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M.D. von: am: 10.09.2012
M.D. Autor(in):    |   10. Sep 2012   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Mosel-Saar,

(M)Eine misslungene Weiselberg Gipfeltour

Schade, dass so eine handelsübliche Woche nur ein Wochenende hat, die Auswahl an (Themen-)Wandertouren ist so groß, da fällt die Entscheidung mittlerweile echt schwer. Und es kommen ja immer wieder neue Rundtouren hinzu, so eröffnete an diesem Wochenende der „Biergartenweg“ im Landkreis Neunkirchen. Da ich noch keine weiteren Infos zu diesem Weg fand, habe ich die (Vor-)Begehung vertagt und mich statt dessen auf die „Weiselberg Gipfeltour“ begeben.

Die Strecke des Weges klang vielversprechend (Infos auf Freisen-ALPregio oder wie immer bei outdooractive.de), auch wenn es sich dabei weder um eine Traumschleife noch einen Traumpfad handelte, was mir etwas Bauchweh von wegen „Untreue“ bereitete – und das zu Recht, wie sich später herausstellen sollte. Aber da kann der Weg ja nix dafür. 🙄

Frohen Mutes steuerte ich den Parkplatz am Weiselbergbad in Oberkirchen an, wo das Wander-Wegschild-Entdecker-Auge sogleich in der hintersten Ecke das Logo dieser Tour fand.
Auf den ersten paar Hundert Metern teilt sich der Wanderweg die Trasse mit einem Barfußpfad. Nachdem ich mich seinerzeit beim Barfußpfad in Bad Sobernheim gewundert habe, wieso man da Eintritt zahlt, um dann größtenteils über öffentliches bzw. frei zugängliches Gelände zu laufen, erkannte ich hier nun den Sinn des Obolus: so ein Weg muss ja auch gepflegt werden, denn wer will schon gerne freiwillig barfuß durch Disteln laufen?

Barfußpfad Oberkirchen

Barfußpfad Oberkirchen

Der Zustand des Barfußpfades störte mich allerdings wenig, was mich viel mehr störte und zwar gleich von Anfang an, war die miserable Beschilderung. Ich war schon nach ner knappen halben Stunde davor, den Weg vorzeitig abzubrechen, weil man an jeder Kreuzung erstmal suchen musste, welcher Weg denn nun der richtige ist. Es macht keinen Spaß, wenn man jeden in Frage kommenden Weg erstmal anlaufen muss, um zu sehen, ob nach 50m evtl. ein Schild kommt. Nun war das ja nicht der erste Themenweg den ich erwanderte, von daher wage ich mal zu behaupten, dass ich nicht völlig „blond“ unterwegs war. Aber auf Schnitzeljagd hatte ich nun echt keine Lust.
Oder liegt es doch daran, dass ich von den Traumwegen zu verwöhnt bin, weil da (manchmal) alle gefühlte 5m ein Hinweis hängt? Ein gesundes Mittelmaß an Schilderanzahl wäre wohl für alle (Wege) das Beste.

Jedenfalls habe ich es irgendwie über Wiesen und Felder bis in den Wald hinein geschafft und dort war auch die Beschilderung etwas besser, so dass ich die Anfangskritik fast schon wieder vergessen hatte.

Wald / Feldweg - Wandern

Trotzdem entdeckte ich mehr aus Zufall eine in Kniehöhe angebrachte Tafel, die auf das in der Wegbeschreibung genannte „Hexenhäuschen“ hinweist:

Hexenhäuschen

Unter dieser Hexe hindurch, geht es zum „Steinernen Meer“, eine mit überwucherten Felsen bedeckte Fläche, deren Ursprung schon in der Steinzeit liegt. Da ich den Weg entgegen der Beschreibungsrichtung lief, erklomm ich nun den Weiselberg quasi von hinten. Ziemlich steil geht es über im Hang angelegte Stufen auf das Plateau des „Berges“, wo ein in einem Briefkasten der Schutzhütte sicher aufbewahrtes Gipfelbuch dazu einlädt, die Gedanken des Momentes zu Papier zu bringen. Gesagt, getan und nach einer kurzen Rast begab ich mich auf den Abstieg, nicht ohne vorher erstmal ein Stück in die falsche Richtung zu verlaufen.

