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Kerstin von: am: 18.06.2013
Kerstin Autor(in):    |   18. Jun 2013   |    Kategorie: Fachsimpeln, Fernwanderwege, Hunsrück, Regionen, Saar-Hunsrück-Steig, Top Trails, Traumschleife,

Fernsehen live erleben beim Wandern!

Auf dieses Projekt freute ich mich schon unheimlich lange. Denn im Herbst letzten Jahres kam ein u.a. für den Fernsehsender Arte arbeitender Regisseur auf uns zu und stellte sein neuestes Projekt vor: Die Doku-Reihe „Wanderlust – Europas schönste Wanderwege“. Und der Saar-Hunsrück-Steig sollte dabei sein!

 

Aufnahmen an der Saarschleife

Aufnahmen an der Saarschleife

Nach diversen gemeinsamen Vorgesprächen und Vorbereitungen war die Entscheidung endlich getroffen: der Saar-Hunsrück-Steig ist fest eingeplant in der 10-teiligen Reihe! Und die Freude bei allen Beteiligten war groß, denn der Steig hat Format! Fernseh-Format! 😉

Im Laufe der Arbeiten wurde das Konzept immer konkreter und der „Presenter“ aller Wege stand auch schon bald fest. Der Brite Bradley Mayhew, u.a. Autor für den Verlag Lonely Planet, wird alle 10 Wege (jeder in einem anderen Land) bereisen und in jeder Region einen lokalen Wanderfreund bzw. Wanderfreundin zur Seite gestellt bekommen, um ihn zu begleiten. Für den Saar-Hunsrück-Steig wurde mir die Ehre zuteil. Es war mehr Zufall als geplant, aber dennoch freue ich mich über eine neue spannende Aufgabe und vor allem für das in mich gesetzte Vertrauen! Denn bisher habe ich noch nie vor einer Fernsehkamera gestanden… 🙂

 

Wanderhost Bradley

Wanderhost Bradley

Dann war es endlich soweit: die Anreise des gesamten Teams und somit der Start der Dreharbeiten! Bradley habe ich vom Flughafen Hahn abgeholt und ihm schon einmal bei der Weiterfahrt zum Hotel nach Losheim am See unsere schöne Region präsentiert. Und ich muss sagen, er hat sich direkt wie zu Hause gefühlt. 🙂 Denn in seiner Heimat England sieht es recht ähnlich aus meinte er. Auch der Rest des gesamten Teams (Bernd, Alexander, Max und Ricarda) sind wunderbar und freuten bzw. freuen sich auf die Arbeit bei uns! Denn entlang des Weges gibt es viele spannende Geschichten zu erzählen und zu entdecken, die vielleicht auch für den ein oder anderen von euch ein wenig überraschend oder neu sind.

So haben wir am ersten Drehtag eine Anfangsszene in Schengen gedreht, bei der Bradley und ich unsere Wanderung starten und uns freuen, gemeinsame Wandererlebnisse zu kreieren. Da mussten wir auch nicht lange drauf warten, denn unser Weg führte uns über den Saar-Hunsrück-Steig auf den Hammelsberg, der auf französischer Landesseite liegt. Drei Länder innerhalb kürzester Zeit zu Fuß zu besuchen hat uns schon begeistertertes Staunen entlockt. Aber auch der Blick vom Hammelsberg hinunter in das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg ist nicht zu verachten. Zugleich befanden wir uns hier in einem Naturschutzgebiet, in dem Orchideen wild wachsen und rechtzeitig zu unseren Dreharbeiten (ohne Maske und Requisite) in vollster Blüte erstrahlten. Auf dem Weg trafen wir zwei „Orchideenwissenschaftler“, die uns dann alles Wissenswerte über die Orchideen an der Mosel zu erzählen wussten. Faszinierend!

