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Manuel von: am: 8.09.2010
Manuel Autor(in):    |   8. Sep 2010   |    Kategorie: Kurz-& Rundtouren, Saar-Hunsrück-Steig,

Der beste Wanderweg Deutschlands, Teil 2

Der Mittelalterpfad in Herrstein im Hunsrück ist der schönste Wanderweg Deutschlands 2010. Also bin dort gewandert. In meinem letzten Blog beschrieb ich die mittelalterlichen Mauern am Start des Weges und die wogenden Felder auf den ersten Kilometern.

Alles wirklich wunderbar, so dass man ein wenig verwundert ist über den depressiven Namen der mächtigen Eiche am Wegesrand auf der Hälfte des Rundwegs. Der Baum wird Jammereiche genannt, anscheinend eine Art hölzerne Klagemauer im Hunsrück. Hintergrund ist eine traurige Geschichte um Kriegswirren und tote Dorfbewohner in einem Eichenwald, ein ordentlicher Jammergrund auf jeden Fall.

Dann erreichte ich ein schön gepflegtes keltisches Hügelgrab. Hoppla, dachte ich mir, da hatten die Friedhofsgärtner aber über die Jahrhunderte, ach was, die Jahrtausende echt ganze Arbeit geleistet. Beim Näherkommen sah ich allerdings, dass das Hügelgrab doch eher eine Aussichtsplattform war. Da habe ich eben die Aussicht genossen.

Aussichten gibt es auf dieser Traumschleife reichlich, und bemerkenswerte Errungenschaften aus der Eisenzeit. So wurde ich in einer Hütte einer riesigen Schwenkers angesichtig. Oh je, wenn sie im Saarland wüssten, dass das dort als Nationalheiligtum verehrte Schwenken eigentlich eine Erfindung aus der Gegend um Idar-Oberstein ist.

Nach guten acht Kilometern war ich wieder in Herrstein angekommen und erfreute mich an altem Fachwerk und noch älterem Türwerk. An dem Steinschmuck mit Krone über der Eingangspforte kann man erkennen, dass dort seit Jahrhunderten der Kaiser des Hunsrücks wohnt. Ich zog den Hut.

Nachdem ich meinen (Wander-) Hut wieder aufgezogen hatte, hatte ich doch einen ordentlichen Hunger und kehrte im Café Zehntscheune ein, wo dereinst die Bauern ihren Zehnten, die Steuer abgeben mussten. Paradiesische Zeiten, ein fester Steuersatz von 10 Prozent und dann auch noch zahlbar in Naturalien.

Im Jahr 2010 ist die Scheune gastronomisch ansprechend umgebaut und ich gönnte mir das Spezialgericht des Hauses, die Flotte Lotte. Eine Art vegetarischer Strammer Max mit sehr sehr sehr sehr viel Käse. Drei Tage nach der Flotten Lotte verspürte ich auf jeden Fall nicht den geringsten Hunger.



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1 Kommentar »

  1. torsten — 15. September 2010 @ 10:50

    Hallo Manuel,

    am Sonntag Deinen Blog gelesen und gestern direkt hingefahren. 😉 Herrstein ist von unserem Heimatort „Rüdesheim am Rhein“ nur ca. 68Km entfernt. Also Frau und Hunde eingepackt und los.
    Als wir gegen Mittag in Herrstein ankamen, war die Überraschung groß, denn dort war gerade ein mittelalterlisches Fest im gange, mit Gaugler, Ständen u.v.m.. Wir hatten gerade noch einen Packplatz bekommen. Auch auf dem Pfad war gut was los, da viele noch das gute Wetter ausnutzten. Es war ein prima Tag, besten Dank für den Tipp.

    LG,
    Torsten

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