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Marcus von: am: 4.08.2013
Autor(in):    |   4. Aug 2013   |    Kategorie: Pfälzer Prädikatswege, Rheinland-Pfalz,

Pfälzer Waldpfad im Juli 2013 Teil 2

Dienstag, Tag3: Nach dem Abstieg vom Burgberg verlief der Pfälzer Waldpfad am Hang neben der Landstraße. Er war von Gras fast zugewachsen und am Wegrand überraschten Waldameisenhäufen. Die wollte ich schnell hinter mir lassen. Vor Burgalben überquerte ich den Schwarzbach und verpasste hier mein Wanderzeichen. Einige Schulklassen kamen mir entgegen und vllt war ich abgelenkt. So lief ich erst nach Burgalben und bog dort nach Maria Rosenberg ab, um wieder auf den Weg zu kommen. Dort gabelte mich eine Ordensfrau auf. Ob ich ein Jakobspilger sein, sie möchte so was auch mal machen….Ich besuchte sogar die Messe, allerdings fand ich die Predigt nicht so toll. Weiter ging es nach Donsiders hoch, dass sich in einer Senke auf dem Berg versteckte. Hinter dem Ort, wieder auf der Höhe, steht ein Sandsteinmonolith als Denkmal. Er ist schon gewaltig, wenn man ihn so in Natura sieht. Übern Berg kam ich dann langsam in die Gemarkung von Rodalben. Der Weg schlängelt sich auf halber Höhe am Ort vorbei. An einem Waldparkplatz machte ich Mittag und hinter dem Hirschberghaus hatte man über einige Km wieder ein Felsenband, zum Teil mit tollen Überhängen, an der Seite.

Wieder unten im Tal, wollte ich am Hirschbrunnen Wasser auffüllen. Leider wies das Schild in eine hohe Wiese an der Merzalbe und ich gab es auf, hier eine Quelle zu suchen. In einem Seitenbach unweit eines Parkplatzes badete ich und ging dann weiter Richtung Merzalben. Erstes Zwischenziel war der Birkenwieser Hof, wo in der Wirtschaft leider Ruhetag war. Ich bekam dort trotzdem Trinkwasser, was bei der Mittagshitze echt nötig war. Dank dafür. Der weitere Weg quert ein paar mal eine Strom- und Gastrasse und nach einer Landstraße kam ich über ein Seitental nach Merzalben. Gleich zu Anfang hatte ich einen tollen Blick auf die Burg Gräfenstein. Der Ort machte einen ausgestorbenen Eindruck auf mich. Auf dem Friedhof füllte ich noch mal Wasser auf, dann ging ich das erste Mal auf der Fahrt einkaufen. An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze für den Einzelhandel auf dem Land brechen. Von einem Freund weiß ich, dass der am aussterben ist. Und auch in Merzalben war es so, dass die Regale eher leer waren und es nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, bis der Laden dicht macht. Leute: Lasst die „Geiz ist geil“ und Schnäppchenmentalität!! Unterstützt diese Geschäfte, sonst fahrt ihr demnächst noch mehr Auto, um Euch zu versorgen….

Hinter dem Ort machte ich an einem Vereinsheim noch mal Rast, dann ging es zur Burg. Je höher ich kam, desto steiler wurde der Weg. Die Burg selbst war der Wahnsinn. Als Ruine ist sie ziemlich gut erhalten und gepflegt. Um diese Zeit war hier keine Menschenseele und ich empfand es als Geschenk die Burg ganz für mich alleine zu haben. Mir fielen Verse ein: „Ihre Dächer sind gefallen/ und der Wind streicht durch die Hallen/ Wolken ziehen drüber hin./ Zwar die Ritter sind geschwunden/ nimmer klingen Schwert und Schild/ Doch dem Wandersmann erscheinen/ in den altbemoosten Steinen/ oft Gestalten zart und mild…“ Der Blick vom (siebeneckigen!) Bergfried war unglaublich. Auch zum nächsten Ziel: dem Winschertsfelsen gegenüber. Einziges Manko war der Eingangsbereich zum Turm: Der war so dunkel, dass unklar war, ob es nach oben oder unten ging.

Der weitere Weg führte über eine Senke auf den noch höheren Winschertskopf. Der Felsen ganz oben ist über Treppen zugänglich und man hat noch einen geileren Blick als vom Gräfenstein.

