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M.D. von: am: 9.06.2014
M.D. Autor(in):    |   9. Jun 2014   |    Kategorie: Hunsrück, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz, Traumschleife,

Traumschleife Masdascher Burgherrenweg

Zwickmühle: einerseits taten mir sämtliche untere Extremitäten weh, weil ich am Tag vorher eine Stunde aufm Asphalt gejoggt bin, andererseits war das Wetter aber so schön und außerdem die wöchentliche Hausarbeit schon am Feiertag erledigt, so dass der Samstag eigentlich direkt hätte mit Wandern beginnen können. Wenn da nicht Knochen geschmerzt hätten, von denen ich gar nicht wußte, dass ich sie habe…

Ich ging also einen Kompromiss (mit mir) ein und verringerte die Wanderschwierigkeitsstufe von „schwer“ (wollte eigentlich zum Layensteig Strimminger Berg) auf „mittel(schwer)“ und begab mich nach Mastershausen zur Traumschleife „Masdascher Burgherrenweg“. (Wegbeschreibung auf outdooractive, Infoflyer S-H-S).
Auf dem Weg dahin hatte ich dann i-wie das Gefühl „so, ein Ort kommt noch, dann ist die Scheibe aber wirklich zu Ende…“.

Ich parkte direkt am Anfang des Ortes auf dem Parkplatz an den Masdascher Möbelwerken, wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob der Platz öffentlich oder ein Kundenparkplatz der Firma ist. Da zeitgleich noch ein Auto mit Groß-Gerauer-Kennzeichen dort ankam und parkte, nahm ich das als Zeichen „was die können, kann ich auch“ und marschierte los.

Durch den Ort zeigen Logos die Richtung des Zubringerwegs zum eigentlichen Startpunkt an einer Grillhütte in der „Freizeitanlage Hallgarten.“ Hier gilt es sich zu entscheiden, in welcher Richtung man den Weg läuft. Ich entschied mich für die im Infoflyer – der im Kästchen an der Bushaltestelle am örtlichen Startpunkt erhältlich ist – durchnummerierte Richtung.
Der Anfang des Weges verläuft neben einem dichten, dunklen Wäldchen, was mir insofern etwas suspekt war, als dass ich in der Woche davor beim Joggen eine Begegnung mit einem Wildschwein hatte. Einer Spezies, die ich als ehem. „Stadtkind“ bisher nur aus dem Zoo kannte…

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Doch kurz darauf biegt der Weg nach rechts ab und verläuft durch eine weite Wiese bis zum ersten Rastplatz, mit Namen „Zu Fuchslöchern“. Bei der dort aufgestellten Bank hat man wohl an eine Großfamilie oder eine große Wandergruppe gedacht:

Rastplatz XXL

Rastplatz XXL

Es sollte nicht die einzige Bank dieser Größenordnung entlang des Weges bleiben. Allerdings sind die scheinbar aus der Not geboren, denn da beim letzten großen Sturm anscheinend soviele Bäume beschädigt oder umgeworfen wurden, hatte man genügend Material bzw. viel zu viel Holz, welches dann in üppige Ruheplätze verarbeitet wurde.

Die Orkane „Wiebke“ und „Xynthia“ sind auch großes Thema auf dem folgenden Abschnitt des Weges, der sich mit dem Windwurf befasst und auch durch eine Windwurf geschädigte Gegend hinab ins Tal führt.

