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M.D. von: am: 23.07.2012
M.D. Autor(in):    |   23. Jul 2012   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Die Dhrontal-Wackentour oder es gibt doch! falsches Wetter

Das hatte ich auch noch nicht erlebt: ich erreiche den Parkplatz der Wanderung und die Glocken fangen an zu läuten! Naja, ich geb zu, es war nicht die Begrüßung des hl. Wandergottes, nein, es war nur Samstag 12h und da hat man als anständige katholische Glocke natürlich zu bimmeln.

Ursprünglich hatte ich einen anderen Weg ausgewählt, aber aufgrund der vorher gesagten einzelnen Schauer, wagte ich die Theorie, auf 14km weniger nass zu werden als auf 18km. Wie gesagt, Theorie.

Los geht die Dhrontal-Wackentour im beschaulichen Örtchen Gräfendhron am (Dorf-)Gemeindehaus. (Anmerkung: Dorfgemeinschaftshäuser und Backesse finde ich persönlich äußerst putzige Institutionen des Hunsrücks):

Grafendhron

Ortseingangsschild Gräfendhron

Man verlässt diesen Ort aber gleich wieder und überquert eine Straße, auf deren anderen Seite es bergauf zum ersten Etappenpunkt „Aussichtspunkt Gräfendhroner Wacken“ geht. Nach ungefähr 20min setzte dann der (erste) Regen ein. Nicht sehr stark, aber mit Regenjacke und Häubchen für den Rucksack machte man auch nichts falsch. Jedenfalls kam ich spätestens hier ins grübeln, wieso ich trotz vorher gesagter einzelner Schauer überhaupt los gefahren bin. Ok, gute Miene zum bösen Spiel und tapfer weiter, immer Stück für Stück von einem dichten Astwerk zum nächsten. Nach etwa 10-15min war´s überstanden und die Jacke wurde zum trocknen am Rucksack befestigt – die Sonne strahlte in dem Moment so, wie´s sich gehört.

Zu diesem Zeitpunkt kam ich an diesem (teilw. künstlichen) Wasserfall vorbei:
Zu diesem Zeitpunkt kam ich an diesem (teilw. künstlichen) Wasserfall vorbei

Wenn ich mich recht entsinne, überquerte man anschließend nochmal ein Straße und wandert dann über Wiesen, bis man den Ort Horath erreicht:

Wiesen Natur Wandern

Das Örtchen streift man aber nur am Rande, denn es geht auch dort mit mit Wegen über Wiesen und Felder weiter.

Nach ca. 2h erreichte ich eine Sinnebank, bei der ich eine kleine Pause einlegte und den Blick über Wiesen, Felder und Windräder schweifen lies:
Blick über Wiesen, Felder und Windräder

Gestärkt mit einer Brezel setzte ich meinen Weg fort, der nun ein Stück durch den Wald führte. Man schwebte wie auf Wolken, auf diesem sehr weichen, mit abertausend Nadelbaumnadeln bedeckten Pfad. Dieser endet viel zu schnell vorm Familien-Hotel Hochwald, wo man eine Weizenbier-Pause hätte einlegen können. Aber ich habe ja ein paar Minuten vorher erst gesessen.

Also ging ich weiter, allerdings führte der Weg an dieser Stelle für meinen Geschmack zu lange über Asphalt, bevors wieder ein richtiger Waldweg wurde, der hinunter ins Heusprungtal führt. In Begleitung eines kleinen Bachlaufs erreicht man das Tal der großen Dhron, wo man alsbald auch die Wacken entdeckt, die dem Weg zur Namensgebung Pate standen:

Wald Natur Wandern

Wald Natur Wandern

Wald Natur Wandern

Entlang der Dhron und und über Wiesen- und Waldwege geht es langsam wieder Richtung Ausgangspunkt Gräfendroh.

Man quert vorher nochmal die Straße, sollte sich dort aber nicht von der mE verwirrenden Beschilderung irritieren lassen: es geht einfach quer über die Insel und dann entlang der Straße bis man zur Krakesmühle kommt, dort biegt man ein und an der kleinen Mutter-Gottes-Kapelle geht es hoch in den Wald:

Krakesmühle

Krakesmühle

Mutter-Gottes-Kapelle

Oben im Wald angekommen – von hier wären´s evtl. noch knapp 1km bis zum Ausgangspunkt gewesen – setzte dann der Regen ein. Und zwar so, als gäbs kein halten mehr. Der Wald, dessen Geäst an dieser Stelle sehr dicht und überlagernd war, bot schon in kürzester Zeit keinen nennenswerten Schutz mehr. Ich habs gerade noch in Regenjacke gepackt, dem Rucksack das Häubchen übergezogen und dann musste ich überlegen: weiter, durch Matsch und Regen bis zum Auto kämpfen, ausharren oder zurück runter zur Krackesmühle laufen, um mich dort unterzustellen. Ich entschied mich für letzteres. Auf dem Weg kam ich an einer Höhle vorbei, ähnlich dieser:

Höhlen

Höhleneingang im Dhrontal

und überlegte kurz, ob ich reinkriechen soll, um die Sintflut abzuwarten. Allerdings wär´s mir wohler gewesen, ich hätte sicher gewusst, dass ich darin keine Begegnung mit Fledermäusen, Spinnen, Füchsen oder Mammuts haben würde und weil dann aber auch Donner und Blitz einsetzen, nahm ich´s als Warnung und rannte weiter zur Mühle. Dort angekommen, war ich nass bis auf die Knochen – außerhalb der Regenjacke vom Regen, innerhalb vom transpirieren, aber ich nutze die Gelegenheit, mich noch für ein paar Minuten unterzustellen. Es hörte dann auch langsam auf und so konnte ich mich wirklich nur wenige Minuten später auf das letzte Stück Weg zurück nach Gräfendhron machen. Allerdings zog ich´s vor, entlang der Straße zu gehen, weil das a) kürzer war, als durch den Wald und b) versank ich beim ersten Versuch schon im Matsch. Unterwegs kam dann die Sonne wieder hervor und überall sah man nun dampfend den Regen vertrocknen. Ein schönes Naturschauspiel.

Was ich als inzw. verwöhnte Traumschleife-Wanderin etwas vermisst habe, ist eine Kilometrierung entlang des Weges. Zwar tauchen irgendwann mal Km-Angaben auf, aber die haben nichts mit der Dhrontal-Tour zu tun. Man weiß so leider nicht, wo man dran ist, es fehlt etwas Orientierung.

Jedenfalls kam ich nach 14km = 4,5h inkl. Regenpausen/kurzes verlaufen/zurück laufen wieder an meinem Auto an und kann die Aktion „Wanderung mit Regen“ nun abhaken. Check. Erledigt. Brauche ich nicht mehr. Habe fertig.





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