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Manuel von: am: 5.05.2011
Manuel Autor(in):    |   5. Mai 2011   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Lahnwanderweg,

„Betreten auf eigene Gefahr“ und staatliches Mineral-Wasser an der Lahn

“Lahnsinn! Da gehen wir auch hin” dichte ich mal in Anlehnung an einen alten Song der kölschen Rock-Combo BAP. Angelehnt, nicht zitiert, dass muss man ja betonen, ich will ja nicht der Guttenberg der Wanderblogger sein.

Lahnsinn bezieht sich natürlich auf den neuen Lahnwanderweg von Diez nach Lahnstein. Und in eben diesen Diez bin ich kürzlich losgewandert, ein wunderschönes Schloss thront über der Lahnstadt.

Die Lahn kannte ich, da ich mich als Schüler in Köln in einem Ruderverein körperlich betätigt habe, vor allem als Wassersport-Revier. Und tatsächlich sah ich am Lahnufer sofort Hinweise auf möglichen Wasserspaß, gemütlich tretbootend oder schon sportlicher kantend. Eine interessante Alternative zum Wandern, wenn man auf einer mehrtägigen Lahnwandertour mal etwas Abwechslung sucht.

Zunächst musste ich mich aber in der Diezer Einkaufsstraße, die mich vom Bahnhof zum Lahnwanderweg führte, schön auf meine Füße konzentrieren, denn der Bürgersteig wurde zur Straße hin von einer mittelalterlich anmutenden Rinne abgegrenzt.

Die Rinne führte allerdings sauberes Wasser, nicht wie den in mittelalterlichen Städten Unrat und Abwässer. Aber warum so eine Rinne? Ich habe das im letzten Jahr auch schon im fränkischen Forchheim gesehen, Rinnen-Architektur scheint in deutschen Mittelstädten Konjunktur zu haben. Mir scheinen diese Rinnen vor allem ein Job-Beschaffungs-Programm für Orthopäden und Chirurgen zu sein, denn Bänderdehnungen- und risse sind in der Diezer Innenstadt – nur so eine Vermutung mal – nicht ganz so selten.

Ich ging auf dem Lahnwanderweg auf die Höhe und in dem Zusammenhang muss ich mal ein klein wenig nörgeln. Denn der Anfang des Lahnwanderwegs glänzte eigentlich nur mit Asphalt. Irgendwann geht es dann an einer Landstraße sogar auf einem Fußpfad entlang, aber eben immer noch neben der Straße.

Die Wandersituation ist so prekär, dass man sogar extra ein Schild aufgestellt hat, um auf die Gefahren auf diesem wilden, unglaublich naturwüchsigen Weg hinzuweisen.

Aber schon sehr bald ist man doch versöhnt mit dem Lahnwanderweg. Dann geht es in hübschen Kehren hinab nach Fachingen, und dort gibt es das weltberühmte Mineralwasser mit staatlichem Qualitätssiegel. Ich habe diese Wässerchen vom Geschmack als sehr sehr gesund in Erinnerung. Ich glaube, wenn man das trinkt, wird man garantiert 120 Jahre alt.

1740 wurde in Fachingen die berühmte heilende Quelle entdeckt. Und wurde ziemlich schnell zum sehr gefragten Elixier. Teuer war das Fachinger auch. Ein Krug kostete 1748 fünf Kreutzer, was dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach. Auch der alte Goethe fand das Lahnwasser wunderbar: “… ich wünsche aber mit Fachinger Wasser und weisem Wein begünstigt zu werden, das eine zur Befreyung des Geistes, das andere zu dessen Anregung…“

Ich habe mich nur gefragt. Warum ist das Fachinger Wasser staatlich? Nun, zum einen war der Betrieb ab 1870 im Besitz des preußischen Fiskus, später dann, von 1945 bis 1990, war das Land Rheinland-Pfalz Eigentümer.

Rheinland-Pfalz ist eben nicht nur ein Wanderwunderland, sondern auch ein Mineralwasserwunderland. Ob in Gerolstein, Dreis oder Daun in der Eifel, ob in Brohl oder Sinzig am Rhein, ob bei Apollinaris an der Ahr, oder eben in Fachingen an der Lahn (und flußabwärts kommt auch noch Selters dazu!!!), überall sprudelt und quillt das heilende und leckere Wasser aus der Erde. Prost Rheinland-Pfalz, prost Wanderer. Ein echter Lahnsinn!



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