Der Weg bergab führt durch lichten Wald, bis man irgendwann einen asphaltierten Weg erreicht und auf „Zivilisation“ trifft. An einem kleinen Rastplatz oberhalb von Oberkirchen, kann/muss man sich nun entscheiden, ob man nach links oder rechts weiter geht. Da ich aber auf der linken Seite ein Highlight des Weges, nämlich die Talbrücke (ihres Zeichens die zweithöchste Steinbrücke Deutschlands) entdeckte, entschied ich mich für diese Richtung. Was im Prinzip nicht falsch war, denn auch dieser Teil des Weges war noch richtig. [Edit sagt: diese Logik ist so famos, das lasse ich mal so stehen]

Talbrücke Oberkirchen

Talbrücke Oberkirchen

Talbrücke Oberkirchen

Talbrücke Oberkirchen

Auf der anderen Seite der Brücke tauchten nun auch Schilder des Fritz-Wunderlich-Weges, der MTB Strecke Nr. 9, des Panoraweges Sankt Wendeler Land, so wie des Eisenbahn Erlebnisweges Ostertal auf. Hatte man damit das (Schilder-)Pulver verschossen, so dass man kurz darauf die Weiselbergschilder weg ließ, auch um den Wanderer nicht zu verwirren? Den Eindruck gewann ich kurze Zeit später, als ich über Wiesen her kommend an einem asphaltierten Feldweg ankam, in dessen Nachbarschaft aber auch eine Art Trampelpfad in den Wald führte, nur leider konnte ich nicht ausmachen, wo der Wanderweg nun weiter geht. Ich entschied mich für den Asphaltweg, in der Hoffnung richtig zu sein, was aber anscheinend nicht der Fall war. Keins dieser Logos weit und breit zu sehen:

Wanted: dead or alive

Wanted: dead or alive

Statt dessen tauchten ein paar Streckenschilder eines MTB-Rennens auf und da ich davon ausging, dass auch Radler irgendwann wieder nach Hause wollen, nahm ich mit diesen Richtungsweisern vorlieb. Getreu der Devise: Alle Wege führen nach Rom.

Ich passierte einen Hundeplatz, anhand dem ich inzw. weiß, dass ich tatsächlich ein bisschen aus der (Wander-)Spur gekommen bin. Sogar Hinweise auf nahe Zivilisation machte ich kurz darauf aus, denn es tauchten Häuser auf. Leider war nur in einem schlecht zugänglichen Garten eine Person zu sehen, so dass ich niemanden fragen konnte, a) wo ich bin und b) wie weit es bis nach Oberkirchen zurück ist. Zumindest die letzte Frage konnte ich mir selbst beantworten, denn ein Schild des Ostertalradweges zeigte 4-komma-nochwas in die eine und 2-komma-nochwas in die andere Richtung an. Ich entschied mich für die kurze Strecke, hatte ich doch inzw. mit der eigentlichen Wanderung abgeschlossen und wollte so schnell wie möglich zu meinem Auto.

Ein kleiner Trost für diese „falsche Strecke“ fand ich darin, dass ich mich auf dem Eisenbahn-Erlebnisweg befand, einem Radweg, der über eine stillgelegte Eisenbahntrasse führt, an dessen Wegesrand noch Hinweise auf seine ursprüngliche Bedeutung zu finden sind. Ein Highlight dieses Weges, ist ein 216m langer, beleuchteter (ehem.) Eisenbahntunnel den man durchfährt:

ehem. Eisenbahntunnel

ehem. Eisenbahntunnel

Als ich an diesem Tunnel ankam, verstand ich die (Wander-)Welt nun endgültig nicht mehr: bei der Tourenbeschreibung wird damit geworben, dass man eine „Tunnelschleife“ anhängen kann, die durch genau diesen Tunnel führt. Aber warum hingen auf dem ganzen (Rad-)Weg zu diesem Tunnel keine Wegweiser der Weiselbergtour?! 👿

Und der Gipfel dieser Ironie war die Tatsache, dass auf der anderen Seite des Tunnels plötzlich wieder Schilder auftauchten – als wäre nie was gewesen. Diese konnten mich nun aber kreuzweise, ich hatte fertig. 😐  Man hat samstags ja auch noch anderes zu tun. Pft.

