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Hans-Joachim von: am: 21.06.2013
Hans-Joachim Autor(in):    |   21. Jun 2013   |    Kategorie: Ahrsteig, Eifel, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis, Rheinland-Pfalz,

Mein zweites Mal

(Eine Anmerkung zu Beginn: Die Fotos in diesem Beitrag wurden bei einer früheren Begehung der Route gemacht. Bei der hier beschriebenen Wanderung wollte der Fotoapparat nicht mitspielen.

30. Mai, der erste Tag des Ahrtal-Aktion 4 Tage – 4 Gipfel. Nach den guten Erfahrungen mit der ersten Gruppe am Pfingstsonntag wage ich eine zweite Gruppfenführung.

Die Wettervorhersage meint es wieder nicht gut. Ich wache mit Kopfschmerzen auf – Wetterumschwung? Über Facebook erhalte ich auf Anfrage die Nachricht, dass im Ahrtal in diesem Augenblick blauer Himmel vorherrscht. Ich telefoniere, frage die Mitwanderer, wie es mit ihrer Wanderlust aussieht, die meisten sagen ab, als ich erwähne, dass sie besser Regenzeug mitnehmen. Einzig Susanne aus Köln scheint wetterfest. Also fahren wir zu zweit Richtung Ahr.

Bis zur Ankunft in Altenahr-Kreuzberg wollen wir noch unsere Tour ausarbeiten. Aber wir quatschen über alles andere nur nicht über die Route. In Kreuzberg angekommen, entscheide ich mich kurzfristig dagegen, am offiziellen Gipfel-Wanderprogramm teilzunehmen. Stattdessen wollen wir einfach eine Tour über den Grat (Teufelsloch, Schwarzes Kreuz usw.) und dann später über die Krähhardt hinauf zum Steinerberg machen. Eine Menge Wanderer kommen uns entgegen. Die meisten von ihnen auf offizieller Mission – auf dem Gipfelweg zur Schwanerthütte nach Lind.

Blick aufs Teufelsloch

Blick aufs Teufelsloch

Ich bin froh, mich anders entschieden zu haben. Massen auf der Wanderroute sind nicht mein Ding. Aber auch auf unserer Strecke sind viele Leute unterwegs. An einem schmalen Felsdurchlass kurz vor dem Teufelsloch kommt uns eine Gruppe entgegen, die aus mehr Hunden (8) als Menschen besteht.

Kunst am Bau(m): Lustige Fratzen im Baum versteckt erwarten den Wanderer beim Abstieg nach Altenahr

Kunst am Bau(m): Lustige Fratzen im Baum versteckt erwarten den Wanderer beim Abstieg nach Altenahr

Beim Aufstieg auf die Krähhardt glauben wir kurz ein paar Regentropfen zu spüren. Einen Moment lang überlegen wir, die Wanderung abzukürzen, aber da es trocken bleibt, geht es weiter. Hinauf zum Steinerberg warten jetzt etliche »böse« Steigungen auf uns. Susanne spürt die Aufstiege bald in den Beinen. Ich muss mich jetzt ein wenig bremsen, mich ab und zu nach ihr umsehen.

Zwei Frauen, die uns entgegenkommen, bestätigen uns, dass das Steinerberghaus geöffnet hat. Dieser Ansporn gibt uns noch mal Schwung. Dann nach einem letzten Anstieg endlich das Ziel vor Augen. Und das Beste: Ein Platz auf der Terasse ist frei. Für mich der schönste Ausblick an der ganzen Ahr. Der Blick schweift weit nach Süden und überall sehe ich nur grün bewaldete Hügel. Nach einem leckeren Cappuccino und einem mächtigen Stück Apfelkuchen sind wir fit für den Abstieg.

Ein Genuss fürs Auge, eine Wohltat für die Seele, weit schweift der Blick vom Steinerberg Richtung Süden

Ein Genuss fürs Auge, eine Wohltat für die Seele, weit schweift der Blick vom Steinerberg Richtung Süden

 

Im Dunst eines sonnigen Herbstmorgens erscheint die Landschaft wie verzaubert

Im Dunst eines sonnigen Herbstmorgens erscheint die Landschaft wie verzaubert

 

Für einen Augenblick scheint die Welt innezuhalten

Wir laufen auf kürzestem Weg hinunter nach Mayschoß, ignorieren die Saffenburg, die ebenfalls als einer der 4 Gipfelfest-Gipfel des diesjährigen Programmes auserkoren ist. Trotzdem: Als wir um die letzte Kurve biegen, sehen wir gerade den Zug Richtung Kreuzberg abfahren. Das bedeutet: Eine Stunde auf den nächsten Zug warten.

 Wir überlegen nicht lange, haben beide die gleiche Idee: Trampen. Schon das zweite Auto hält an, eine nette Bonnerin mit Hund nimmt uns bis Altenahr mit. Und mit demselben Glück finden wir auch am Ortsausgang von Altenahr gleich wieder einen freundlichen Autofahrer, der uns noch nach Kreuzberg fährt. Eine Beobachtung, die ich immer wieder beim Trampen mache: Es sind immer Fahrer von Kleinwagen oder Autos der unteren Mittelklasse, die so freundlich sind (oder so wenig Angst haben) und einen Tramper mitnehmen. Bei Limousinen oder Fahrzeugen der Oberklasse sieht man meist nur grinsende Zahnreihen hinter getönten Scheiben.

Von Kreuzberg geht es mit dem Auto hinauf nach Krälingen in die Alte Krähe, ein wundervolles Café-Bistro, wo Susanne sich für einen Weißburgunder von der Winzergenossenschaft Altenahr-Mayschoß begeistert, während ich mir einen Espresso gönne und mit Christoph hinter der Theke über den richtigen Druck auf das Espresso-Pulver und das Leben an sich philosophiere. Und als wir dann zum Auto gehen, um Richtung Köln zu fahren, dehnt sich über uns unversehens ein strahlend blauer Himmel. Wir sind müde und glücklich.

 





1 Kommentar »

  1. Norbert
    Norbert Schneider — 25. Juni 2013 @ 15:13

    Schöne Beschreibung der Wanderstrecke und nette Anmerkungen und Anekdoten machen Lust einmal mit zu latschen. Weiter so!
    Gruß
    No

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