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Manuel von: am: 3.12.2010
Manuel Autor(in):    |   3. Dez 2010   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Entscheidung am Altfels, Part 2

Ich wanderte an der Saar in der Nähe von Saarburg. Und hatte, wie ich in meinem letzten Blogeintrag schon ausführte, eine eher schlechte Entscheidung getroffen – den Altfels hinauf zu klettern.

Von weitem sieht er ja ganz schön harmlos aus, aber der Brocken hat es ganz schön in sich. Vor allem wenn man – wie ich – unter Höhenangst leidet. Fragt bitte nicht, warum ich dann überhaupt hinaufgeklettert bin. Hat wohl irgendetwas mit verquerem Männlichkeitswahn zu tun oder so. Ich war verzweifelt, denn auf dem Felsplateau sah ich ein Grillverbotsschild.

Ich würde das Grillen auf dem Altfels allerdings nicht verbieten. Sondern vielmehr einen Preis für denjenigen ausloben, der wirklich einen Grill plus Holzkohle plus Grillgut plus einen Kasten Bier auf diesen Felsen hinauf schleppt. Und dann würde ich diesen Grillmeister auch direkt in die Geschlossene einliefern lassen. Nach einer Stunde des Bangens und Nachdenkens, wie ich wieder von diesem Brocken runterkomme, nahm ich mein Herz aus der Hose und machte mich an den Abstieg. Erst sah ich aber noch dieses Fels-Graffiti.

Nun, das war auch eine Entscheidung am Altfels gewesen. Dann kam der grausame Abstieg. So schlimm war es gar nicht, es war noch viel schlimmer. Hier noch einmal der Blick in den Abgrund:

Während ich mich im Schneckentempo hinunter hangelte, dachte ich daran, was denn passieren würde, wenn ich mit zerschmetterten Knochen im Abgrund liegen würde. Das Problem war doch, dass ich so viel wandere, dass ich meiner Frau nicht immer sage, wo die Wanderreise mal wieder hingeht. Also würde sie noch nicht einmal wissen, wo sie die Suchtrupps hinschicken soll, wenn ich bei Einbruch der Dunkelheit noch nicht die Wohnstube wieder erreicht hätte.

Aber, Ihr habt es wahrscheinlich schon erraten, ich kam wohlbehalten wieder am Fuß des Altfelsens an. Ich hatte überlebt. Und sah eigentlich schon wieder ziemlich frisch aus.

In Wahrheit war ich von meinem Abenteuer am Altfels so erschöpft, dass ich jetzt eine Blogpause brauche. Ich melde mich im nächsten Frühjahr wieder mit neuen Wanderabenteuern aus Rheinland-Pfalz. Ich wünsche schon mal Frohe Weihnachten und Guten Rutsch, und – tut mir bitte den Gefallen – klettert nicht auf den Altfels. Ach ja, bis es weitergeht mit den neuen Blogs, könnt Ihr euch ja die Zeit mit meinem neuen Wanderbuch „Das neue Wandern“ vertreiben. Erscheint im Februar. Viel Spaß damit!



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8 Kommentare »

  1. Karsten — 17. Januar 2011 @ 10:33

    Lieber Herr Andrack,

    gelegentlich habe ich Albträume.
    Vor mir erscheint – quasi aus dem Nichts – ein riesiger Berg/Fels auf den eine gigantische Treppe (o. a. Leiter) hochführt. In meinem (Alb)Traum muß ich dort immer hochklettern, obwohl ich ganz schlimm an Höhenangst leide. Meistens wache ich dann auf und freue mich das alles nur ein Traum war. Jetzt lese ich diesen Blogeintrag und muß erschrocken feststellen das es diese Treppe tatsächlich gibt.
    In Echt.
    Ich bin entsetzt !

  2. andi — 3. April 2011 @ 13:35

    Ups…

    …vielen Dank…

    Ich war gestern mal wieder auf dem Alt Fels, und je weniger Leute sich dort hoch verirren, desto schöner bleibts da oben.
    Und stimmt schon, das Schild ist echt etwas lächerlich, nicht weil da oben keiner grillt, das passiert öfters (gestern auch) sondern weil niemand hochkommen würd um ihn davon abzuhalten 😉

    Man kommt übrigens auch auf den hintersten Felsen drauf….

