpphalden „zieren“ den Weg am Bachrand. Wer den Weg vorher kannte, muß wirklich an sich halten, nicht laut loszuheulen. Eine Naturzerstörung, die ihresgleichen sucht. Wer zeichnet sich für so etwas verantwortlich? Außer, dass längere Wegstrecken auch noch sumpfig und schlammig geworden sind, ist die Schönheit völlig zerstört. Sehr schade, den 2. Teil des Weges kann ich wirklich niemandem mehr weiter empfehlen….

  6. Karin — 13. September 2014 @ 20:14

    Hallo Herr Lehmann, wir hatten den Hinweis direkt an die Wegeverantwortlichen weiter geleitet, die das Problem erkannt haben. Man ist in Abstimmung mit dem Forst. Wahrscheinlich sind die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen. Danke auf jeden Fall für den Hinweis!
    Admin Wanderreporter

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