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Eine Sinnebank lädt auf diesem Streckenabschnitt „Im Dolsberg“ auch noch zum verweilen ein. Unten angekommen, geht es in den Wald hinein, entlang des Mastershausener Baches, den man immer mal wieder mittels Brücken überquert. Einerseits war es zwar sehr idyllisch und ruhig dort unten, andererseits dachte ich mir aber auch „wenn du hier liegen bleibst, findet dich doch kein Mensch mehr“. Die Zivilisation schien meilenweit entfernt. Bestimmt leben dort auch noch unentdeckte Ureinwohner oder ähnliches… 😉

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Man passiert dort auch 2 ehem. Mühlen, die „Bucher Mühle“ und die Ruine der „Mohre Mühle“.  Erstere war lt. der aufgestellten Tafel sogar noch bis 1946 in Betrieb. Ein paar Meter weiter führt der Weg an einem Kreuz entlang, an dem ich lernte, dass der Hl. Wendelin nicht nur im Saarland sehr bekannt ist:

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Es geht noch immer weiter durch den Wald und am Bach entlang – eine wirklich wunderbare Passage, Wasser auf der einen Seite, Felsen auf der anderen – und als ich noch erstaunt auf 2 Stromzähler oder Durchgangszähler oder was das auch immer da im Wald war, reagierte, tauchte plötzlich – und unerwartet – Burg Balduinseck auf. An dieser Stelle musste ich über mich selbst lachen, denn es entfuhr mir ein deutliches „Ha!“ – beim Anblick von Burgen blühe ich auf.
Diese Stelle ist im Tourflyer  – wie ich finde – äußerst passend beschrieben: „… in der schroffe Schieferklippen und der leise fließende Bach um die Aufmerksamkeit des Wanderers wetteifern. Doch mit einem Schlag ist dieser Wettstreit vergessen, als unvermittelt die trutzigen Mauern der Burg Balduinseck empor ragen!“

Burg Balduineck

Burg Balduineck

Ehe ich mich versah, fand ich mich auf den Mauerruinen der Burg wieder. Leider fällt mir immer erst ein, dass ich mind. 30 Jahre zu alt bin, um auf Burgruinen rumzuklettern, wenn ich bereits oben bin… Aus dem Alter komme ich wsl nie raus…

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Nachdem ich mich dort ausgetobt und den Rest der Ruine besichtigt und ausgiebig erkundet habe, setzte ich den Weg fort, der nun für ein kurzes Stück durch einen Tunnel führt, der zusammen mit dem Bachlauf unter der L 203 hindurch führt.

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Im Anschluss daran verläuft der Weg durch einen ganz engen, verwunschenen und verschlungenen „Auenwald“, bevor man wieder an den Bach kommt. Doch nicht lange und es geht ein Stück bergauf. Oben angekommen, schaffte es ein Wasserabstreifer, mich zu verblüffen:

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Es war übrigens nicht der einzige, den ich unterwegs sah. Es gab glaube ich noch 2-3 Bänke, an denen einer befestigt war.

Eine weiter Mühle taucht am Wegesrand auf – die Kaspers Mühle. Auch hier erklärt ein Schild den Werdegang der Mühle, diese war sogar noch bis 1956 in Betrieb. Dafür ist sie auch (noch) keine Ruine.

Es geht noch immer bergauf, wobei die Steigungen bei diesem Weg nicht ganz so anstrengend sind. In der Weg-Beschreibung  heißt es dazu: „Einige steile Anstiege aus den Bachtälern heraus, mit insgesamt 465 Höhenmetern erfordern aufgrund ihrer Kürze nie mehr als Alltagskräfte“. Ein bisschen mehr Anstrengung bedarf es mMn schon, aber es ist auszuhalten.

Die nächste Station des Wanderers ist der Burgberg. Anders, wie der Name vermuten lässt, befindet sich hier aber keine Burg mehr. Die Anlage, die hier wohl mal stand, wurde vor ein paar Tagen verlassen, so etwa um 200 n. Chr. rum. Die Älteren unter uns werden sich vllt noch erinnern… 😉
Ansonsten steht hier heute eine kleine Überdachung, von wo aus man den Blick über die Wälder schweifen lassen kann:

