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Georg von: am: 16.07.2012
Georg Autor(in):    |   16. Jul 2012   |    Kategorie: Eifel, Fachsimpeln, Kurz-& Rundtouren, Naturerlebnis, Traumpfad,

Sonne ist etwas für Weicheier: Der Traumpfad „Virne-Burgweg“ im Frühherbst

21°C – 13°C – 16°C. Was sich wie die Temperatur eines lauen Herbsttages mit einer Abkühlung während der Nachtstunden liest, spielte sich innerhalb von knapp 3 Stunden ab. Es ist nämlich ein gewöhnlicher Mittwoch im Sommer des Jahres 2012. Losgefahren in Neuwied bei wanderbaren 21 Grad, angekommen bei schaurigen 13 Grad in Virneburg, zurück in Neuwied bei märzigen 16 Grad.

Wie mach ich’s richtig, wenn ich in diesem Sommer wandern will? Ich miete mir einen Campingbus und belade ihn dachhoch mit Bekleidung für jede Wetterlage. Und wenn ich klug bin, stopfe ich noch einen Trockner in die Ecke, denn nass werde ich auf jeden Fall. Vier oder fünf Paar Wanderschuhe sind ratsam, bei der feuchten Luft trocknen sie nämlich erst, wenn ich sie mit dem Föhn bearbeite. Ein Regenschirm wäre nicht schlecht – aber welcher waschechte Wanderer will sich schon mit einem Regenschirm in der Hand erwischen (und womöglich noch fotografieren!) lassen. Eine Kaffeemaschine nicht zu vergessen. Und einen Tauchsieder für die heiße Suppe danach!

Die Liste ließe sich fortführen, aber ich mach es ja nicht richtig. Ich fahre los, wenn der Hauch einer Chance besteht, trockenen Fußes von A nach B zu kommen. Heute hatten meine Ehefrau und ich diese – im Nachhinein seltsame – Idee. Wir wählten einen kurzen Weg aus. Der Traumpfad “Virne-Burgweg” erschien eine gute Wahl, zudem wir die Wanderung bei unserem letzten Anlauf im vergangenen Jahr wegen Regens hatten abbrechen müssen.

Wir fuhren in Neuwied bei regenfreiem Wetter los.

Bis nach Virneburg ist es nicht weit. Wir fuhren nicht schnell, aber zügig.

Der Regen war schneller. Es nieselte. Es schauerte. Es goss.

Wir saßen wie begossene Pudel auf dem Parkplatz in Virneburg. Wir aßen unsere Sandwiches, bevor der Regen sie durchweichen konnte. Wir warteten.

Dann stieg ich aus. Die Wanderung begann. Ich wurde klatschnass. Ich stieg sofort wieder ein. Die Wanderung war beendet.

Weil Fotograf und Kamera nicht wasserdicht sind, schaffte er nur dieses eine Foto bei seiner Wanderung

Weil Fotograf und Kamera nicht wasserdicht sind, schaffte er nur dieses eine Foto bei seiner Wanderung

Somit ist mein Wanderbericht einer der kürzeren. Man muss es mir nachsehen. Ich liebe ja auch den Regen. Wirklich. Aber viel mehr liebe ich die Sonne. Und wenn ich die Wahl habe, bei Regenwetter oder bei Sonnenschein zu wandern, werde ich mich immer für den Sonnenschein entscheiden. Soviel “Weichei” leiste ich mir jetzt.

Und dem Traumpfad “Virne-Burgweg” sage ich eins: Du entkommst mir nicht, dich erwische ich noch – bei schönem Wetter!





7 Kommentare »

  1. Karin — 16. Juli 2012 @ 11:23

    Köstlich! Ich hab Tränen gelacht! Nicht den Mut verlieren- irgendwann klappt es bestimmt 🙂

  2. Georg
    Georg — 16. Juli 2012 @ 12:00

    Ja, aber wir werden lange warten müssen – bis die Wanderklamotten wieder trocken sind.

  3. Jens — 16. Juli 2012 @ 13:40

    Danke für den etwas anderen Sommer-Wanderbericht. Ich befürchte leider, dass es diesen Sommer noch viele solcher Regenwetterwanderberichte geben wird.

    Ich hoffe, dass mit „Bekleidung für jede Wetterlage“ und „Trockner“ war nur ein dramaturgisches Stilmittel. Denn Kleidung für jede Wetterlage braucht man dedinitiv nicht. Wasserfeste Schuhe, Regenjacke und wenn es richtig lange, stark regnet auch eine Regenhose: Mehr braucht man nicht. Und wenn die Sachen auch vernünftig sind, braucht man auch keinen Trockner. Wie heiß es doch so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur die falsche (oder schlechte) Kleidung!“

  4. Volker
    Volker — 17. Juli 2012 @ 06:01

    jaja…der „Wandersommer“ 2012 ist schon etwas Besonderes 😉 Man kann es aber auch machen wie man möchte – es ist immer die falsche Wahl die man trifft.
    Risikiert man es, im „Trockenoutfit“ loszugehen, wird man garantiert geduscht. Wählt man Regenkleidung, bleibt es trocken aber man schwitzt sich in den Goretex-Membranen saunamässig ab. „Kannste ja ausziehen und mitführen!“ wird jetzt der ein oder andere vorschlagen. Gute Idee…..raus aus den Klamotten und in den Rucksack verstaut, weiter gehts. 5 Minuten später sieht man, wie genau dieser Wanderer wieder am Wegesrand steht und die gerade verstauten Klamotten wieder hervorkramt – es hat zu regnen begonnen!!! Jaja…..unser Wandersommer 2012 ist schon was ganz Besonderes ;-)))

  5. M.D.
    M.D. — 17. Juli 2012 @ 07:46

    Hehe, schöner Bericht! Hab mich sehr amüsiert. 🙂

    Für die ganz „Harten“, die ihre Outdooraktivitäten mit aller Gewalt bei Wind und Wetter durchziehen und gebetsmühlenartig ihr Es-gibt-kein-falsches-Wetter-nur-falsche-Kleidung-Mantra vor sich her beten, habe ich meistens eh max. ein müdes Lächeln übrig.

    Aber ein solches „Outing“ als (Teilzeit-)Weichei ist mal was ganz anderes! Und da habe ich vollstes Verständnis für. 🙂

  6. Georg
    Georg — 17. Juli 2012 @ 15:13

    Es geht auch anders: Der „Hatzenporter Laysteig“ war heute bei der gemeinsamen Tour mit meinem Schwager vom Anfang bis zum Ende regenfreie Zone.

    Auf der Rückfahrt setzte in Mülheim der Regen ein. Aber das war dann auch egal, wir hatten ja ein Dach über dem Kopf.

  7. Thomas
    Thomas — 18. Juli 2012 @ 18:11

    Na ja —
    – gegen Feuchtigkeit vom oben kann man sich
    ( zumindest bedingt ) schützen . Bei 35 Grad im Schatten
    habe ich da noch keine wirkliche Lösung für die (innere ) Feuchtigkeit gefunden .
    Die Natur zu erleben heißt für mich sie hinzunehmen wie sie sich gibt . Ausnahme : Sturm – Orkan .

    Trockenere Zeiten wünscht Euch

    Thomas

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