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Manuel von: am: 14.09.2010
Manuel Autor(in):    |   14. Sep 2010   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Rheinsteig,

Der Beginn des Rheinsteigs – oder: Wem Bonn eigentlich gehört

Ich kann mir nicht helfen, aber ist nicht der Rheinsteig inzwischen ein fast so großer Mythos wie der Rhein selbst? Jetzt mal echt: Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Venedig, Rennsteig in Thüringen, Himalaja ohne Sauerstoff – und – DER RHEINSTEIG, das wird doch mittlerweile in einem Atemzug genannt, den Steig MUSS man gewandert sein.

Da das so ist, und ich den Rheinsteig Etappe für Etappe erwandere, aber nicht in der “richtigen” Reihenfolge – eine “richtige” Reihenfolge gibt es ja im Übrigen gar nicht, also: Die einen Rheinsteig-Reiseführer beschreiben den Rheinsteig in Süd- die anderen in Nordrichtung – auf jeden Fall erwandere ich mir den Rheinsteig weder en suite noch in Reihenfolge. Aber mit Sicherheit schmerzte mich schon immer, dass ich die ERSTE (bzw. LETZTE) Etappe ab (nach) Bonn noch nie gewandert war.

Wurde aber vor Kurzem erledigt. Start am Bonner Marktplatz. Ich erwartete einen mindestens dreißig Meter hohen Rheinsteig-Start-Obelisken. Gab es aber nicht. Schade. Dafür ein Bonner Rathaus, das mit einer Plane verhüllt war, die einmal mehr verdeutlichte, wem diese traurige Beethoven-Stadt am Rhein schon lange gehört – der Telekom.

Die Umbenennung der Stadt in Telebonn steht übrigens unmittelbar bevor.

Dann ging ich zweihundert Meter zum Telekomhausener Hofgarten, in dem vor knapp dreißig Jahren ungefähr sechshundert Millionen Menschen gegen Pershings und Cruise Missiles protestierten. Ohne mich leider, weil meine Erziehungsberechtigten ob meiner Minderjährigkeit entschieden, dass ich zu klein für einen solchen Blödsinn sei.

Ruckizucki war ich am Rhein. Und musste mich entscheiden. Das Schöne am Rheinsteig ist ja normalerweise, dass man sein Gehirn ausschalten kann. FOLGE DEN WEGWEISERN, TU ES EINFACH ist der Befehl der Rheinsteig-Markierungen, so wie bei einer Sekte – und es tut gut, den Markierungen zu folgen. Aber schon nach den dreihundert ersten Metern des Rheinsteigs musste ich mich entscheiden: Entweder über eine hässliche Brücke im Umbau zu gehen. Oder in eine niedliche Fähre mit dem Namen “Rheinnixe” zu steigen, die mich ans andere Ufer brachte. Okay, die Entscheidung fiel nicht so schwer. Von der Fähre aus sah ich schon das Siebengebirge und meine Wut legte sich langsam.

Warum ich so eine echt dolle Wut hatte, die aber natürlich auch am dollen Rheinsteig ziemlich schnell verrauchte, nun, das lesen sie alsbald, oder rasch, oder irgendwann ….



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1 Kommentar »

  1. torsten — 15. September 2010 @ 10:48

    Hallo Manuell,

    in Wiesbaden (Start/Ende) ist es genauso nüchtern. Gut, dort steht das Biebricher Schloss, das entschädigt manches, aber auf den Rheinsteig wird auch nicht näher eingegangen. Eine Hinweistafel wäre sicher eine Bereicherung.

    LG,
    Torsten

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