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Kerstin von: am: 3.06.2012
Kerstin Autor(in):    |   3. Jun 2012   |    Kategorie: Fernwanderwege, Naturerlebnis, Pfälzer Prädikatswege,

Pfälzer Weinsteig – Zurück in die Kindertage – Teil 1

Bestes Wetter – freie Tage an Pfingsten – und ab in die Natur!

Gesagt, getan! Spontan habe ich mich entschieden, zwei Tage am Pfälzer Weinsteig zu verbringen und die ersten beiden Etappen von Neuleiningen nach Deidesheim zu erwandern. Glücklicherweise habe ich auch immer noch ein Zimmer bekommen (z.B. das Zofenzimmer :-)), so dass meiner Tour nichts mehr im Wege stehen konnte.

Neuleiningen

Gestärkt mit einem tollen Frühstück in Neuleiningen habe ich die Tour also in dem hübschen Örtchen mit tollen, romantischen Gassen begonnen. Zunächst bergab an Weinbergen vorbei hatte ich einen wunderschönen Blick auf die umliegenden Weinberge. Und der Mohn blühte auch schon toll am Wegesrand. Gerne hätte ich schon dort eine längere Pause am Rastplatz in den Weinbergen unter einem Kirschbaum gemacht. Aber ich war erst losgelaufen, so dass ich mich zum weiterwandern entschied. Schade auch, dass der Baum noch unreife Früchte hatte…

wandern wiese baum rheinland-pfalz

Nur sollte meine Tour bald doch durch eine Pause geziert sein, fand ich doch einen Kirschbaum kurz vor dem Eintauchen in das Waldstück, der bereits reife Früchte trug.  Ich konnte nicht widerstehen und musste mir für die Tagestour zwei Hände voll pflücken, nachdem ich mich natürlich erst vom Reifegrad überzeugt hatte. Aaah, herrlich, die ersten Kirschen in diesem Jahr für mich. Und dann noch frisch vom Baum. Was will man mehr? 😉 Nur musste ich irgendwann weiter und meine Tour fortsetzen, hatte ich doch noch ein großes Stück des Weges vor mir!

Reife Kirschen

Nach einem kurzen Anstieg habe ich schließlich Battenberg erreicht und habe noch einen Abstecher zur Burgruine Battenberg gemacht. Idyllisch liegt da die Schänke vor mir, die aber noch zu hatte, sonst wäre ich bestimmt dort schon eingekehrt. Aber dies war auch noch fast am Anfang meines Weges und ich hatte schon wieder eine Pause eingelegt. Es ist aber auch zu schön gewesen, um direkt weiter zu wandern! An der Burgruine habe ich dann Feigenbäume entdeckt. Leider sind die Feigen aber noch nicht reif gewesen, sonst hätte ich hier bestimmt auch noch eine Kostprobe genommen 😉

haus wiese wandern

ausblick burg ruine wandern

Weiter ging es wieder in den Wald hinein. (Bei dem warmen Wetter auch eine schöne Abwechslung!) Bald hatte mich wieder eine Bank in seinen Bann gezogen und ich konnte dieses Mal nicht mehr widerstehen, eine längere Pause zu machen. Kurz zuvor noch mit Freude ein Eichhörnchen entdeckt, wie es mich erst anschaute und dann den Baum empor kletterte, bis es auf einem winzigen Ästchen Platz fand, begann ich nun meine Kirchen zu essen. Und wie ich so dasitze, kommt mir was in den Sinn, was ich als Kind schon nicht wirklich gut konnte: Kirschkernweitspuken! Mit einem Grinsen im Gesicht und der Sicherheit, dass keiner zugegen ist, um Zeuge der Peinlichkeit an miserablen Ergebnissen zu sein, begann ich mit meiner Trainingseinheit.

Eichhörnchen wald baum wandern

Dies musste kurz unterbrochen werden, da eine kleine und gut gelaunte Wandergruppe vorbei kam. Einer der netten Herren lud mich ein mit dem Satz: Wenn Sie mit uns wandern, dann haben wir „Two Girls for Every Man“. Dabei fiel ihm auf, dass dies auch ein Liedtext sei und fing sofort an dies durch den Wald zu schmettern! :-) Ich übte aber an meinem Kunststück noch ein wenig weiter.

Auf dem weiteren Waldstück bemerkte ich dann diverse Vogelhäuser. Die lieben Vögel in der Pfalz haben sogar alle eigene Hausnummern! Wer da wohl wohnt? Wollte aber nicht klopfen und nach nem Kakao fragen, da alle ausgeflogen schienen.

vogelhaus mit hausnummer beim wandern

Und wieder lief ich weiter, um kurze Zeit später etwas Neues und Lustiges zu entdecken. Einen Baumstamm mit Gesicht. Das war aber ein freundlicher Herr Baumstamm, der alle Wanderer nett grüßt, die vorbei kommen.

baumstamm mit gesicht

Herrlich, wenn man grinsend und immer was Neues entdeckend durch die Lande streift… Na und dann kam bald darauf in einer Lichtung ein imposanter Riese auf mich zu. Der Bismarckturm, von dem man eine wunderbare Aussicht auf das Umland der Pfalz hat.  Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Turm zu erklimmen, auch wenn die Stufen kurz vor oben fast endlos erschienen 😉

Bismarckturm

Doch der Aufstieg hat sich allemal gelohnt! So habe ich die Limburg, den Ort Wachenheim oder auch die Kalmit, der höchste Berg des Pfälzerwaldes, entdecken können. Leider war die Sicht nicht so gut, dass ich bis zum Speyerer Dom sehen kann. Dies soll aber möglich sein, wäre er sonst nicht auf den hilfreichen Informationstafeln auf dem Turm eingezeichnet. 😉

ausblick wandern

Nach dem Turm sollte nun ein Highlight dem anderen folgen, stand in meiner Tourenbeschreibung. Das versprach nach mehr! :-) Und ich muss sagen, das Versprechen wurde mehr als eingehalten. Und ich wußte gar nicht mehr, wo ich wie lange Pause machen sollte, da jeder Platz eine Pause wert ist!