  3. Oska — 3. April 2011 @ 13:37

    Lieber Herr Andrack,
    da bin ich schon mit ner Kiste Bier in der einen Hand, und nem Joint in der anderen hochgeklettert. Freunde von mir haben dort oben gezeltet. Ich kenne welche die freihändig auch dem Baum-Ast über dem Abhang gestanden haben. Mit Verlaub, aber Ihre Meinung ist zu penibel.

    Viele Grüße,
    Oskar

  4. Manuel Andrack — 5. April 2011 @ 13:40

    Lieber Oskar,

    ich entschuldige mich in aller Form, weil ich so ein Wander-und Kletter-Weichei bin. Obwohl – vielleicht sollte ich das mal mit dem Joint-Klettern probieren, das würde vielleicht meien Höhenangst lindern.

    Herzliche Grüße

    Manuel

  5. Ewald — 12. Juni 2011 @ 10:08

    Weichei !

  6. Manuel Andrack — 13. Juni 2011 @ 17:29

    Lieber Ewald,

    ich nehm das „Weichei“ jetzt mal ganz sportlich als Kompliment!

  7. Martina — 28. Juli 2011 @ 13:04

    Als Wanderneuling bin ich immer auf der Suche, nach mir bisher noch unbekannten Wanderstrecken im Saarland und RLP, die ein paar Klettermöglichkeiten enthalten – geradeaus wandern kann schließlich jeder. 😉
    Werde mir diesen Felsen mal im Hinterkopf behalten, Klettersteige sind bei uns an der Saar ja eher Mangelware.

  8. Rolf de Cologne — 23. Oktober 2015 @ 16:07

    Hallo Manuel,
    nach langer Zeit mal wieder im Saarland unterwegs verbrachte ich das WE 17./18. Oktober 2015 an der Saarschleife. Die Tafeltour und der Kasteler Felsenpfad standen auf dem Programm. Beide Wege sind einfach toll und haben das Prädikat „Premium“ durchaus verdient. Nun zu Deinen Ausführungen betreffend das Thema „Altfels“:
    In der Tat ist der Altfels eine überraschende Erscheinung am Wegesrand, insbesondere wenn mann „nur“ auf Wandertour ist. Deine Ausführungen zum Thema Schwindelfreiheit und Höhenagst sind m.E. ziemlich daneben. Bisher habe ich Deine Veröffentlichungen zum Thema Wandern immer gerne gelesen und manche interessante Anreung daraus mitgenommen. Aber Deine Beschreibung zur „Bezwingung“ des Altfels sind wenig bis gar nicht hilfreich. Ich selbst leide unter Höhenangst, bin nicht schwindelfrei, Aus unserer Gruppe von 14 Personen haben sich letztlich 3 plus 1 (nach einiger Überlegung ich selbst) auf den Weh nach oben gemacht. Ich habe meine Schritte und Tritte sehr überlegt gesetzt und beim Hochsteigen durchaus den einen oder anderen Gedanken and den Abstieg verschwendet. Letztlich war ich froh, einen erfahrenen Kletterer an meiner Seite bzw. voraus zu haben, an dem ich mich orientieren konnte. Der Aufenthalt auf den Plateaus hat mich für meine anfänglichen Zweifel entschädigt.
    Nun zum Thema „Grillverbot“: Der Hinweis ist leider völlig angebracht. In den Felsspalten liegt einiges an Hinterlassenschaften, was dort nicht hingehört (Einweg-Grills, Plastikverpackung, Restkohke, Abfälle). – Tolle Naturfreunde, die solche Visitenkarten hinterlassen.
    Anderen, die auch auf Deinen Beitrag geantwortet haben (insbesondere Oskar) sei ins Tagebuch geschrieben: Bekifft oder sonst wie narkotisiert hat niemand dort oben etwas verloren. Sich selbst gefährden ist das Eine – weitere Personen in Gefahr zu bringen das Andere.
    Abschließend die Bemerkung: Wer dort nicht hinauf steigt ist kein Weichei sondern handelt überlegt und vernünftig (Wir waren auch „nur“ 4 von 10 und mir käme es nicht in den Sinn, die restlichen Wanderfreunde als Weicheier zu bezeichnen).
    In diesem Sinn wünsche ich Dir weitere schöne Wandererlebnisse und damit verbundene Veröffentlichungen. Den Altfels werten wir mal als einmaligen „Fehltritt“.
    Rolf de Cologne

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