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M.D. von: am: 30.05.2012
M.D. Autor(in):    |   30. Mai 2012   |    Kategorie: Eifel, Kurz-& Rundtouren, Mosel-Saar, Romantischer Rhein,

Zwei Klettersteige zum Preis von einem – oder so

Da sich Temperatur und Uhrzeit an Pfingstsonntag geradezu anboten, fuhr ich von meiner „Pfingst-WE-Base“ in St. Goar an die Mosel, um (endlich mal) den Calmont Klettersteig zu absolvieren.

Nachdem ich letztes Jahr den Mittelrhein Klettersteig in Boppard so heldenhaft gemeistert habe (meinen Bericht findet man hier:  Mittelrhein-Klettersteig auf klettersteig.de, Tara74 am 27.06.2011)  versprach der Calmont ein Spaziergang zu werden.

Der Einstieg in den Steig markiert ein Schild, dass auf die üblichen Vorsichts- und Obachtsregeln/gebote hinweist:

Einstieg zum Calmont

Einstieg zum Calmont

Dieses Schild muss die Dame in Zehentretern (!), an der ich unterwegs vorbei kam, allerdings übersehen haben. 🙄

Zuerst geht es mit Blick auf den „Wanderbahnhof Eller“ (wenn sich Wanderdünen fortbewegen, was machen dann Wanderbahnhöfe?  😉 ) bergauf, bevor der Klettersteig entlang des Berges führt.

Klettersteig im Calmont

Klettersteig im Calmont

Wie es sich für einen Klettersteig gehört, gibt’s immer wieder Steigbügel, Drahtseil und Leitern, mit denen man mehr oder wenig große Hindernisse zu überwinden hat. Irgendwann gabelt sich der Weg – rechts geht’s zur „Eller Todesangst“ und nach links geht der Verlauf des Klettersteiges weiter. Da mir von rechts Wanderer entgegen kamen und vor mir welche nach links abbogen, schloss ich mich denen an in der Hoffnung/Annahme, evtl. auf dem Rückweg die „Todesangst“ passieren zu können/müssen – leider nein, der Klettersteig endet mehr oder weniger lose kurz vor Bremm im Hang, wo man aber die Möglichkeit hat, weiter hoch zum Gipfelkreuz zu wandern/klettern.

Das ließ ich mir natürlich nicht 2x sagen und dehnte meinen Weg aus. Die Strecke hoch zum Gipfelkreuz stellt an Anstrengung allerdings alles in den Schatten, was man bisher am Steig hatte. Schier endlos steil geht’s hoch und einzig mein Ehrgeiz nicht aufzugeben und die Freude auf den vermutlich grandiosen Ausblick hielten mich „am Leben“. Wie eine Oase in der Wüste erscheint einem dann das Schild „Gipfelkreuz 100m“ und ein weiteres Schild – die Bewirtungszeiten der Hütte (Sonn- und Feiertags von – bis) verleihen einem plötzlich Flügel! Zwar ist oben kein klebriger Gummibärchensaft der Marke RB erhältlich, aber das Endprodukt dessen, in dem man die ganze Zeit unterwegs war: Wein. Da zu befürchten war, dass er mir ob dieser Hitze, Anstrengung und Ausgezehrtheit nicht sonderlich bekommen wäre, tat´s eine nicht minder gute Traubensaftschorle auch. Außerdem hätte man sich noch mit Kaffe/Kuchen, Limo/Cola/Sprudel, Rohessern, Bierbrezeln, Käsespießen und dergl. stärken können.

Ich erfreute mich noch etwas an der wirklich herrlichen Aussicht

Blick vom Calmont auf den Petersberg

Blick vom Calmont auf den Petersberg

und als ich wieder kräftemäßig in der Lage war bis 3 zu zählen, setzte ich meinen Rückweg nach Eller über den Calmont Höhenwanderweg fort. Kurz darauf passiert man noch ein „römisches Bergheiligtum“,

Römisches Bergheiligtum

Römisches Bergheiligtum

einen Brunnenschacht und den Aussichtspunkt „Vier-Seen-Blick“ (da will die Mosel dem Rhein in Boppard scheinbar nicht nachstehen)

Vier-Seen-Blick der Mosel

Vier-Seen-Blick der Mosel

und ab dann wird’s langweilig. Was sich auch an der Beschilderung bemerkbar macht. Auf diese Sights weist noch ein offizielles „Calmont-Wander-Logo-Schild“ hin, dann müssen Holzschilder mit gefrästen Ortsnamen her halten und irgendwann ist man sich selbst überlassen. Die einzige km-Angabe (Eller 5.600m) findet man an einer Hütte, danach heißts irgendwann nur noch „Eller“ und dann ging den Beschilderern anscheinend das Holz für weitere Hinweise aus. Einzig regelmäßig auftauchende Ruhebänke gaben mir die Sicherheit, mich noch auf einer (richtigen) Wanderstrecke zu befinden. Hinterm „Kaiser-Wilhelm-Tunnel“