Ich orientierte mich weiter Richtung Ortsrand Oberkirchen, unterquerte die imposante Steinbrücke und wanderte weiter entlang der Landstraße bis zu meinem Ausgangspunkt am Schwimmbad, wo ich mir im Biergarten der Cafeteria zum Abschluss ein erfrischendes, alkoholfreies Weizenbier gönnte. Wenigstens der Preis (2,60€) war versöhnlich.

Ich war zwar immerhin etwas über 3,5h unterwegs, da die Tour aber mit 4,5h-5h veranschlagt wird, scheine ich also doch ein gutes Stück verpasst zu haben. Eigentlich schade, denn der Weg hätte mMn Potenzial.



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10 Kommentare »

  1. Karin — 10. September 2012 @ 20:18

    Hallo M.D.,
    die Landschaft sieht ja ganz schön aus finde ich, ist aber echt blöd, wenn man sich dauernd verläuft…
    Demnächst dann lieber wieder einen Prädikatsweg, oder?
    Gruss, Karin

  2. M.D.
    M.D. — 11. September 2012 @ 07:57

    Jepp @ Prädikatsweg – da weiß man, was man hat. 😉

    Die Landschaft ist auch recht schön und mit den einzelnen Stationen braucht sich der Weg eigentlich auch nicht vor den „Großen“ zu verstecken.
    Das man ihn dann so dahin siechen lässt, wundert mich gleich doppelt, denn 1.) boomt die Wanderei lt. den Medien momentan und 2.) liegt Freisen-Oberkirchen im LK St. Wendel und die Stadt St. Wendel wiederum, schmückt sich mit dem Beinamen „Sportstadt. D.h. da finden regelmäßig (bedeutende) Sportereignisse statt, durch die sich die ‚Stadt‘ auch so´n bisschen nen Namen gemacht hat.
    Das scheint allerdings nicht bis ins „Hinterland“ zu greifen.

  3. M.D.
    M.D. — 11. September 2012 @ 08:08

    Ergänzung:

    nicht nur, dass in WND regelmäßig Sportveranstaltungen stattfinden, dort wurde in den letzten auch der „Wendelinuspark“ angelegt, ein ehem. franz. Kasernenarsenal, auf dem heute ein 27-Loch Golfplatz, ein Schwimmbad, eine Skateanlage, eine beleuchtete 5,2km Walk-/Jogging-/Skate-Rundstrecke, eine Kletterwand, ein MTB-Trial-Hügel, ein Hochseilgarten und was weiß ich noch alles zu finden ist.

    Also wird da nicht nur wert auf zuschauen, sondern auch aufs selbst aktiv sein gelegt.
    Aber ich wollte der Stadt bzw. der Gemeinde eh eine Info-Mail schicken, weil auch etliche Schilder verblasst, zugemoost oder kaputt sind. Mal gucken, ob sich was tut.

  4. Waldschrat — 11. September 2012 @ 08:44

    Hallo M.D.,
    zur Beschilderrung kann ich nur sagen, dass diese immer wieder von Menschen zerhackstückt wird, soll heißen. abgerissen oder zerschlagen. Leider.
    Beim Barfußpfad muss ich die Recht geben, der darf nicht so zugewachsen und unpassierbar sein. Bei meiner Wanderung im Frühjahr war er in gutem Zustand. Werde das mal versuchen weiterzuleiten.
    zu den Traumschleifen: So werden die Premiumwanderwege im nördlichen Saarland (am SHS und Umgebung gelegen) und in RLPF genannt. Die Gipfeltour ist trotz allem ein Premiumwanderweg.
    Hoffe du hast trotz allem noch mal Lust im Saarland auf Tour zu gehen, bestimmt.
    Liebe Grüße vom Waldschrat:))

  5. Rösche Gerhard — 20. Mai 2013 @ 11:04

    Hallo M.D.,
    haben am Pfingstsonntag – 19.5.2013 – auch diese Wanderung mit 8 Personen, trotz unfreundlichem Wetter, gemacht. Leider haben wir bezüglich der Ausschilderung ähnliche, negative Erfahrungen machen müssen. Wir sind auch gespannt, wann endlich jemand von den Verantwortlichen diese unangenehme Schwachstelle endgültig beseitigen wird. So wie vorgefunden ist dieser Wanderweg nicht zu empfehlen – das war unsere einhellige Meinung.

