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Manuel von: am: 9.02.2012
Manuel Autor(in):    |   9. Feb 2012   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren,

Burgfieber: Drei Pfälzer Burgen auf einen Streich

An Rhein und Mosel gibt es unzählige Burgen, nicht zuletzt der Rheinburgenweg führt an vielen mittelalterlichen und neumodischen Burgen vorbei.

Aber auch die Pfalz hat burgenmäßig einiges zu bieten. Nummer Eins ist dort natürlich die Burg Trifels, zur Stauferzeit DIE Burg in Deutschland, dort wurden Reichszepter, Reichskrone, Reichsschwert, Reichsapfel, Reichsbirne usw. aufbewahrt. Das ganze Zeug kann ja kein Kaiser ernsthaft immer mit herumschleppen, also lagerte man den Plunder auf der Trifels. Und was so eine ordentliche Super-Burg wie Trifels ist, müssen auch zwei Begleitburgen her, die auf den beiden Hügeln nebenan platziert wurde. Der Annweilerer Burgenweg führt den Wanderer dramaturgisch geschickt über alle drei Burgen mit der Trifels als Finale. Zunächst geht es aber von Annweiler hoch zur Burg Scharfenberg.

Interessant: diese Burg, eine Schutz- und Vorburg des Trifels, wurde nicht – wie so viel Pfälzer Burgen – von den Franzosen platt gemacht. Nein, Pfälzer Bauern stürmten im 16. Jahrhundert die Burg und zerstörten sie. Kein Wunder, hieß Burg Scharfenberg doch im Volksmund die „Münz“, weil dort Geld geprägt und aufbewahrt wurde. Daher sieht der erhaltene Bergfried auch aus wie ein Geldspeicher von Dagobert Duck

An tollen Felsen vorbei geht‘s von der Münz runter, den nächsten Anstieg hoch zur Burg Anebos.

 

Dort gilt das Prinzip: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“. Ein Fels steht da rum, ‘ne Burg hatte man sich eigentlich immer anders vorgestellt. Die Lösung des Burgenrätsels: Burg Anebos ist nur noch archäologisch nachweisbar, ein paar Fundamente erinnern noch an Anebos.

 

Neben den kümmerlichen Resten der Anebos-Burg hat man aber immerhin einen gigantischen Blick auf die Trifels. Man beachte – Premiumwege-Fans aufgepasst – die perfekte NAHRAHMUNG durch Zweige und Sträucher beim Fernblick!!!

 

Und dann ist man endlich auf der Trifels und wähnt sich im falschen Film, springen doch auf einer Stele am Eingang direkt drei Löwen ins Auge. Mitnichten sind die die baden-württembergischen Löwen gemeint (die Staufer kommen ja aus dem Badischen, das zu Zeiten der Staufer schwäbisch war), sondern die Three Lions des englischen Königreichs. Dies alles zu Ehren von Richard Löwenherz, der ganz unlöwenherzig schmachvoll auf der Trifels gefangen war. Zwischen drei Wochen und zwei Jahren lauten die Schätzungen über die Länge des Gefängnis-Aufenthalts. Wenn das keine präzisen Angaben sind.

 

Licht und Schatten wie auf diesem Umgang liegen auf Burg Trifels. Nach den erfolgreichen Jahren im 12. Jahrhundert ging es rasant bergab, bis die Burg zum Steinbruch verkam. Und das die Burg wieder so schön errichtet ist, dafür haben die Nazis gesorgt. Wegen der „historischen“ Verbindung vom ersten zum sogenannten dritten Reich und diesem ganzen Scheiß. Das Nazi-Umfeld verdirbt einem kurz die Stimmung, aber wie gesagt nur kurz.

 

Das deutsche Wanderinstitut hat den Annweilerer Burgenweg mit 72 Punkten bewertet, damit ist dieser Weg mit den drei Pfälzer Burgen und was von ihnen übrig blieb einer der schönsten Premiumwege Deutschlands, wenn nicht der Welt (denn nur in Deutschland gibt es Premiumwege!) Daumen hoch für diesen Top-Wanderweg. Gefällt mir!!!



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1 Kommentar »

  1. JoergTh — 9. Februar 2012 @ 20:57

    Wunderschöner Wandertipp… wunderschöner Blog!

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