 

Weinberg bei Schengen

Weinberg bei Schengen

 

Orchideenwissenschaftler am Hammelsberg

Orchideenwissenschaftler am Hammelsberg

 

Blick vom Hammelsberg

Blick vom Hammelsberg

 

Hammelsberg

Hammelsberg

Weiter führten uns die Dreharbeiten in die Firmenzentrale von Villeroy & Boch, durch deren Firmenpark der Saar-Hunsrück-Steig verläuft. Da eine unserer Etappen in Mettlach endet, lohnt sich zudem ein Besuch im Outlet-Center sowie im Erlebniszentrum von Villeroy & Boch, was im wahrsten Sinne erlebenswert ist! Besonders freute es das gesamte Team und mich natürlich eingeschlossen, dass wir einen Blick in die Designabteilung erhaschen durften. Hier wird wirklich noch von Hand entwickelt und geformt, z.T. auch noch selbst von Hand gemalt. Von der ersten Idee im Kopf geht es über die Hand mit dem Bleistift auf Papier hin zu handgefertigten Gipsformen, die später die Modelle zur Produktion darstellen. Aber wie das genau geht und aussieht, seht ihr im fertigen Film! 😉

Schinkelbrunnen, Villeroy & Boch

Schinkelbrunnen, Villeroy & Boch

 

Milchladen Villeroy & Boch, Mettlach

Milchladen Villeroy & Boch, Mettlach

Ein Erlebnis jagte förmlich das andere, denn am nächsten Tag machten wir eine Reise in die Vergangenheit. Von einer mittelalterlichen Gehöferschaft ging es zurück bis in das römische Leben in der Villa Borg. Eine Gehöferschaft stellt eine Besonderheit des alten Trierer Landes dar, denn es handelt sich um mit Genossenschaften vergleichbaren Personenvereinigungen, die heute überwiegend forstwirtschaftliche Flächen besitzen und gemeinsam bewirtschaften.

In der Villa Borg gab es dann römische Geschichte zum Anfassen und Kosten! Erst einmal haben wir die wunderschöne Parkanlage ausgiebig genossen, bevor wir uns die Bäder der Villa sowie den Ruheraum angeschaut haben. Einen villaeigenen Kräutergarten gibt es ebenfalls. Aber was uns mehr faszinierte an diesem Tag war das Verkosten von römischen Speisen, die die Taverne nach alten römischen Rezepten, gesammelt und aufgeschrieben von Apicius, zubereitet. Auch die Bedienungen sind in römische Gewänder gekleidet, was dem Ambiente noch einen Hauch mehr Römisches Reich in der Gegenwart beschert! Ich empfehle jedem, das römische Essen dort einmal zu probieren und ein Glas Elbling dazu zu genießen, von dem gesagt wird, schon die Römer haben ihn in dieser Gegend kultiviert.

Villa Borg, Außenanlage

Villa Borg, Außenanlage

 

Villa Borg

Villa Borg

Nun ja, da unser Besuch an diesem Tag ja schließlich in erster Linie mit Dreharbeiten verbunden war, mussten Bradley und ich zunächst unser Ankommen an der Villa filmen lassen (samt sehr amüsanter Versprecherpanne von mir), bevor wir uns genüsslich mit dem Essen vor das Team setzen durften und erst einmal alles alleine probieren durften. Armes Team… Ich glaube am Ende habe ich die halbe Wurstplatte alleine gegessen, bis hier alles im Kasten war. 😉 Aber lecker war’s!

Römisches Essen Villa Borg

Römisches Essen Villa Borg

Am nächsten Tag hatte ich Drehpause, denn das Team machte sich auf nach Idar-Oberstein, um dort einer Schmuckdesignerin über die Schulter zu schauen und die Jakob-Bengel-Stiftung zu filmen. Wer von euch also auf Edelsteine und Schmuck steht, sollte später hier im Film genau aufpassen! 😉

Steadicam-Aufnahmen am Saar-Hunsrück-Steig

Steadicam-Aufnahmen am Saar-Hunsrück-Steig

Mein Einsatz war dann ein Tag später wieder gefragt. Leider hatte es dann den ganzen Tag geregnet, was wir mit zwei Innendrehs ganz gut verkraften konnten. Bevor es allerdings in das Backhaus in Waldhölzbach ging, mussten Bradley und ich noch elegant einen kleinen Bach überqueren und auf einem Pfad weiterlaufen. Unser lieber Kameramann Alexander hat dann noch für ausreichend Trittsteine (natürlich ohne einen Daum zu bauen) und unsere Sicherheit gesorgt, damit keiner von uns ein unfreiwilliges Bad nehmen musste.

