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Thomas B. von: am: 25.04.2014
Thomas B. Autor(in):    |   25. Apr 2014   |    Kategorie: Fernwanderwege, Mosel-Saar, Moselsteig, Rheinland-Pfalz,

Schleifen laufen – Der Moselsteig von Ediger nach Kröv

Was schenkt man seinem Kumpel zum 50sten Geburtstag. Wir wandern beide gerne und so war es naheliegend: 3 Tage wandern auf einem Fernwanderweg.

Da der Saar-Hunsrück-Steig bei uns erst 2015 fertig wird, haben wir uns den Moselsteig ausgesucht. Da es zufällig auch das Eröffnungswochenende war, buchten wir frühzeitig die Zimmer. Bombenwanderwetter gab es ja schon seit Wochen und wir befürchteten schon, dass es ausgerechnet jetzt einen Umschwung geben sollte. War aber nicht der Fall, wir hatten drei Tage herrliches Wetter.

Damit wir nicht das ganze Gepäck schleppen müssen, fahren wir mit dem Auto zur ersten Station nach Bullay und dann zurück mit der Bahn nach Ediger. Aus den 4 km Bahnstrecke wurden dann 22 Wanderkilometer.

Fürs Warmlaufen bleibt keine Zeit, denn Europas steilster Weinberg ruft. Es geht hoch auf den Bremmer Calmont. Der Moselsteig verläuft dort als Höhenweg. Wir entscheiden uns aber ab dem Aussichtspunkt Todesangst für den Klettersteig. Das bringt uns ein paar Höhenmeter, aber auch viel Wanderspaß zusätzlich. Kurz vor Bremm geht es steil bergauf zum Gipfelkreuz, wo wir wieder auf den Steig treffen. Hier ist erst mal Rast angesagt, bei der wir den Blick auf unsere erste Moselschleife mit der Klosterruine Stuben genießen.

BREMMER SCHLEIFE

Ab hier geht es zur Abwechslung über breitere Wege, vorbei an Bremm, runter zur Mosel und über die Brücke rüber nach Neef. Von weitem ahnen wir schon, dass es hier wieder steil bergauf geht. Und so ist es auch. Die Höhenmeter gewinnen wir aber recht schnell, denn es führen zwei gewaltige Treppenanlagen hoch durch die Weinberge auf den Petersberg mit der historischen Kapelle. Am Gipfelkreuz genießt man den Rundumblick auf Ediger-Eller, Bremm, Neef, St. Aldegund und Bullay. Dort heben wir im Vorbeigehen noch einen Geo-Cache und erfahren so, wie die Einheimischen den Gipel nennen: Kälwerkopp (Kälberkopf).

TREPPEN

Weiter geht es auf breiten Weinbergs- und Waldwegen Richtung Bullay. Hoch über Bullay wollen wir in Onkel Toms Hütte einkehren. Die sind gerade beim Aufbauen, machen erst Ostern auf, aber wir bekommen trotzdem einen Schoppen. Noch 20 Minuten bergab und wir haben unseren Gastgeber, das Feriendomizil am Lindenplatz, erreicht. Eine tolle Ferienwohnung mit allem, was das Herz begehrt. Können wir zu 100 % weiterempfehlen.

Nach einem guten Frühstück wartet die zweite Etappe auf uns. Unser Ziel ist Traben-Trarbach, deshalb lassen wir die zweite Moselschleife über Zell aus und gehen direkt über die Eisenbahnbrücke rüber auf die andere Moselseite.

EISENBAHNBRÜCKE

Von dort führt ein Zuweg über einen historischen Pfad hoch zur imposanten Marienburg. Kurz danach erreichen wir den Aussichtspunkt auf dem Prinzenkopf. Wir klettern auf den Turm und können die nächste Schleife bei Pünderich mit Reil und dem Viadukt der Kanonenbahn sehr gut überblicken. Bei diesem ganzen Geschleife kann man fast den Überblick verlieren, ob man sich auf der Hunsrück- oder der Eifelseite der Mosel befindet. Als wir in Reil die Brücke überqueren, sind wir wieder im Hunsrück. Würden wir jetzt aber über den Kamm nach Pünderich weiter Richtung Hunsrück gehen und dort mit der Fähre die Mosel überqueren, wären wir wieder in der Eifel. Alles klar?

20140412_093534_schleife marienburg

Von der Reiler Brücke führt der Steig über breite Weinbergswege, einmal auch ganz steil mitten durch den Weinberg vorbei an Burg nach Enkirch. Von weitem sehen wir schon die Topographie zwischen Enkirch und Traben-Trarbach, was einen heftigen Anstieg erwarten lässt. Auch der rasch hinzugezogene Wanderführer von Todt und Poller schreibt von Wandern auf buchstäblich höchstem Niveau, so dass wir uns in Enkirch erst mal richtig stärken.