    Mit freundlichen Wandergrüßen

  6. Wanderfex R. — 22. August 2013 @ 13:39

    Hallo M.D.,
    Zuerst mal: Traumschleifen und Premiumrundwege werden vom gleichen Institut zertifiziert. Die Punktzahl ist maßgebend. Nicht alle Traumschleifen schlagen die Premiumwege und umgekehrt. Das Image „Traumschleife“ kann man sich teuer erkaufen. Zur Weiselberg-Gipfeltour: bin diese vor 3 Wochen gegangen. Die Beschilderung ist wohl wieder ergänzt. Habe aber auch wieder 2 zerstörte Schilder entdeckt.
    Die Schwachstellen, auch einige Stolperfallen und zerstörte Geländer wurden der Gemeinde Freisen zur Behebung weitergereicht. Mal sehen, ob außer dem Schwerpunkt erneuerbare Energienindustrie, die dem Tourismus nicht gut tut, in dieser Gemeinde noch was ankommt.

  7. Manni — 29. August 2013 @ 21:47

    Ich bin den Weg vor kurzem gelaufen und kann mich nicht über mangelhafte Beschilderung beschweren. Daß an einer wichtigen Abzweigung irgendein Witzbold ein Schild entfernt, kommt auch auf den tollsten Traumschleifen vor. Um sicher zu gehen, sollte man sich auch nicht nur auf die Beschilderung verlassen und eine Karte/Wegbeschreibung mitnehmen.
    Wer nicht stolpern will und bei jeder Gefahrenstelle ein Geländer braucht, sollte sich vielleicht einfachere Wege aussuchen.
    Also mit hat der Weg sehr gut gefallen, ich finde ihn empfehlenswert.

  8. Richie — 19. November 2014 @ 09:14

    Ich gebe „Manni“ recht. Dass Schilder entfernt werden, ist leider oft der Fall. Man sollte sich auch nicht auf Schilder alleine verlassen, sondern eine Karte/Wegbeschreibung mit sich führen (kann man sich im Internet für diese Tour in guter Qualität herunterladen und ausdrucken). Bei einer längeren Autofahrt riskiert man ja vorher auch einen Blick in den Atlas
    🙂
    Vielleicht liegt das Problem der Beschilderung auch darin, dass die Tour – zumindest teilweise – entgegengesetzt der empfohlenen Richtung gewandert wurde, Zitat: „Da ich den Weg entgegen der Beschreibungsrichtung lief…“

    Ich werde den Weg bei Gelegenheit auch einmal testen.

  9. Tobi — 29. März 2017 @ 09:30

    Wollte nur ein kleines Update geben, da ich erst am Montag die Tour gemacht habe. Die Beschilderung war einwandfrei, unabhängig von der Richtung.

    Wir haben trotzdem noch eine kleine Karte dabei gehabt um zwischendurch auch etwas andere Wege nutzen zu können.

  10. M.D.
    M.D. — 5. April 2017 @ 07:18

    Das freut mich zu hören, dass sich da in der Zwischenzeit wohl auf Dauer was getan hat!
    Mit der Zeit kommen einem ja auch Gedanken wie „vllt wars auch gar nicht so schlimm“ oder „warum hab ich das damals eigentlich öffentlich angeprangert?“, aber anscheinend war an meiner Kritik damals schon was dran, wie Beitrag Nr. 5 zeigt.
    Daher mein Dank an den/die Wegpaten oder den Kreis WND oder wer auch immer sich darum kümmert und gekümmert hat!

    Wenn ich bei meinen inzwischen nur noch Stipvistiten im Saarland mal wieder Zeit für ne Wanderung habe, werde ich dem Weg eine 2. Chance geben. 🙂

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