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Manuel von: am: 20.04.2011
Manuel Autor(in):    |   20. Apr 2011   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Soonwaldsteig,

Hundetragen auf dem Wildgrafenweg

An der Nahe, genauer in der Nähe von Kirn, gibt es einen brandneuen Premiumweg, den Wildgrafenweg

Wildgrafen, das hört sich zunächst mal ganz toll an. Trieben die es so wild, diese Grafen, wie die meisten Ritter? Oder hatten die Adligen sich nach Hirsch und Reh, dem Wild im Wald, benannt? Zunächst hilft mal wieder das Internet/wikipedia weiter. Dort lernt man: Das Jahr der Jahre war 1113. Denn 1113 entsprang das Geschlecht der Wildgrafen aus dem Hause der Nahegaugrafen.

1113, dieses eminent wichtige Datum der mittelalterlichen Geschichte, kann man sich übrigens ganz einfach merken: ELF – EINS – DREI, Wildgraf schlüpft aus dem Ei!

Diese Wildgrafen herrschten über die Kyrburg in Kirn, die Schmidtburg (am Soonsteig gelegen und von mir schon in früheren Wanderblogs beschrieben) und sie herrschten auch über die Burg Dhaun, die am Wildgrafenweg liegt.

Der Vorname des ersten Wildgrafen ist toll: Emicho VII, Sohn von Emicho VI. Emicho ist mein ganz heißer Favorit, wenn ich noch einen Sohn bekommen sollte. Emicho Andrack, hört sich wirklich spitzenmäßig an!

Es gab aber auch einen Wildgrafen Konrad, der wurde 1154 wegen einer Missetat verurteilt. Seine Strafe. Hundetragen. Hundetragen genau, eine leider völlig vergessene mittelalterliche Strafe. Dabei wurden Adelige, wenn sie ihre Kompetenzen überschritten hatten, tatsächlich dazu verurteilt, Hunde von einem Bezirk in einen anderen zu tragen. Meistens wurde nach dem Hundetragen noch die Todesstrafe verhängt. Hart, aber gerecht. Hundetragen, das wäre doch vielleicht auch eine Idee für Gaddafi, oder?

In der Nähe des Schlosses Dhaun traf ich auf einen Hund, der unfassbare Angst vor mir hatte. Nervös tänzelte das Riesenvieh ohne Leine auf und ab, bis er sich rasch an mir vorbei schob. Der hatte hundertprozentig Angst davor, von mir zum Hundetragen missbraucht zu werden.

Wesentlich zutraulicher waren da aber die Rehe auf einer Weide am Wildgrafenweg.

Von den Rehen komme ich noch mal auf Wild, und zwar auf die Wildgrafen. Warum hießen denn die WILDgrafen nun WILD? Ganz einfach, eigentlich hießen sie Waldgrafen, was in dieser Nahe-Gegend ja auch Sinn macht. Aber man hat sich da schnell ein “I” für ein “A” vormachen lassen und so wurde der GRAF zum “WILD”.

 

Und wo ihr nun alles über die Wildgrafen, den Emicho und das Hundetragen wisst, wandert es sich noch mal doppelt so schön auf dem Wildgrafenweg.



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1 Kommentar »

  1. Konny — 4. Mai 2011 @ 00:17

    Tjoah, ne? Wieder was gelernt! Hundetragen… Find ich als Event sehr lustig, vielleicht die Bundestagsabgeordneten einer Partei, die bei einer Wahl grad Prozente verloren hat, tragen Hunde aus dem Bundestag oder so. Am besten man trägt Hunde von Berlin nach Bonn, wo sie hingehören. Dort gibt es eine berühmte Hundezucht.

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