Einfahrt des Kaiser-Wilhelm-Tunnels

Einfahrt des Kaiser-Wilhelm-Tunnels

stieß ich dann wieder auf Zivilisation und begab mich direkt zum Auto. Da mich diese nicht vorhandene Streckenführung etwas sauer gemacht hat, trank ich „graadzelääds“  – wie der Saarländer sagt (übersetzt „Jetzt erst Recht“, wird aber auch beim Gegenteil verwendet) kein obligatorisches Wandertour-Abschluss-Weizen, als ich nach der ca. 3,5h stündigen Wander- und Kletterrunde wieder in Eller war. So Freunde, das hattet ihr jetzt davon.

Stattdessen stärkte ich mich mit einem isotonischen Mocca-Frappé im Gasthaus „Zum goldenen M“  😳 und fuhr auf direktem (Fähr)Wege nach St. Goarshausen um als „Bonus“ über den Rabenacksteig zu turnen. Der Tag war ja noch jung, Kräfte noch vorhanden, der Rabenack-Klettersteig kurz und das Wetter schön.

Dort angekommen, stellte ich auf den ersten paar Metern fest, dass sich meine Kondition doch nicht mehr so ganz erneuert hat, machte sich doch der ein oder andere muskelkaterartige „Schmerz“ hinter den Kniescheiben bemerkbar. Man ist eben doch keine 20 mehr…

Die meisten Eisen und Bügel, die auf dieser kleinen Kletterrunde (lt. Angaben 500m, 30min) angebracht sind, bräuchte man nicht wirklich. Die Felsen sind so zerklüftet und uneben, da fände man auch ohne die Hilfen Tritt- und Haltemöglichkeiten, aber man nimmt sie automatisch an. Die beiden Höhepunkte sind eine senkrechte Leiter über ca. 10m und die Aussichtskanzel „Rabenack“ auf einer Felsnase.

Aussichtskanzel

Aussichtskanzel

Von hier aus hat man eine wunderschöne Aussicht rheinauf/rheinab und auf die gegenüberliegende Burg Rheinfels.

Burg Rheinfels in St. Goar

Burg Rheinfels in St. Goar

Von diesem Aussichtspunkt ging’s ein kleines Stückchen zurück, bevor man über Leiter und Tritte noch mal nach oben klettert. Dort führt ein Wiesenweg Richtung Einstiegspunkt zurück und es ging hinterm Friedhof und den seitlichen Treppen vorbei, wieder zu meinem Auto zurück.

In einem Bistro mit Rheinblick-Terrasse trank ich das wohl günstigste alk-freie Weizen, dass mir je über den Weg lief: 0,5l = 2,80€. Und weil das ein solches Schnäppchen war, trank ich gleich 2 – es fehlte ja noch das von Eller. 😉

Das hatte ich mir verdient - PROST!

Das hatte ich mir verdient – PROST!

 

Erstaunlicherweise kann ich sagen, dass kein nennenswerter Muskelkater o.ä. Folgeerscheinungen auftraten.

Ich danke dem werten Leser, der bis hierhin alles gelesen hat. Der Tag war zu schön, als dass ich mich noch hätte kürzer fassen können. 😉





4 Kommentare »

  1. JoergTh — 31. Mai 2012 @ 09:25

    Wunderschöner Bericht der Lust auf die beiden Klettersteige und vor allem auch auf das günstige alk-freie Weizen macht! In einem Wort: Respekt!

  2. Elke — 31. Mai 2012 @ 10:09

    Ich habe herzlich lachen müssen, bei deiner Beschreibung und das mehrmals. Super schön beschrieben und ich habe sehr mitfühlen können, wie es dir auf den jeweiligen Streckenabschnitten ergangen ist.
    Danke für den zusätzlichen fröhlichen Moment dieses Tages.
    Elke

  3. Guenter
    Guenter — 31. Mai 2012 @ 14:55

    Haben wir auch schon so ähnlich erlebt, sind aber in Bremm gestartet und nach dem Römerdenkmal den Kreuzweg wieder nach Bremm runter.
    Danke für den lustigen Bericht.
    Günter

  4. Rainer Motte — 4. Juni 2012 @ 15:46

    Leider haben Sie wohl auf dem Abstieg nach Eller die richtige Abzweigung verpaßt und sind Richtung Ellerbachtal / Kaiser-Wilhelm-Tunnel gegangen. Der weitaus schönere Weg führt spektakulär (grandiose Aussicht) über den Felsgrat hinab zur Galgenlay-Hütte, dem Startpunkt des Klettersteiges. Versuchen Sie den Weg doch noch einmal anders herum: Erst Aufstieg von Eller zur Schutzhütte, dann über die Höhe zum Gipfelkreuz; von dort Abstieg Richtung Bremm und über den Klettersteig zurück. Es lohnt sich!

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