Aufwärmen konnten wir uns dann im Backhaus in Waldhölzbach, während die Frauen des Dorfes in einem alten Ofen, der mit Buchenholz befeuert wird, Brot backten. Die illustre Runde an Damen trifft sich hier regelmäßig einmal im Monat zum backen. Dann gibt es Vollkornbrot aller Art (z.T. auch mit Braugerste – mmmmhhhh) sowie leckeren Kuchen heiß und frisch aus dem Ofen. Und ich muss euch sagen: es roch sooo  lecker! Alle waren sehr gut drauf, hatten viel Spaß und wir durften auch einiges (für mich zu viel;-)) probieren!

Gleicher Ort, nächste Szene: ebenfalls in Waldhölzbach befindet sich ein buddhistischer Tempel (Wat Somdej Germany), indem ein thailändischer Mönch lebt. Der Mönch kam ins Backhaus, um uns zu treffen und uns dann mit zu seinem Tempel zu nehmen. Bevor wir allerdings gingen, hatten alle zusammen viel Spaß und ich weiß nicht, wie viele Bilder von allen Beteiligten mit allem und jedem in dieser Zeit gemacht wurden. 🙂 Der Mönch führte uns dann zum Tempel, indem wir wirklich sehr herzlich empfangen wurden. Was wir so gar nicht erwartet haben und uns dann umso mehr überrascht hat war, dass die Frauen, die an diesem Tag gekommen waren, uns seit dem Morgen thailändische Spezialitäten gekocht haben. Ein echtes Wow-Erlebnis und wiederum sehr lecker! Ach ja, was der Mönch uns alles zu erzählen hatte wird hier nicht verraten, denn ihr sollt ja noch den Film sehen. 😉

Buddhistischer Tempel Wat Somdej in Waldhölzbach

Buddhistischer Tempel Wat Somdej in Waldhölzbach

Nun habe ich eben ja schon erzählt, dass es an diesem Tag geregnet hat. Es wurde auch nicht besser… Leider! So saßen wir abends noch zusammen, alle mehr oder weniger durchnässt, und haben lange überlegt und diskutiert, was wir tun sollten. Denn die Wettervorhersage bescherte uns für den ganzen Rest der Woche keine guten Aussichten. Alles stand dann auf voraussichtlichem Abbruch der Dreharbeiten, was am nächsten Morgen dann endgültig beschlossen wurde. Das Team reiste erst einmal ab und kündigte die Wiederanreise 4 Tage später an. Denn an bzw. ab Pfingsten sollte es da noch besser werden.

Vier Tage später war es aber leider immer noch nicht besser. Dennoch haben wir entschieden, den Samstag auszunutzen, da nur an diesem Tag Sonne gemeldet war. Denn es standen zwei verabredete Termine an und was im Kasten war, war im Kasten.  Zudem saß der arme Bradley noch alleine im Hotel und wartete auf die Fortsetzung der Dreharbeiten. Gut, er konnte die Zeit nutzen, weiter an Reisebüchern zu schreiben, dennoch musste er erlöst werden 😉

Also trafen wir uns am kommenden Samstag an der Hochwaldalm in Wadrill mit dem Gemischten Saarbrücker Herrenchor, der neben dem Singen auch gerne wandernd unterwegs ist. Nun fragt ihr euch bestimmt, was ein gemischter Herrenchor ist… Nun, auch das wie so vieles anderes erfahrt ihr dann im Film. Wie kann es auch anders sein! 😉 Auf jeden Fall war ich selbst überrascht, dass ein „wandernder Chor“ Lieder drauf hat, die keinesfalls das angestaubte Image von Wanderliedern bedienen. Nein, es war modern und erfrischend. Ihr dürft gespannt sein!

