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Manuel von: am: 1.04.2011
Manuel Autor(in):    |   1. Apr 2011   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren,

Traumstart, der 1. Mai und geschrumpfte Täler

Ich bin ziemlich viel auf sogenannten Premiumwegen unterwegs, und da wird man mit der Zeit ein rechter Wanderfeinschmecker. Und man bekommt eine Vorstellung davon, was ein Traumweg alles vorweisen muss. Zuletzt träumte ich von einem Wanderweg, der direkt nach dem Start wunderschön, abenteuerlich, aussichtsreich ist. Und siehe, kurze Zeit später wurde mein Traum wahr. Ich stieg in Hatzenport an der Mosel aus der Regionalbahn und nach 30 Metern, schon nach DREISSIG (!!!) Metern startete ein Traum von einem Wanderweg: Der Hatzenporter Laysteig. Die folgende Bildstafette verdeutlicht die tollen Kehren, Stufen, Treppen, alles mitten durch die Weinberge mit atemraubenden Blicken auf die Mosel. Das ist wirklich ein Traumpfad!!!

Nach ungefähr zwei Kilometern auf dem Hatzenporter Laysteig erreicht man die Rabenlay mit einer einladenden Wanderhütte. Merken sie sich schon mal mit rotem Stift einen Termin in ihrem Wanderkalender vor: Am 1. Mai ist diese Hütte bewirtschaft!

Es gibt nun vielleicht Nörgler, die an die Hütten des Pfälzer Wald Vereins erinnern, welche in den meisten Fällen täglich bewirtschaftet sind, zumindest aber am Wochenende. Nun gut, aber eine Bewirtschaftung auf der Rabenlay-Hütte am Tag der Arbeit ist doch schon mal ein guter Anfang. Und wenn genug Wanderer dort sind, wird das Bewirtschaftungs-Experiment mit Sicherheit wiederholt. Außerdem ist es das alte Leid mit der Begrifflichkeit. Hütte ist nicht gleich Hütte. Die einen verstehen unter einer Hütte eine veritable Einkehrmöglichkeit (wie im Pfälzer oder im Bayerischen Wald), manchmal sogar mit Übernachtungsmöglichkeiten (wie in den Alpen), für andere ist eine Hütte ein einfacher, überdachter Holzbau. Wie an der Rabenlay. Wie dem auch sei, man sollte nach der 1.Mai-Parade sich noch etwas Zeit nehmen, um die Leckereien an der Rabenlay-Hütte zu genießen.

Hinter der Rabenlay verläuft der Hatzenporter Laysteig an Waldrändern und Feldern entlang auf der Moselhöhe. Man kann die Streckenführung als 3-D-Fluganimation (wie immer bei den Traumpfaden) auf der Internetseite www.traumpfade.info sich anschauen. Dort sieht man aber nicht die wunderlichen Bäume oberhalb des Schrumpftals.

Ich hatte in der Wegbeschreibung etwas davon gelesen, dass es im, an und oberhalb des Schrumpftals Krüppeleichen gebe. Dann müssen das da auf dem Foto wohl Krüppeleichen sein. Und keine Angst, trotz des Namens wirkt das Schrumpftal nicht zu heiß gewaschen (“Liebling, ich habe die Täler geschrumpft!”), sondern wie ein normales Seitental der Mosel.

Nach knapp zwölf traumhaften Kilometern hatte ich schon wieder den Bahnhof von Hatzenport im Visier und freute mich schon auf ein Belohnungsbier. Aber auf den letzten dreihundert Metern dreht der Hatzenporter Laysteig noch mal so richtig auf, mit einem Klettersteig, der es in sich hat, und den üblichen Warntafeln, dass also nur geübte Wanderer mit dem richtigen Schuhwerk dort gehen sollten. Es war aber keine Warnung zu erkennen, dass man den Weg möglichst bei Tageslicht gehen sollte. Die Dämmerung war nämlich bei meiner Wanderung schon angebrochen, und man konnte die Füße vor Augen schon fast nicht mehr sehen.

Deshalb mein Tipp. Bitte den Hatzenporter Laysteig immer bei Tageslicht gehen, man hat mehr von den Aussichten und kommt heil in Hatzenprt an. Damit auf den Traumstart nicht ein Albtraum-Ende mit gebrochenen Haxen folgt.



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3 Kommentare »

  1. Martina — 1. August 2011 @ 12:18

    Oh ja, der Laysteig ist wirklich (m)ein Traumpfad, vor allem, weil er 2 Klettersteige zu bieten hat. Was will man bzw. ich mehr?!
    Auch wenn der Rabenlay Klettersteig nicht wirkl. zum Rundkurs gehört und man ihn deshalb wieder zurück klettern muss, um die eigentl. Strecke nicht zu verlassen/abzukürzen. Ist aber wurschd, denn es macht ja Spaß. 🙂

    2 Sachen haben mich aber gewundert:
    1.) er ist offiziell als „schwer“ kategorisiert. Ähm, ich bin ja Wanderanfänger, aber wenn der Weg schwer war, weiß ich nicht, was man sich bei „der Firma Traumpfade“ unter schwer vorstellt. Ich fand ihn genau meinen Ansprüchen entsprechend.
    2.) auf der Traumpfade-HP ist als (Wander-)Zeit 5,5h angegeben. Auch das fand ich übertrieben, ich war in 4h fertig, obwohl ich den Rabenlay Klettersteig 2x geklettert bin.

    Wandere ich falsch? Bin ich ein Konditionswunder? Die Chuckine Norris unter den Spaziergängern? Hm…

  2. Manuel Andrack — 7. August 2011 @ 20:19

    … ich würde auf eine Umbennenung in Chuckine plädieren, klingt doch süss. Nun, die Wanderzeitenangaben bei fast allen deutschen Premiumwegen gehen fast immer komplett an der Realität eines halbwegs sportlichen Wanderers vorbei. Man sollte eher (s.mein erstes Wanderbuch) seine WDG kennen und sich dann die vorausichtliche Wanderzeit selber ausrechnen.

    Schöne Grüße
    an Frau Norris

    Manuel Andrack

  3. Peter — 10. April 2012 @ 19:19

    Keine Frage: Der Hatzenporter Laysteig bietet großartige Aussichten. Er macht aus dem bereits vorhandenen Hatzenporter WeinWetterWeg, der als Streckenwanderung von der Burg Bischofstein zur Rabenley (bzw. weiter bis nach Löf) führt, eine Rundwanderung. Doch dies vermag nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wald- und Wiesenpfade, deren Begehung notwendig ist, um durch das Hinterland vom einen Ende wieder zum anderen Ende des WeinWetterWeges zu gelangen, bei Weitem nicht die Eindrücke beim Wanderer hinterlassen wie die Teilstrecken, die dem WeinWetterWeg entsprechen. Aber ich will nicht mosern: nahezu die gesamte Wegstrecke des Hatzenporter Leysteigs verläuft auf Pfaden. Dies können die meisten anderen Traumpfade nicht von sich behaupten. Das eindruckvollste Teilstück des gesamten Pfades kommt gleich zu Beginn: Vom Bahnhof Hatzenport geht es steil bergauf durch bewirtschaftete und stillgelegte Weinhänge. Die zahlreichen Infotafeln und die schöne Aussicht auf Mosel, Hatzenport und die pittoreske St. Johanniskirche bieten reichlich Abwechslung.

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