Schutzhütte Burgberg

Schutzhütte Burgberg

Ein römischer Brunnen, an dem man auf dem nächsten Etappenabschnitt vorbei kommt, zeigt, dass hier wirklich mal Zivilisation vorhanden gewesen ist, wenngleich die Funktion dieses Schachtes nicht eindeutig geklärt ist.
Es geht in Serpentinen bergab zum „Rastplatz Herzenauer Hannes“, an dieser Stelle hat es ebenfalls mal eine Mühle gegeben. Während des Hochwassers 2011 hat sich der Bach anscheinend selbständig gemacht und ein neues Bett bezogen. Jedenfalls weist ein Schild auf die Sehenswürdigkeit „neues Bachbett“ hin. Da ich kein Interesse daran hatte, den Weg an dieser Stelle um 100m zu verlassen, um mir das anzusehen, setzte ich die Wanderung auf dem eigentlichen Weg fort, der nun entlang des „Sogsberger Bach“ führt, der seinem Mastershausener Kollegen in Sachen Idylle in nix nachsteht.

Ein paar XXl-Bänke samt Wasserabstreifer später, geht es „Am Todtenberg“ wieder bergauf zur „Grube Apollo“. Von diesem Erzbergwerk, dass von 1858-1941 in Betrieb war, sieht man nur noch das Einstiegsloch:

Eingang "ehem. Grube Apollo"

Eingang „ehem. Grube Apollo“

Der einzig wirklich nenneswerte Anstieg erfolgt direkt danach am „Zick-Zack-Pfad“, der heißt nicht nur so, der verläuft auch so. Aber auch der ist zu schaffen. Oben führt der Weg erstmal noch am Aussichtspunkt „Winterberg“ vorbei, bevor er sich am Galgenturm vorbei wieder dem Ort zu wendet.

Galgenturm

Galgenturm

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Aussicht vom Galgenturm

Doch bevor man den Ort erreicht, passiert man noch eine besondere Eiche, nämlich „die Eich“. Gehängt wird hier heute – angeblich – niemand mehr, aber auch dadurch, dass der Baum innen, bedingt durch mehrere Blitzeinschläge, völlig ausgebrannt ist und trotzdem jedes Jahr noch blüht, stellt er ein besonderes Ereignis dar:

Die Eich (ohne e)

Die Eich (ohne e)

An einem eingezäunten Reh-Gehege vorbei geht der Weg jetzt endgültig wieder zum Ort zurück. Allerdings wäre ich nicht ich, wenn ich nicht spätestens jetzt doch endlich mal ein Schild übersehen würde. Denn ich kam nicht an der Grillhütte Hallgarten vorbei – die ich übrigens auch am Anfang nicht gesehen hatte – wie es die Wegführung wohl hergibt, sondern kam auf meinen eigenen Wegen in den Ort zurück. Und zwar ziemlich genau nach 4h. Womit ich die Vorgabe wieder um eine 1/2 Stunde unterschritten habe.

Fazit: super! Toll! Ein wunderschöner und äußerst abwechslungsreicher Weg! Ich habe gelesen, dass der Weg ursprünglich wohl mal anders verlaufen ist. Dann hatte ich unsägliches Glück, dass ich ihn damals nicht gelaufen bin, denn mit Wanderwegen halte ich es wie mit Büchern: ich lese keins bzw. laufe keinen 2x, dafür ist die Auswahl viel zu gut und zu groß, als dass man sich unnötig mit Wdh. aufhält. Es wäre mir mit dieser neuen Streckenführung definitiv ein Wanderhighlight entgangen!





2 Kommentare »

  1. Karin — 10. Juni 2014 @ 22:06

    Hi M. D. , das hört sich prima an! Werden wir auch auf unsere Liste setzen… Wie ging es nur Deine Extremitäten nach der Tour?
    Alles Gute weiterhin,
    Gruß von Karin

  2. M.D.
    M.D. — 11. Juni 2014 @ 07:57

    Hehe, denen gings erstaunlich gut. 😉
    Nur am Tag drauf beim Rad fahren war zum Ende des „Triathlons“ nur noch Kraft für 20km übrig.

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