 

Das Team bei der Arbeit

Das Team bei der Arbeit

Am Nachmittag haben wir dann die Museumseisenbahn von Losheim am See besuchen können. Die Dampflok wurde gerade für den nächsten Tag vorbereitet, an dem wieder eine Sonderfahrt stattfinden sollte. Und Bradley durfte sogar mitschrauben und sich dreckig machen. 😉 Weiter haben wir gesehen, wie die Lok mit Kohle zum Heizen befüllt und aus dem Lokschuppen gefahren wurde. Schade, dass wir dann keine Fahrt mitmachen konnten. Ich wäre ja schon mal gerne in der Lok selbst mitgefahren. Vielleicht schaffe ich das ja mal noch irgendwann. 😉

 

Museumseisenbahn Losheim am See

Museumseisenbahn Losheim am See

 

Drehpause in der Sonne

Drehpause in der Sonne

Tja, leider mussten wir dann den Dreh wieder abbrechen, da der Wettergott uns nicht hold war. Weiter geht es nun im August und ich bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung und freue mich auf die tolle Zusammenarbeit mit dem gesamten Team! Ihr dürft euch dann freuen auf tolle Landschaftsaufnahmen entlang des Saar-Hunsrück-Steigs sowie weitere spannende Geschichten am Wegesrand. Auch freue ich mich schon auf die Flugaufnahmen und ich bin natürlich auch sehr neugierig hierauf.

Also drückt uns die Daumen, dass wir dann auch bestes Wetter mit Sonnenschein bis zum Umfallen haben! 🙂





4 Kommentare »

  1. M.D.
    M.D. — 19. Juni 2013 @ 18:14

    Tolle Idee, das schöne Saarland so zu präsentieren.
    Wann wird das denn ausgestrahlt und wieviel Film bleibt am Schluss noch übrig?

    Aber wer hat sich denn das „Drehbuch“ ausgedacht? Kann man unser schönes Bundesland nicht 1x präsentieren, ohne dass Frankreich drin vorkommt?! Wie ich das hasse… 🙁

  2. Wandern Enthusiast — 24. Juni 2013 @ 17:30

    Sieht nach einem spannenden Projekt aus, und es war sicher ein grosser Spass, das Wandern zu filmen. Es wird Zeit, dass ich einmal die ein oder andere Wanderung im Saarland versuche!

  3. Kerstin — 28. Juni 2013 @ 21:02

    Der Film wird über den gesamten Saar-Hunsrück-Steig gedreht, der durch Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie am Hammelsberg auch durch Frankreich führt. Da dieser Ort eine tolle Landschaft zu bieten hat, darf dies dann natürlich nicht fehlen.
    Im zweiten Teil der Dreharbeiten wird dann hauptsächlich in Rheinland-Pfalz gedreht.
    Der Film hat eine Gesamtlänge von ca. 45 Minuten.
    Die Reihe „Wanderlust – Europas schönste Wanderwege“ wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 ausgestrahlt.
    Sobald die Termine fest stehen, wird es auf der Homepage des Saar-Hunsrück-Steigs veröffentlicht.

  4. Katrin — 14. Juli 2013 @ 15:29

    Hallo Kerstin,
    tolle Sache, das macht bestimmt viel Spaß. Wie bist du denn dazu gekommen?
    Wir waren gerade unterwegs auf dem SHS und sind vom Perl bis zur Hochwaldalm Wadrill gekommen. Ich habe also in deinem Bericht einiges wieder gefunden, was wir auch gerade gesehen haben. Der Saar-Hunsrück-Steig ist sicher einer der schönsten Wanderwege, und ich freu mich schon auf die Sendung.
    Vielen Dank für deinen spannenden Bericht und den Tipp!!
    Herzliche Grüße
    von Katrin

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