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Manuel von: am: 17.06.2011
Manuel Autor(in):    |   17. Jun 2011   |    Kategorie: Eifelsteig, Kurz-& Rundtouren,

Steinreich auf dem Vulkanpfad

Wenn man über einen Mensch behauptet, er sei steinreich, geht man normalerweise davon aus, dass es bei ihm im Geldspeicher aussieht wie bei Dagobert Duck: Münzen, Scheine, Diamanten – aber keine Steine. In der Osteifel ist das anders, dort leben immer noch viele Menschen von Abbau und Weiterverarbeitung des dort zu findenden Vulkangesteins.

Ich ging kürzlich auf dem wunderbaren, wegen seiner Länge und Vielfalt sehr gut für Wanderungen mit Kindern geeigneten Vulkanpfad in und um Ettringen herum. Ungefähr einen Kilometer hinter dem Parkplatz, an dem meine Rundtour startete, traf ich auf einen bizarren Felsen im Wald, den sogenannten Junkerstein.

Den Junker = Ritter sah ich auf der rückwändigen Seite sofort. Schon etwas genauer muss man hinschauen, wenn man entdecken will, dass der Junker ein tolles Geschenk bekommt: Ein Vasall (Leute die devot vor Junkern knien, nennt man unter allen Umständen Vasallen), ein Vasall also kniet vor dem Junker und schenkt ihm – einen Wald. Genau, drei Bäume symbolisieren einen Wald, und so ein Forst war zu allen Zeiten (genau wie die Steine) ganz schön was wert in der Eifel

Im weiteren Verlauf des Vulkanpfad kann man sehr anschaulich auf Bildtafeln einiges über die frühere steinreiche Produktion lernen. Besonders schön fand ich den Ausdruck „Brechwerk“.

Der Begriff „Brechwerk“ erweckt natürlich auch andere Assoziationen als den Abbau und das Brechen“ von Steinen. So könnte man ja auch durchaus, wenn jemand zum Beispiel zu viel getrunken hat, und sich über der Kloschüssel noch einiges durch den Kopf gehen lassen muss, dieses Resultat also könnte man mit einiger Berechtigung als „Brechwerk“ bezeichnen.

Der Steinreichtum der Osteifel wird aber mittlerweile auch von der Freizeitindustrie genutzt. Ich hatte mich schon auf dem Parkplatz gewundert, wie viele Autos dort standen. Die einen waren Wanderer, unterwegs auf dem Vulkanpfad. Die anderen Kletterer, die sich an den spektakulären Felsen zu schaffen machten.

Ich habe die größte Hochachtung vor den Kletteren. Es sieht alles so leicht aus, wie sie behende spidermanhaft die Felsen empor gleiten. Ich habe es selber mal ausprobiert. Oh, Gott, Desaster! Sau-anstrengend, Höhenangst ohne Ende. Und man hätten mir sagen sollen, dass man besser mit dreiviertellangen Hosen klettert, und nicht mit kurzen Hosen. So viele Schürfwunden am Bein habe ich noch nie in meinem Leben gehabt. Deswegen bleibe ich lieber am Boden und wandere statt zu klettern.



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3 Kommentare »

  1. Wanderung auf dem Traumpfad Vulkanpfad – Vulkanblog — 1. Juli 2011 @ 14:21

    […] wissen möchten, was Manuel Andrack über den Vulkanpfad zu berichten hat, dann gehen Sie auf den WanderWunder-Blog! Einige Herbst- und Winterimpressionen des Vulkanpfads finden Sie im Traumpfade-Blog. Eine […]

  2. Rüdiger Born — 25. Juli 2011 @ 19:15

    Kleine Korrektur am Rande, nicht der Vasall schenkt dem Ritter Wald, sondern umgekehrt. Der Junker Konrad Schilling von Lahnstein schenkte im 16. Jahrhundert den Kottenheimer Bürgern seinen anliegenden Wald. Er wird deshalb heute noch in der Gemeinde verehrt.
    Gruß RB

  3. Manuel Andrack — 1. August 2011 @ 21:35

    Hallo Rüdiger Born,

    herzlichen Dank für die Korrektur. Ein Hoch auf Junker Konrad!!!

    Demütig, der schlecht informierte Wanderer

    Manuel

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