Mittwoch, Tag4: Regen. Ich wachte auf und hörte Regen. Tja. Ist nur Wasser. Aber nasse Füße weichen auf und es kann Blasen geben. Ich spielte auf Zeit. Der Regen auch. Gegen 11Uhr hielt ich es nicht mehr aus. Gut ausgerüstet war ich dafür nicht. Ich hatte nur eine Regenjacke und eine Überhose. Es dauerte nicht lange, bis ich nass war. Teils innen vom Schwitzen, teils vom Regen außen. Zunächst verfehlte ich sogar meinen Weg und ging zurück Richtung Merzalben. Das Ausbleiben von Markierungen machte mich stutzig und als ich durch den Wald die Ortschaft sah, machte ich kehrt. Endlich wieder auf dem richtigen Weg ging es fast 10km durch den Wald zum Luitpoldturm. So unangenehm nass die Situation war, hatte es trotzdem was Schönes. Manchmal standen Dunst und Nebelschwaden im Wald. Ein Anblick, wie man ihn so hautnah nicht oft hat. Es hatte sogar etwas unheimliches, weil dadurch das Tageslicht gedämpft wurde und im Hochwald fast Dämmerung herrschte.

Endlich am Turm angekommen, verkroch ich mich auf halber Höhe in eine Fensternische mit Bank, denn weiter unten arbeiteten Handwerker. Ich machte Tee und etwas Warmes zu Essen. Ansonsten war ich am Tiefpunkt meiner Tour angekommen. Alles war nass und klamm. Da musste ich erst mal zu Hause anrufen^^

Auf der Aussichtsplattform bot sich mir ein ungewöhnliches Bild. Es war klar, dass ein Fernblick bei so einem Wetter unmöglich ist. Trotzdem war es toll. In den Bergen hingen die Wolken und der Wind trieb Dunstfetzen aus dem Wald. Ein grandioses, wildes Schauspiel. Aber auch zugig.

Mit neuem Mut bin ich dann nach Hermersbergerhof gelaufen, wo es tatsächlich mal aufhörte zu regnen. Ausgerüstet mit frischem Trinkwasser ging es dann weiter Richtung Hauenstein. Ich zog meine Regensachen sogar aus. An einer Bergflanke erhaschte ich sogar einen Blick auf die Burg Trifels, die etwa 15km entfernt lag. Sie war das Fort Knox der Stauferzeit. Die Kaiserkrone wurde hier mit den anderen Reichskleinodien aufbewahrt. Auch Richard Löwenherz saß hier gefangen. Robin Hood lässt grüßen….

An diesem Tag wanderte ich nur eine kurze Etappe. Etwa bis Km 92. Ich kam ja zu spät los und das Wetter tat ein Übriges. Außerdem schmerzte meine linke Hüftseite, besonders beim bergabgehen. Vor Hauenstein begann es wieder zu regnen und ich sah zu, ein Dach übern den Kopf zu finden.

Donnerstag, Tag 5: Die Nacht über nieselte es weiter. Laut Basisstation daheim sollte es für den Donnerstag aber aufhören und immer freundlicher werden. Und tatsächlich: Als ich los ging, kam die Sonne. Von der Falkenburg ist nicht viel geblieben. Spektakulär ist der Treppenaufgang zum Felsplateau und der Blick über das Tal. Als ich den Berg hinab stieg, hatte ich den Irish rebelsong „Foggy Dew“ auf den Lippen und die erste Menschenseele, der ich „Guten Morgen“ sagte war ein Polizist, der auf der B10 blitzte;-)

Hauenstein wurde vom Waldpfad großzügig umgangen, was immer eine neue Perspektive auf den Ort ermöglichte. Nachdenklich stimmte mich eine Gedenktafel, auf dem die Namen der Opfer eines Sprengunglückes für Baumaterial der Kirche in den 30er Jahren verzeichnet waren. Fast alle kaum über 20 Jahre alt.

Gerade als die vielen Windungen des Weges sich zu ziehen begannen, ging es wieder ins Tal und hinter einem Weiher verlief der Weg dann am Waldrand entlang der Queich im Stephanstal.

