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Thomas B. von: am: 2.08.2012
Thomas B. Autor(in):    |   2. Aug 2012   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Traumschleife,

Das Murscher Eselsche – mal ganz subjektiv

Ein Warnhinweis mal vorweg: Objektiv wird dieser Bericht nicht, denn ich war bei der Planung der Traumschleife Murscher Eselsche von Anfang an dabei. Bei der Tourist-Info bin ich für die Vermarktung des Weges zuständig und als Murscher Bürger war ich auch bei der Arbeitsgruppe regelmäßig dabei. Aber muss ein Wanderbericht objektiv sein? Man will ja schließlich auch die Leute fürs Wandern begeistern.

Einen Parkplatz muss ich mir nicht suchen. Ich kann zu Fuß zum Start an der Alten Schule gehen. Dort reichten die Parkplätze an den letzten Sonntagen öfter nicht aus. Deshalb hier ein Tipp: 300 Meter geradeaus gibt es an der Jakob-Kneip-Eiche ausreichend Stellplätze.

Eine Traumschleife kann man ja immer in beide Richtungen gehen. Ich entscheide mich aber für die vorgeschlagene, denn die bietet gleiche tolle Aussichten bis weit in die Eifel. Hohe Acht und viele Eifelvulkane sind von hier aus gut zu erkennen. Dazwischen liegt die Mosel, die man zwar nicht sieht, aber gut erahnen kann.

Die Aussichten begleiten mich bevor ich einen besonderen Rastplatz erreiche. Eine Bank, komplett geschnitten aus einem mächtigen Birnbaum incl. Wurzel, bietet einen Panoramablick. Daneben stehen drei Grubenarbeiter, geschnitzt aus Akazienwurzeln. Ein tolles Ensemble, das an den historischen Grubenpfad erinnet. Das Ganze beruht auf einer Idee des Seniors der örtlichen Schreinerei, Rudi Hammes.

Wurzelbank

Wurzelbank

Der Pfad führt mich runter zur Erzgrube Theresia. Vor dem unteren Stollen ist in Handarbeit ein Plateau entstanden, das einen tollen Blick auf das untere Baybachtal mit den Fischteichen des Hotels Forellenzucht bietet. Der Stollen war verschüttet, aber ganz Mutige konnten sich schon mal flach hinlegen und dann in den Schacht reinrutschen. Im Rahmen des Traumschleifenbaus hat die örtliche Arbeitsgruppe den Schacht von Hand freigelegt (mehr als 100 Schubkarren) und ein stabiles Fledermausgitter eingebaut.

Blick von Grube Theresia

Blick von Grube Theresia

Überhaupt wurde sehr viel ehrenamtliches Engagement (über 1.000 kostenlose Arbeitsstunden sowie Materialspenden) bei diesem Projekt mit eingebracht. Im Herbst 2011 und im Frühjahr 2012 trafen wir uns jeden Samstag an der Jakob-Kneip-Eiche. Zwischen 8 und 15 Helfer waren immer dabei.

Kurz vor dem Hotel Forellenzucht werden einige Grenzen übertreten: Von der Gemarkung Morshausen geht es in die Gemarkung Burgen, von der Verbandsgemeinde Emmelshausen in die Verbandsgemeinde Untermosel, vom Rhein-Hunsrück-Kreis in den Kreis Mayen-Koblenz, vom Traumschleifen- ins Traumpfadeland. Später geht es auch über Wege der Ortsgemeinden Macken und Beulich. Viele Körperschaften waren beteiligt und alle haben das Projekt unterstützt.

Im Hotel Forellenzucht ist eine Rast an den Fischteichen angesagt. Vielleicht sieht man auch eine Forelle springen. Die Forellen sind natürlich die Spezialität, aber auch sonst hat die Speisekarte einiges zu bieten. Hier kommen Kindheitserinnerungen auf, wenn es mit den Eltern zum „Woleff“ ging.

Pfad am Zechenhaus

Pfad am Zechenhaus

Frisch gestärkt geht es bachaufwärts, vorbei am historischen

Zechenhaus. Der Pfad durch die Birkenallee direkt vorbei an diesem Industriedenkmal zählt für mich zu den schönsten Abschnitten der Traumschleife. Zweimal geht es per Brücke über den Baybach, bevor ich den Perdskimbel erreiche. Auch hier gibt es Erinnerungen. Dort fand in den 70er Jahren das Bachfest der Morshausener Feuerwehr statt. Wir Kinder schwammen im Bach. Auch heute ist dies noch ein toller Rastplatz.

