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Manuel von: am: 8.10.2010
Manuel Autor(in):    |   8. Okt 2010   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Morbach, Hoxel, Erbeskopf

Ich bin, wie die große Mehrheit der deutschen Wanderer, kein Typ für Mehrtagestouren und damit einhergehende schwere Rucksäcke. Ich liebe Eintagestouren. Und so gehe ich auch die großen Weitwanderwege nicht am Stück, sondern puzzle mir Etappe für Etappe zusammen. Ein Puzzleteil, um nicht zu sagen Filetstück des Saar-Hunsrück-Steigs habe ich mir im September vorgenommen. Von Morbach zum Erbeskopf. Seit der Eröffnung des Saar-Hunsrück-Steigs im Jahr 2007 hat sich einiges auf und mit diesem Premiumweg getan. Der Steig wurde, wie es so schön heißt, optimiert. Gepimpt, sagt man auch. Immer noch besser, naturnäher, wandriger. Beispielsweise ging ich in der Nähe von Morbach auf einem entzückenden Steg durch eine Bruchlandschaft. Ein erhabenes Gefühl. Eine Holzbrücke extra für alle Wanderer, ein Hochgenuss.

Einige Kilometer später wurde ich eines Schildes gewahr, das mich auf den Ort Hoxel hinwies, der sich preist, die Sonnenstube des Hunsrücks zu sein. Ob es zu dem Zeitpunkt, als ich an Hoxel vorbeiwanderte, etwas weniger geregnet hat, als in anderen Regionen des Hunsrücks, vermag ich nicht zu beantworten. Die Sonne hatte aber anscheinend gerade Stubenarrest.

In Hoxel selber hat ein stolzer Eigenheimbesitzer sehr nahe, nein nicht am Wasser, sondern am Saar-Hunsrück-Steig gebaut. Man traute sich kaum durch das Klein-Bagger-Equipment, aber es war kein Zweifel möglich, der Steig führte direkt am Haus entlang. Hoffentlich sind wenigstens die Fenster zum Gäste-WC aus Milchglas, sonst bieten sich dem Wanderer noch andere Anblicke außer Baugerät.

Ruckizucki war ich die 16 Kilometer von Morbach zum Erbeskopf gewandert. Der Erbeskopf ist, die meisten wissen das, der höchste Berg des Hunsrücks, sogar die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz mit 818 Metern. Ich hätte, wenn man mich fragen würde, noch eine schöne Marketing-Idee für den Erbeskopf.

An diesem Baum mit dem H (H ist nicht das Zeichen für Wasserstoff, sondern die Markierung für den Hunsrückhöhenweg) sollte man darauf hinweisen, dass der Wanderer sich an dieser Stelle exakt 747 Meter über dem Meeresspiegel befindet. 747 Meter, genauso hoch wie die Hohe Acht, der höchste Berg der Eifel. Das wäre ein schöner Ätschi-Bätschi-wir-haben-den höheren-Berg-Hinweis.

Die Aussicht auf den Erbeskopf entfiel an meinem Wandertag wegen Nebel. Das ist aber nicht so schlimm, befinden sich doch oben auf dem Kopf des Erbes seit 71 Jahren militärische Anlagen. Deutsche Nazis, Amerikaner und deutsche Nicht-Nazis hatten dort ihre Lausch- und Beobachtungseinheiten stationiert

Und dann der Schock beim Blick auf mein hundertprozentig unbestechliches GPS-Gerät. Ich entlarvte die große Erbeskopf-Höhenlüge. Von wegen 818 Meter, genau 814 Meter ist der Gipfel des Erbeskopf hoch. Ich werde mich bei UNO, Unesco, NATO und Edeka beschweren.

Und wer bei diesem Blogeintrag gut aufgepasst hat und meine Frage vom letzten Blogbeitrag richtig im untenstehenden Kommentar beantwortet, gewinnt eine von fünf Allzweck-Dosen (Nähen, Schminken, Bürsten, braucht man alles dringend beim Wandern) der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH.



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