An der Quelle machte ich Rast und hatte dabei eine sehr schöne Begegnung mit einem Ruheständler, der mit Hund und Rad unterwegs war. Wir tranken sogar gemeinsam Tee: Er aus meinem Becher und ich aus dem Topf. Dabei kamen sehr viele Gemeinsamkeiten zu Tage und als er daheim anrief, dass er etwas später komme, hatte er mich schon adoptiert. Ich erinnerte ihn sehr an seinen Sohn, der auch Globetrotter war und heute weit weg lebt. Seiner Frau sagte er, dass er mit mir hier gerade „Steffen zwo“ getroffen hätte;-)

Vor lauter Reden vergaß ich ganz die schöne Quellenanlage zu fotografieren. Hinter der Quelle ging der Pfad steil den Berg hoch. Auf der Höhe kommt man an einem Wanderheim vorbei und dann an der Dicken Eiche, die allerdings nur noch als gefälltes Denkmal zu sehen ist. In den 90ziger Jahren wurde sie wohl vorsätzlich mit einer Motorsäge beschädigt.

Mittlerweile befindet man sich genau gegenüber der Queichquelle, nur eben hoch oben am Berg. An der Winterkirche biegt der Pfad ins Erfweiler Tal ab. Sie ist ein relativ großer, offener Kapellenbau mit historischen Wurzeln. Im 17Jhd von den Franzosen zerstört, baute sie ein Pfarrer für seine Heimkehr aus dem letzten Krieg wieder auf. Ich erlaubte mir sogar mal, eine der beiden Glocken anzuschlagen. Die Seile hängen einfach im Kirchenraum……

Hinter Erfweiler verlief der Pfad in 3 großen Schlangenlinien. So hat man die Dahner Burgen einmal vor sich, kann sie direkt besichtigen und sieht sie am Ende auch von der Rückseite. Vor dem Aufstieg zum Lachberg, dem Hausberg von Dahn, überquerte ich ein bestimmt 1ha großes gerodetes Waldgebiet. Da war alles kahl. Das Areal lag wie eine Wunde in der Landschaft.

Am Lachberg gab es dann wieder über gut einen Kilometer ein Felsenband zu sehen, das ganz vorne mit dem Jungfernsprung spektakulär endete. Dann ging es hinab und durch Dahn, wo ich Proviant ergänzte. Auf der anderen Talseite stieg ich dann vorbei an einem Soldatenfriedhof auf dem Hochstein. Die Soldaten fanden in umliegenden Gemeinden bei Rückzugsgefechten den Tod und wurden Anfang der 50er Jahre hierher umgebettet. Einerseits ein beklemmender Ort. Trotz allem aber auch schön gelegen und stilvoll angelegt. Auf dem Felsen des Hochsteins machte ich Rast, trocknete noch ein paar Sachen und ließ es mir bei einer Weinschorle gut gehen. Ein Salamander huschte über die Felsen und die schöne Aussicht tat ein übriges. Ich bekam sogar Besuch: 2 Brüder gingen mit ihrem Vater den Waldpfad; ein Geburtstagsgeschenk zum 70. Interessant hier auch die sogenannte Soldatenhütte: ein natürlicher(?) Felsendurchbruch.

Die 3 Besucher holte ich an den Dahner Burgen dann wieder ein. Leider schließen die um 18:00Uhr und es blieb gerade mal eine halbe Stunde zum ansehen. Hier werde ich also noch mal her müssen. Anschließend ging es wieder nach Erfweiler, wobei diesmal der Ort durchquert wurde. Auf der anderen Talseite erreichte ich wieder den Wald und stieg auf den Kahlenberg hoch. Hier konnte ich die Dahner Burgen von hinten sehen. Auf dem Bergsporn hatte man noch mal eine tolle Aussicht auf das Wieslautertal.





2 Kommentare »

  1. Rainer — 19. August 2013 @ 13:10

    Hallo,
    Teile des Waldpfades sind die Ettringer Pettchestrampler auch schon gelaufen, vor allem bei Dahn und Hauenstein.
    Als Eifeler gefällt mir das Pfälzer Bergland besonders gut.
    Aber auch Deinem Kommentar bzgl. Tante Emma-Läden auf dem Lande kann ich nur zustimmen.
    Gruß
    Rainer

  2. Hans — 4. April 2014 @ 10:01

    Hallo Marcus, Danke für den tollen Wanderbericht! Die gleiche Strecke werde ich wohl im Mai selbst mal laufen :)

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