Aber jetzt kommt, was kommen musste: Irgendwann muss man aus dem Tal auch wieder auf die Höhen. Über einen schönen Hohlweg erreiche ich eine Liegebank, von der aus man zum ersten Mal die Felsformation Eselsche sehen kann. Dort wird bald auch eine Infotafel stehen, auf der erklärt wird, dass der Felsen früher wie ein Esel aussah und von einigen Jugendlichen mit gefundener Munition gesprengt wurde. Ein Mitbürger hat mir die Story beim ersten Planungstreffen noch mal bestätigt – er war dabei.

Überhaupt Infotafeln: Die hat der Morshausener Grafiker Fritz Eger erstellt, und zwar alle kostenlos.

Über einen schönen Kammweg geht es zu einem Ort, den ich selbst erst seit ein paar Jahren kenne: Haacks Köppsche. Dieses Felsplateau bietet keine Aussichten, aber eine sehr interessante Geschichte. In den zwanziger Jahren hatte hier die Heimatforscher Georg Haack den Lönspark mit vielen seltenen Tieren und Pflanzen angelegt. Viele Anhaltspunkte gibt es noch. Versucht Euch den Park in Eurer Phantasie einfach mal vorzustellen.

Knackig ist der Anstieg zum Eselsche. Dieser Pfad war die größte Herausforderung für die Arbeitsgruppe. Da haben wir richtig geschuftet und geschwitzt. Oben angelangt, wird man aber die Wahnsinnsblicken ins Tal belohnt.

Eselsche

Eselsche

Zum Auslaufen geht es dann über meine Joggingstrecke durch den Hinterwald. Drei Ausblicke, je einer nach Süden, Westen und Norden, gibt es auf kürzester Strecke, bevor an der Jakob-Kneip-Eiche der Ort erreicht wird. Man beachte die interessante Infotafel mit der Baumscheibe eines Astes der Eiche.

Eiche

Eiche

Nach der Abschlussrunde durch Mursche vorbei an Schwengelbrunnen, St. Lambertus-Kirche, Backes und Jakob-Kneip-Museum kehre ich noch in „Wisjes“ ein. Das Gasthaus Schmitt, seit über 100 Jahren in Familienbesitz, bietet ein gut gezapftes Bier und schmackhafte Küche.

Das war der Bericht über meine Heimattraumschleife, wie bereits gesagt, absolut nicht objektiv. Vom Deutschen Wanderinstitut haben wir 84 Punkte dafür bekommen und uns mit der ganzen Arbeitsgruppe tierisch darüber gefreut. Das war eine tolle Bestätigung für die viele Arbeit. Und jetzt liegt es an jedem selbst, sich seine eigenen subjektiven Eindrücke von der Strecke zu machen. 





2 Kommentare »

  1. Thomas
    Thomas — 6. August 2012 @ 20:57

    Hallo Thomas ,
    eine schöne Beschreibung Eurer Schleife . Ich werde mir diese für den Spätherbst vormerken und habe bedingt durch die -ich glaube- Punktgleichheit mit der Baybachklamm eine durchaus sehr hohe Erwartungshaltung und werde meine -subjektive- Erfüllung der Erwartung dann darlegen .
    An dieser Stelle auch einmal ein wirkliches DANKESCHÖN an alle freiwilligen Helfer aller Schleifen die ihre Freizeit zur Verfügung stellen .

    Schöne Wanderungen

    Gruß
    Thomas

  2. Ilona — 14. August 2012 @ 06:19

    Hallo,
    wir sind das Eselche am 12.8.12 gelaufen ….. jedoch entgegengesetzter Richtung …. warum weiß ich auch nicht … hat sich so ergeben!!!

    Wir hatten eine wunderschöne Wanderung mit vielen tollen Aussichten. Das Wetter war hervorragend und wir haben ordentlich geschwitzt.

    Die Strecke läuft sich gut, jedoch sollte man Schwindelfrei sein und ordentliches Schuhwerk anziehen, den das Eselchen ist wohl eher ein Klettersteig.
    Unterwegs gibt es vielen tollen Bildmotiven und auch Bänke zum ausruhen und rasten, …

    Zum Schluss ein kühles Weizen o.ä. im Gasthaus Schmitt …. und der Tag ist perfekt!!!

    Vielen Dank für diese schöne Traumschleife.

    Ilona

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