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Christoph von: am: 24.12.2013
Autor(in):    |   24. Dez 2013   |    Kategorie: Fachsimpeln, Naturerlebnis,

Schritt für Schritt – über die Freude am Unterwegssein

Manchmal steckt man schon mal fest. In einer Situation, in seinem Tag, in seinem Leben. Und fast immer ist die Lösung die gleiche – und eigentlich so nah und einfach: Losgehen.

Egal wohin. Einfach die Schuhe anziehen, die Tür hinter sich zu ziehen und losgehen. Der Rest kommt schon von alleine. Es ist, als wären die Beine eine Maschine, die den Geist durch ihre Betätigung wieder entspannen lassen. Und mehr noch: Auch die Gedanken werden heller, positiver, hören vielleicht sogar mal auf oder fließen ganz entspannt, dabei aber gerichtet und nicht mehr ziellos. So wie ein Auto Sprit zum Fahren braucht, scheint es, dass wir Bewegung brauchen, um ruhig und entspannt zu werden, zu bleiben.

Warum Losgehen oft die Lösung ist.

Schon Henry David Thoreau hat die Wirkung erkannt und auf den Punkt gebracht:

„The moment my legs begin to move, my thoughts begin to flow.“

Wer dieses simple Ursache-Wirkungsprinzip einmal erlebt hat, weiß wovon Thoreau hier spricht – und wird es wieder und wieder haben wollen. Oder sich an schlechten Tagen daran erinnern.

Andere gehen noch weiter als Thoreau. Sprichwörtlich. Christopher McDougall spricht in seinem Buch „Born to run“ sogar davon, dass der Mensch zum Laufen gemacht sei. Und damit meint er nicht eine halbe Stunde am Tag, sondern Dutzende von Kilometern.

Doch es ist noch etwas anderes neben dem Gehen, das auch mit zu dem guten Gefühl beiträgt: Die simple Tatsache, an der frischen Luft zu sein. Es hat etwas verbindendes, beruhigendes und zentrierendes, sich unter freiem Himmel aufzuhalten. Etwas, als würde einem durch das gute Gefühl gesagt werden: Gott (oder das Universum oder wie du es auch nennen magst) hat dich dafür geschaffen, dass du an der Luft bist und nicht in deiner Wohnung.

In einer Fernsehsendung sah ich einmal ein Interview mit einem Hafenarbeiter oder Bootsbauer, ich bin nicht mehr ganz sicher. An seine Antwort auf die Frage, warum er diesen Job mache, erinnere ich mich jedoch noch sehr gut. Er sagte so etwas wie: „Weil ich drinnen nicht arbeiten kann.“ Punkt. Man kann nun hingehen und dem Mann Neurosen zusprechen und so weiter. Oder aber man sieht darin einfach einmal mehr das bestätigt, was das Draußen-sein und die Bewegung mit uns machen können: Uns helfen, ein Stück ganz zu werden, Frieden zu finden. Ein wenig zumindest.

Weitere Gedanken von mir zum Thema Bewegung, Wandern und Flow sowie Berichte über meine Touren zwischen Eifel und bergischem Land findest Du bei Interesse auf meinem Blog unter: www.unserwandertag.wordpress.com 





3 Kommentare »

  1. Elke — 8. Januar 2014 @ 17:25

    So pur zufällig (neeee Zufälle gibt es für mich nicht) stolpere ich über deinen Erlebnisbericht. Vielen Dank dafür.

    Mir geht es da sehr ähnlich, was das „Draußen Sein“ betrifft.
    Ich brauche dir Bewegung, gehe aufrechter wenn ich regelmäßig in Bewegung bin. Die mir liebste Bewgung findet draußen statt, Schritt für Schritt alles hinter mir lassen, zu spüren wie ich innerlich leichter werde.

    Es ist immer wieder herrlich zu lesen oder zu hören, dass dies auch Andere so empfinden.
    VG
    Elke

  2. Christoph — 16. Mai 2014 @ 23:40

    Liebe Elke, danke für deinen Kommentar. Ich glaube, das ist ein natürliches Naturbedürfnis von uns Menschen 🙂 Unter freiem Himmel sind wir uns selbst doch immer noch am meisten nah. Viele Grüße, Christoph

  3. idur Kring — 1. September 2014 @ 19:39

    Heute die wanderreporter.de gefunden. Bin erstaunt, dass so viele da mitmachen. Diesen Bericht über das „Draußen“ sein unterstreiche ich voll und ganz.
    Wenn ich einige Tage nicht raus gekommen bin. Aus welchen Gründen auch immer, fühle ich mich nicht gut.
    Wandern gehört für mich zum Leben wie Essen und Trinken.

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