So kam ich also zunächst an den Teufelsstein, eine der besterhaltensten Kultstätten aus keltisch-germanischer Vorzeit. Es gibt auf dem Stein sogar eine Opfermulde mit „Blutrinne“ habe ich nach meiner Tour nachlesen können. Schon spannend! Erklimmen kann man den Felsen auch durch enthaltene Löcher, die vom erzürnten Teufel selbst stammen sollen! Als ich an diesem Platz ankam, waren noch Kinder damit beschäftigt, sich ein Lager am Felsen zu bauen. Bevor sie fertig wurden mussten sie wieder gehen, „wenn es am schönsten ist und man sich gerade eingerichtet hat“, so eines der Kinder. Ich wartete bis ich dann nach den Kindern den Felsen „erklimmen“ konnte und hätte vorher am liebsten mitgebaut! Auf so was klettern muss ich heute immer noch! :-)

Kinderfelsen wandern

Wie schon gesagt, es ging dann Schlag auf Schlag so weiter mit tollen Plätzen zum Halt machen. Vorbeilaufend an einem alten keltischen Ringwall, der „Heidenmauer“, kam ich schließlich zur Kaiser-Wilhelm-Höhe mit einem weiteren Fernblick auf die Limburg (diesmal nur etwas näher dran). Oben auf habe ich dann schließlich noch einmal ein Picknick eingelegt und genoss einfach nur die herrliche Aussicht in den Pfälzer Wald.

Kaiser-Wilhelm-Höhe

Nach der Stärkung ging es dann weiter, langsam aus dem Wald hinaus Richtung Bad Dürkheim, meinem Etappenziel für diesen Tag. Noch ganz begeistert von der Sicht auf Bad Dürkheim und die weite Ebene der Weinregion, wurde meine Aufmerksamkeit dann noch auf einen imposanten, römischen Steinbruch gelenkt. Man nennt den Steinbruch auch „Krimhildenstuhl“. Wirklich spannend zu entdecken! :-)

Krimhildenstuhl

Was war das doch ein toller Tag! Frische Kirschen vom Baum pflücken, Kirschkernweitspuken, ein rasantes Eichhörnchen, singende Wanderer, erklommene Türme und Felsen sowie jede Menge Bäume wieder erkannt, die man mal früher an den Blättern bestimmen musste.

Es fühlte sich an wie in Kindertagen! Und die Tour geht ja noch weiter…





6 Kommentare »

  1. Karin — 3. Juni 2012 @ 21:36

    Boah Kerstin, da will ich mal wieder hin! Du hast richtig schön geschrieben, wie spannend und voller kleiner Überaschungen das Wandern sein kann. Besonders viel erlebt man natürlich, wenn man mit sich allein ist und alle Sinne zu 100% aktiv sind. Freue mich schon auf Teil 2 .-)

  2. Angelica — 3. Juni 2012 @ 22:48

    Hallo Kerstin
    Da sind wir uns ja fast über den Weg gelaufen 😉 Bin heute von meinem Urlaub in der Pfalz zurückgekehrt und eine der zahlreichen Wanderungen hat mich ebenfalls auf den Pfälzer Weinsteig geführt, jedoch ein wenig südlicher. Auch dort gab es herrliche Kirschen am Wegesrand und natürlich konnte ich nicht widerstehen davon zu naschen… Danke für die schöne Tourbeschreibung und Deine Erlebnisse. Freu mich auf den Bericht der nächsten Etappe
    Viele Grüße schickt Angelica

  3. M.D. — 4. Juni 2012 @ 07:54

    „Auf so was klettern muss ich heute immer noch! :-)

    Haha, das kenne ich. 😉 Ich muss mich in jeder Burg(ruine) zusammen reißen, damit ich da nicht anfange, auf den Mauern rum zu klettern, wie damals. Aber an (größeren) Felsen im Wald kann ich nicht vorbei, da muss ich rauf.

  4. Katrin — 5. Juni 2012 @ 07:12

    Schöner Bericht, vielen Dank, Kerstin!! Da bekomme ich gleich Lust, auch mal in der Pfalz zu wandern. Das Kirschkernweitspucken hat mich an die sommerlichen Radtouren mit meinen Söhnen früher erinnert, das war ja immer ein MUSS! Natürlich bin ich nie so weit gekommen wie sie. :=)))

  5. Ogger — 20. Juli 2012 @ 16:26

    Hallo Kerstin, schöne kurzweilige Tourbeschreibung… weiter so…. bin auf die Fortsetzungen vom Weinsteig gespannt…. habe als Sommertour den kompletten Pf. Weinsteig in Planung.
    Gruß

  6. Luc — 12. März 2013 @ 11:27

    Wie verhalten als Wanderer/Wandererin?
    Zitat aus dem Text: „… musste mir für die Tagestour zwei Hände voll pflücken, … herrlich, die ersten Kirschen in diesem Jahr für mich.“
    Es soll in der Pfalz (noch) Leute geben, die IHR EIGENES Obst (Kirschen, Feigen, Weintrauben, …) für das sie Arbeit und Geld investieren, selbst verwerten wollen.
    So DENK ich MAL.

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