Und dann geht es hoch und zwar richtig. Auf tollen Naturpfaden, über Treppen und Felskämme. Die folgenden 8 km zwischen Enkirch und Traben-Trarbach sind überragend. Immer wenn man denkt, besser geht es nicht mehr, kommt die nächste tolle Aussicht. Auch der kurze Abschnitt durch das beschauliche Starkenburg kann sich sehen lassen. Dieser Abschnitt erhält von uns die Bestnote auf unserer nach oben offenen Wanderpfade-Skala.

20140412_143304_blick grevenburg

Mit Blick auf die Grevenburg, die Brücke und unsere vierte Moselschleife geht es hinunter in die Doppelstadt nach Traben-Trarbach. Wieder 22 km, das reicht für heute. Da die Busse samstags nur alle drei Stunden fahren, geht es mit dem Taxi nach Kröv. Das Weingut Gassen ist diesmal unser Ziel. Auch diese Herberge empfehlen wir gerne weiter.

Für den Sonntag haben wir nur eine kurze Wanderung eingeplant. Wir müssen ja wieder nach Hause und am Montag wartet die Arbeit. Von Kröv führt ein sehr schöner schmaler Pfad durch die Weinberge hoch zum Steig. Dort geht es weiter vorbei an der Bergkapelle und am Landal Ferienpark zum Ausblick auf die fünfte und letzte Schleife bei Wolf.

SCHLEIFE WOLF

Über den Mont Royal geht es hinab nach Traben. Von dort fährt stündlich die Moselweinbahn in zwanzig Minuten nach Bullay, wo wir wieder ins Auto steigen.

Fazit: Unser Startort Ediger und unser Ziel Kröv liegen Luftlinie nur 14 km auseinander, aber wir sind 52 km gewandert. Der Weg ist das Ziel und jeder einzelne km hat sich gelohnt, denn durch die vielen Schleifen gewinnt man immer wieder neue Einblicke und sieht viele Orte aus verschiedenen Perspektiven. Auch wenn es unsere erste Tour auf dem Moselsteig war, wagen wir schon mal die Prognose, dass dieser Bereich eines der Sahnestück des Steiges ist.





4 Kommentare »

  1. Elke — 26. April 2014 @ 05:29

    Gut, dass es diesen Bericht gibt, danke dir dafür.
    Gestern hatte ich mir nämlich schon Gedanken um einen Tripp in diese Gegend gemacht. Die Region Traben Trarbach kenne ich überhaupt noch nicht.

    Ein tolles Geschenk für einen Freund :-)

    LG Elke

  2. Karin — 27. April 2014 @ 21:41

    Hallo Thomas,
    das ist witzig! Wir sind nach Ostern fast die selbe Strecke von Traben-Trarbach nach Cochem (aber ohne Abkürzungen) gelaufen und waren auch nur bei Sonnenschein unterwegs. Landschaftlich absolut schön! Manchmal kommen nach kilometerlangen bequemen, breiten und fast ebenen Wegen die plötzlichen Steilstellen, wo z. T. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Nöten ist, etwas überraschend und unerwartet.
    Ich kann dir aber versprechen, dass dies nicht das einzige Sahnestück am Moselsteig ist 😉 Viel Spaß beim Weiterwandern!
    Gruß, Karin

  3. Jürgen aus Bornheim — 4. Mai 2014 @ 21:19

    Hallo Thomas,
    seit Herbst vergangenen Jahres laufe ich den Moselsteig, habe allerdings in Koblenz begonnen. In der Osterwoche bin ich den Originalweg, also ohne Abkürzungen, von Zell nach Traben-Trarbach in einer Etappe mit 29,3 km und 969 Höhenmeter gegangen. Das ist sehr imposant, wenn man in der Schleife von Zelle kommend auf die Marienburg zuläuft; da habt ihr m.E. etwas verpasst, wenngleich das eigentliche Highlight sicherlich der Abschnitt zwischen Enkirch und Traben-Trarbach ist, zumal derzeit dort auch alles blüht, insbesondere der Ginster.
    Ich habe jetzt 188 km und 6500 Höhenmeter Moselsteig hinter mir und die waren einfach phantastisch. Ich hoffe, dass die 2. Hälfte des Steigs bis Perl so bleibt.
    Viele Grüße Jürgen

  4. p.winninger
    Peter Winninger — 11. Mai 2014 @ 14:06

    Auf einem Teil der Tour (Reil-Zell) war ich vor kurzem auch unterwegs und muss sagen: Top! Wie – bisher – eigentlich immer, wenn ich auf dem Moselsteig gewandert bin. Vor allem die vielen Kombinationsmöglichkeiten und das Zusammenspiel mit dem ÖPNV sind echte Pluspunkte für diesen noch relativ neuen Steig.
    Und die Brücke bei Bullay muss ich mir auch unbedingt mal aus der Nähe anschauen :-)

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