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Manuel von: am: 2.03.2011
Manuel Autor(in):    |   2. Mrz 2011   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Holzhauerei am Saar-Hunsrück-Steig

Zuletzt ging ich auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Wie immer ein Wander- und Sinnes-Erlebnis der Extraklasse. Toller Nebel umfing mich am Erbeskopf. Zunächst dachte ich an „Fog – Nebel des Grauens“. Erinnert sich noch jemand an diesen Schund-Horror-Film der Achtziger? Dann umfing mich der Erlkönig, aber irgendwann hatte ich einfach nur Spaß an der speziellen Atmosphäre.

Auf dem Steig sah ich später dieses Schild. Ich fand es einfach großartig.

Ungefähr hatte ich mir eigentlich schon immer vorstellen können, was Holzfäller- oder Holzarbeiten sein könnten. Aber was bitte soll HOLZHAUEREI sein? Holzhauerei, das hört sich unglaublich martialisch an. Vielleicht handelt es sich dabei ja auch um eine sehr rustikale Sportart der Region. Ich stelle mir vor, dass sich dort stämmige Hunsrück-Männer mit blankem Oberkörper Holzlatten um die Ohren hauen. Wegen eines speziellen Zaubertranks – vergleichbar dem von Miraculix – verspüren sie keinerlei Schmerzen. Das ist wahrscheinlich mit HOLZHAUEREI gemeint.

Ein Kilometer nach dem Erbeskopf in Richtung Neuhütten gelangte ich an die Siegfried-Quelle.

Verbrieft und beurkundet und ganz ganz sicher ohne Zweifel hat der junge Siegfried hier im Lindenblute gebadet und sich total unverwundbar gemacht bis auf – ja bis auf eben diese eine Stelle am Schulterblatt, auf die das böse Lindenblatt segelte. Die verantwortliche Linde war nicht mehr auszumachen, wahrscheinlich ist sie von Siegfried-Fans längst zu Kleinholz gemacht worden. Oder die Linde wurde zu Holzlatten verarbeitet, damit sich die Hunsrück-Männer bei der HOLZHAUEREI verdreschen können.

Auf jeden Fall stand ich an der Siegfried-Quelle am Saar-Hunsrück-Steig fasziniert vor einem fast fotodokumentarischen Bild, welches den dramatischen Moment festhält, in dem der fiese Hagen dem Siegfried einen Speer in die bewusste Schulterblattstelle rammt.

Pfui, böser Hagen. Ich werde aus Protest, so schwor ich mir im nebeligen Hunsrück der Holzhauer, ich werde nie mehr im Leben nach Hagen fahren. So, da hast du’s!

Später verzog sich dann der Nebel und ich stand an einem wunderbaren Aussichtspunkt.

Hätten Sie nicht auch sofort Lust, auf dieser sogenannten Sinnenbank nieder zu sinken, den neuen Mulch zu riechen und die Aussicht zu genießen? Nur, was ist das für ein Gerät rechts im Bild? Wir können ja mal etwas heranzoomen.

Erst dachte ich: Klar, Abfalleimer. Beim Näherkommen wurde mir bewusst: Nein, ein Briefkasten. Aber schließlich sah ich. Es ist ein Hightech Wandertoaster, damit alle Wanderfreunde ihre labbrig gewordenen Pausen-Brote noch einmal knusprig toasten können. Der Saar-Hunsrück-Steig hat eben einiges zu bieten, Holzhauerei und Wandertoaster!!!



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3 Kommentare »

  1. Jens — 3. März 2011 @ 09:13

    Hallo Manuel,
    danke für den Bericht über deine Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig und die lustigen Anekdoten. Das macht deine Berichte so lesenswert!

    Aber „Fog – Nebel des Grauens“ ist doch keinen Schund, sondern mittlerweile ein Klassiker des Horror-Films.

    Viele Grüße und weiter so!

  2. Konny — 17. März 2011 @ 22:39

    Hi,

    Yo an the Fog erinner ich mich, aber das ist echt kein Schund. Die Version von 1980 ist wirklich gut. Das Remake von 2005 natürlich nicht.

    Gruß

  3. Manuel Andrack — 21. März 2011 @ 05:30

    Okay, okay, okay, ich gebe mich geschlagen, „The Fog“ ist also kein Schund, einverstanden. Ich muss zugeben, dass ich den Film gar nicht gesehen habe, ich habe viel zu viel Angst, mir so etwas anzuschauen. Muss ich dann wohl mal dringend nachholen…

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