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Iris von: Iris am: 3.05.2012
Iris Autor(in): Iris    |   3. Mai 2012   |    Kategorie: Hunsrück, Kurz-& Rundtouren, Traumschleife,

Der letzte Besenbinder im Hunsrück

Wahrscheinlich ist es der Tatsache geschuldet, dass ich mit neun Jahren beim Toben im Wald von einem
Felsen gefallen bin, dass ich immer einen gehörigen Respekt vor Wanderwegen habe, die in Fußbreite an Felsen vorbei gehen und wo sich einige Meter unterhalb des Weges ganz „wildromantisch“ ein Bachtal windet.

Jeder andere begeisterte Wanderer wird wahrscheinlich sagen, dass diese Passagen doch die erlebnisreichsten bei einer Wanderung sind. Aber ich bin wirklich froh, wenn ich diese Abschnitte gemeistert habe und ich den Weg danach wieder so richtig genießen kann. Auch meine Wanderbegleitung ist dann meist erleichtert, denn es ist nicht angenehm, wenn man auf schmalen Pfaden auch noch jemanden schieben oder mitziehen muss.

Deshalb war für mich am letzten Sonntag bei der Wanderung auf der Traumschleife Rabenlay um Gondershausen im Hunsrück, nicht der Abschnitt im Baybachtal mit den kirchturmhohen Felsen der persönliche Höhepunkt der Wanderung (alle anderen zukünftigen Wanderer dieses Wanderweges mögen mir verzeihen!), sondern die Wanderabschnitte mit den weiten Ausblicken in die Hunsrücker Landschaft und darüber hinaus.

Weitblick

Weitblick

So fand ich es sehr beeindruckend, dass ich die Hohe Acht und die Nürburg in der Eifel und sogar das Siebengebirge bei Bonn am ersten Aussichtspunkt „Eifelblick“ erkennen konnte. Unvorstellbar, denn eigentlich liegen fast 100 Autokilometer dazwischen!

Tafel Eifelblick

Tafel Eifelblick

Und auch der Ausblick  – auf einer Sinnesbank liegend – von der Rabenlay, dem Felsmassiv, das der Traumschleife Saar-Hunsrück den Namen gab, hat mich für meine eigenen Anstrengungen durch das Baybachtal und auf den Felsen hinauf, mehr als entschädigt.

Authentisch wird eine Wanderung auch, wenn man nicht nur geballt die Natur erleben kann, sondern auch etwas über die Menschen und Besonderheiten der Region erfährt – sei es, man trifft erzählfreudige Einheimische unterwegs oder wird auf der Wanderung mit Infotafeln über Wissenswertes informiert.

Gondershausen

Gondershausen

Auf der Traumschleife Rabenlay fand ich es deshalb beeindruckend, dass in Gondershausen die alte Tradition des „Besembennen“ (Binden von Reiserbesen) noch gepflegt wird. Um 1900 entwickelte sich im Oberdorf des Ortes eine Heimindustrie traditioneller Handwerker wie Besenbinder, Rechenmacher oder Schaufelstielhersteller, da sich hier viele arme Leute ansiedelten. Die Kunst der „Gondersche Besembenner“ war weit über den Ort hinaus im Hunsrück, am Rhein und sogar bis ins Maifeld (Münstermaifeld, Polch und Ochtendung) bekannt. Noch heute lebt der letzte Besenbinder in Gondershausen. Ihm zu Ehren wurde die Straße seiner Wohnanschrift in „Besembennerweg“ umbenannt und am Besembennerkreisel, an welchem die Traumschleife Rabenlay vorbeiführt, steht nun sein Abbild aus Holz geschnitzt.

Der-letzte-Besenbinder

Der-letzte-Besenbinder


Traumschleife Rabenlay

Traumschleife Rabenlay

 





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