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Manuel von: am: 18.10.2010
Manuel Autor(in):    |   18. Okt 2010   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Wandern mit Regenschirm

Heute mal ein Wanderwunder-Blog-Special zum Thema „Wandern mit Regenschirm“.

Der Herbst naht mit eiligen Schritten und da macht man sich natürlich wieder Gedanken über eine wasserdichte Verpackung während des Wanderns. Ich bin noch nie ein Freund von Regenkleidung gewesen. Regenjacken lassen zu viel Wasser auf den Hosen zu, in Regenhosen schwitzt man wie ein Heinz, Regenumhänge sehen doof aus.

Meine Patentlösung schon seit Jahren: Der gute alte Regenschirm, meist ein 2,99 €-Exemplar aus dem Drogerie-Markt. Der Vorteil eines Regenschirms: man ist ganzkörpergeschützt, und wenn der Regenschauer aufgehört hat, kann man den Knirps auch platzsparend wieder verstauen.

Aber ach: Was habe ich mir schon alles anhören müssen, wenn ich meinen Regenschirm aufspannte. Auf dem Eifelsteig musste ich mich von Frauen aus dem sogenannten Ruhrgebiet beschimpfen lassen, ich wäre kein richtiger Mann, noch nie sei im Ruhrgebiet ein Mann mit Regenschirm gesehen worden. Und überhaupt: Das Wandern und der Regenschirm, das passe doch überhaupt nicht zusammen. Ich sage: Doch. Es ergeben sich sogar bei Regen überaus reizvolle Ausblicke unter dem Schirm. Sehen Sie, wie ich gut beschirmt einen Breitwandblick wie im Kino über den Hunsrück genieße.

Als Regenjackenträger hätte ich den Blick auf den Boden gesenkt gehalten, damit mir die Suppe nicht in die Augen und den Kragen läuft, mit Schirm habe ich ein 3-D-Erlebnis ohne entsprechende Brille.

Ich möchte jetzt noch die Geschichte meines letzten Wanderschirms erzählen. Ich bin ja zuletzt 82 Kilometer im Westerwald gewandert (siehe Blogeintrag vom 26.7.2010). Nach 27 Kilometer hatten mein Wanderkumpel und ich Rast an der Fuchskaute in der gleichnamigen Gastronomie gemacht. Und ich hatte meinen Drogerie-Markt-Regenschirm vergessen. Also fragte ich die freundlichen Fuchskauten-Service-Kräfte, ob Sie mir einen Schirm borgen konnten. Es wurde hin und her überlegt, dann erhielt ich einen großen schwarzen Schirm, ein Werbegeschenk einer Herborner Anwaltskanzlei. Den müsse ich – trug man mir auf – aber dringend am nächsten Morgen zurückbringen. Klar, log ich, das mache ich natürlich auf jeden Fall. Fakt war, dass ich am nächsten Morgen nach einer durchwanderten Nacht viel zu kaputt war, um an eine Schirmrückgabe zu denken. Ich war zum Schirmherren geworden.

Und so kam der Schirm auch zum Einsatz, als ich den Mittelalterpfad in Herrstein erwanderte (Wanderweg des Jahres 2010 in der Nähe von Idar-Oberstein). Hier das letzte Photodokument meines „geborgten“ Schirms:

Ich kehrte nach der Wanderung in der Herrsteiner „Zehntscheune“ ein, nach dem Mittagsmahl schien die Sonne wieder. Ich vergaß den Westerwälder Schirm. Das finde ich sehr gut. Er soll dann an den nächsten nassen Wanderer weiterverliehen werde, der sich nicht schämt, mit Schirm zu wandern. Dann wird das noch ein richtiger WANDERSCHIRM.

Wie seht Ihr das mit dem Schirm-Wandern? Schreibt mir, ob welche Vor- und Nachteile es aus Eurer Sicht gibt.



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3 Kommentare »

  1. christian — 23. November 2010 @ 23:53

    bei richtig schlechtem wetter im gebirge ist man nur mit einem schirm bewaffnet aber schlecht beraten. denn man muss immer eine hand am schirm haben, und wenn der wind dazu kommt regnets ehh von allen seiten.
    für eine tageswanderung wo man nicht weit von der zivilisation entfernt ist mag das schon gehen. da kann man abends zur not die klamotten trockenen und sich aufwärmen. aber auf längeren touren
    würde ich schon zur regenjacke raten.

  2. Michael Catrein — 2. März 2011 @ 08:59

    Da hat sich doch tatsächlich mal jemand Gedanken über die Ausrüstung gemacht.

    Ich bewundere Manuel ohnehin schon seit Jahren für seine Ausrüstung.
    In aller Regel ist er auf den Bildern in Trekkingschuhen zu sehen, die allenfalls dazu dienen sollten, im Winter auf dem Weg zum Briefkasten getragen zu werden.
    Für „ich habe natürlich die anspruchsvolle Variante gewählt“, sollte man vernünftiges Schuhwerk tragen.
    Das gilt auch für den Rest der Ausrüstung. Da wird leider allzu oft gespart.

  3. Wolfgang — 11. August 2016 @ 22:40

    …es gibt nichts besseres als ein langes weit genug geschnittenes Regen-cape welches auch Tagesrucksack abdeckt, unbedingt vor allem mit genuegend grosser fester Kapuze ! Ein genuegend langer Poncho gleichfalls sinnvoller als ein Regenschirm, der denkbar laestig ist, ungenuegend schuetzt, und bei Wind voellig untauglich . Darauf achten dass Ponchos auch seitlich Arme und Haende voll bedecken. Ponchos und Regencapes sollten aus nicht zu leichten Material sein, dann koennen sie auch nicht hochflattern wovon sooft Wanderer erzaehlen.
    Gut geschnittene Regencapes – bzw im Winter Loden Wetterfleck sind fuer Wanderungen geradezu ideal.

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